Saale Bulls sichern sich zwei Punkte nach Penaltysieg gegen Hannover


Zu den Feiertagen trifft sich traditionell die ganze Familie – so auch im Sparkassen-Eisdom, denn am zweiten Weihnachtsfeiertag kam dort die hallesche Eishockeyfamilie zusammen und hatte sich noch Gäste aus Niedersachsen eingeladen. Und natürlich sollte es beim Spiel auch Geschenke für die Saale Bulls-Fans geben, denn nach der denkbar knappen Niederlage am Freitagabend gegen Herne wollten sie nun die drei Punkte sichern und für das Heimpublikum einfahren.

Und gegen die Hannover Scorpions, aktuell auf Tabellenplatz Fünfzehn, hatten sie dabei eigentlich denkbar beste Voraussetzungen und die Bulls zeigten dies auch von Beginn an. So gab es ordentlich Druck auf die Gäste, aber Christoph Mathis im Tor der Hannoveraner hatte einen wirklich guten Tag und hielt seinen Kasten lange sauber. Um zu gewinnen, brauchte man auch in diesem Spiel das nötige Torglück, aber trotz guter Chancen war dies einmal mehr Mangelware bei den Hallensern. Deswegen dominierten die Saalestädter zwar im ersten Drittel das Spiel, aber es dauerte bis zur 10. Spielminute, als Denis Fominych die mehr als verdiente Führung holte.
Mit dieser Führung im Rücken ging es in der Folge zwar auch weiter hoch her, aber die Saale Bulls fanden kein wirkliches Mittel, um den Puck ins Tor der Scorpions zu bringen. Auch bei einer zwischenzeitlichen Überzahl der Bulls (Chad Niddery musste für 2 Minuten in die Kühlbox) konnten sie sich zwar im Drittel der Hannoveraner festsetzen, aber die Schüsse endeten doch am Torpfosten oder in der Fanghand von Mathis. So ging es beim Stand von 1:0 in die erste Pause.
Im zweiten Abschnitt kamen nun auch die Gäste immer besser ins Spiel und wirkten nach ihrem sehr defensiven ersten Drittel nun schneller und fanden auch häufiger den Weg zum Hallenser Tor. Allerdings stand die Defense der Bulls gut und machte es den Scorpions schwer, ihrerseits den Ausgleichstreffer zu erzielen. So ging es nun auf dem Eis hin und her, wobei es die Saale Bulls weiter verpassten, ihre Chancen in Zählbares umzuwandeln. Andererseits mussten sie sich immer wieder den durchaus gefährlichen Kontern der Gäste erwehren und einmal mehr sollte sich die alte Regel bewahrheiten: Wer vorne keine Tore schießt, kassiert sie oft am Ende selbst. Und so kam es wie es wohl kommen musste: Chad Niddery setzte sich bei einem dieser Konter erfolgreich durch und holte den 1:1-Ausgleich.
Da sich auch in der Folge beide Mannschaften zwar weiter torgefährlich zeigten, aber schwer mit der Chancenverwertung taten, blieb es auch bis zur zweiten Pause beim 1:1. So musste der letzte Abschnitt die Entscheidung bringen und hier machten die Saale Bulls auch noch einmal richtig Druck. Dadurch bekam Christoph Mathis, welcher am Ende in der Partie ganze 47 Torschüsse gehalten hat, noch einmal richtig was zu tun. Dass die Hallenser doch noch Tore schießen können, bewies in der 45. Minute Danny Albrecht, welcher die Bulls mit seinem 2:1 wieder in Führung brachte. Doch für die nun auch hart kämpfenden Hannoveraner war dies noch einmal die Aufforderung, möglichst schnell zurückzuschlagen und erneut auszugleichen.
So arbeiteten sie sich mehrfach mit gefährlichen Kontern in das Drittel der Bulls vor. Und nach einem Abpraller bei einem solchen Konter konnte Kyle Decoste den Puck im Nachschuss wieder zum Ausgleich versenken. So war das Spiel erneut offen und die Bulls ackerten sich bis zur letzten Sekunde ab, um das Spiel doch noch in der regulären Spielzeit für sich zu entscheiden. Doch wie schon in den zwei Dritteln zuvor taten sie sich im Abschluss weiterhin schwer, egal aus welchem Winkel sie schossen, die Belohnung in Form des Siegtreffers blieb ihnen verwehrt. Damit ging es nach 60 Spielminuten in die Verlängerung und für die Scorpions war der dadurch gewonnene Punkt bereits ein toller Erfolg.
In der Overtime war zwar mehr Platz auf dem Eis (Spiel 3 gegen 3) und die Bulls setzten weiterhin auf den Angriff, aber die Niedersachsen verteidigten, was das Zeug hielt. Dabei schoss Chad Niddery kurz vor Ende der Overtime doch etwas über das Ziel hinaus und brachte Georg Albrecht beim Sturm auf das Tor zu Fall. Dafür gab es auch einen Straf-Penaltyschuss, aber leider konnte dieser von Albrecht nicht verwandelt werden. Auch danach hielten die Scorpions ihr Tor weiterhin sauber und zwangen die Saale Bulls in das Penaltyschießen.
Im diesem trafen dann Igor Bacek und Danny Albrecht für die Saale Bulls. Auf der anderen Seite war es nur der Ex-Hallenser Daniel Lupzig, welcher seinen Penalty verwandeln konnte und somit bleib der Zusatzpunkt an der Saale. Die Bulls gewinnen ihr Heimspiel nach unzählig ungenutzten Chancen am Ende mit 3:2 nach Penaltyschießen und haben dennoch ihr angedachtes Weihnachtsgeschenk für die Fans nur teilweise umsetzen können.
Nun heißt es nach vorne schauen und auch Trainer Georgi Kimstatsch wünscht sich, dass die Bulls im kommenden Auswärtsspiel gegen die Icefighters Leipzig ihre vielen Torchancen endlich wieder in Zählbares umsetzen können und dieses Derby für Halle entscheiden können.

Torschützen:
1:0 Denis Fominych – 10.
1:1 Chad Niddery – 39.
2:1 Danny Albrecht – 45.
2:2 Kyle Decoste – 48.

3:2 Danny Albrecht – Penaltyschießen

Tore: 3:2 n.P. (1:0/0:1/1:1/0:0/1:0)

[RJ / FE]