Sachsen-Anhalt wird immer Älter: Durchschnittsalter im Jahr 2040 bei 56,91 Jahren, Halle bleibt mit 40,34 Jahren die jüngste Stadt im Land

Die 8. Regionalisierte Bevölkerungsprognose für Sachsen-Anhalt zeigt: der Anteil der Menschen im Rentenalter (67 Jahre und älter) wird in den  kommenden Jahren deutlich zunehmen. Während die Gesamtbevölkerung des Landes von 2022 bis 2040 voraussichtlich um rund 15 % sinkt, steigt die Zahl der über 67-Jährigen kontinuierlich von 531 900 im Basisjahr 2022 auf 561 100 Personen im Prognosejahr 2040 um 5,5 %. 

Die Altersgrenze für die Regelaltersrente wird bis 2031 schrittweise auf 67 Jahre angehoben und gilt dann für alle Personen ab dem Geburtsjahrgang 1964. Bis 2035 steigt die Zahl der Personen in dieser Altersgruppe beständig an. Prozentual erhöht sich der Anteil der 67-Jährigen und Älteren an der Gesamtbevölkerung von 24,7 % (2022) auf 30,4 % (2035). Anschließend wird laut Bevölkerungsprognose die Zahl der Personen im Rentenalter zwar wieder zurückgehen, aber der Anteil bleibt mit 30,7 % (2040) höher als derzeit. Welche Folge dies für die Alterstruktur in Sachsen-Anhalt hat, wird am sogenannten Altenquotienten deutlich. Dieser beschreibt, wie viele Personen im Rentenalter (67 Jahre und älter) auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter (20 bis unter 67 Jahre) kommen. Lag der Wert 2022 noch bei 42,21, könnte er laut Prognose bis 2040 auf 56,91 steigen. Das bedeutet: immer weniger Personen im erwerbsfähigen Alter müssen für immer mehr Personen im Ruhestand sorgen. 

Innerhalb des Landes zeigten sich hierbei jedoch graduelle Unterschiede: in ländlichen Regionen war der Anteil älterer Menschen häufig höher als in den Städten. Besonders die beiden Oberzentren, die Landeshauptstadt Magdeburg und die kreisfreie Stadt Halle (Saale), besaßen eine relativ junge Altersstruktur und dementsprechend auch einen im Vergleich zu den Landkreisen niedrigen Altenquotienten (Halle (Saale): 37,76 (2022); Magdeburg: 36,55 (2022)). Eine Ausnahme bildete die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau mit dem höchsten Altenquotienten (53,35) des Bundeslandes sowohl in Bezug auf die kreisfreien Städte als auch die Landkreise. 

Der höchste Altenquotient wird 2040 für den Altmarkkreis Salzwedel (69,83) prognostiziert, die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau wird dann voraussichtlich nur noch auf dem 8. Platz (61,65) liegen. Die Großstädte Magdeburg (43,46) und Halle (Saale) (40,34) werden voraussichtlich weiterhin die niedrigsten Altenquotienten im Land aufweisen.

Die Zahl der Hochbetagten mit 80 Jahren und älter wird von 195 600 Personen (2022) auf 217 200 Personen (2040) steigen. Dadurch wächst deren Anteil am Altenquotient. Kamen 2022 auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter 15,52 im Alter von 80 Jahren und älter, könnte der Wert 2040 auf 22,03 steigen.

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6 Antworten

  1. PaulusHallenser sagt:

    Wenn Sachsen-Anhalt kein Altenheim werden soll, muss jetzt die Zuwanderung massiv forciert werden. Passiert das nicht, gehen hier bald die Lichter aus. In Halle ist die Altersstruktur noch halbwegs erträglich, aber die Regionen um Halle sind auch jetzt schon völlig überaltert. Es besteht in Sachen Zuwanderung erheblicher Handlungsbedarf, Zuwanderungsprogramme für junge Menschen sind da die einzige Lösung.

    • ... sagt:

      Und schon schreit der Erste reflexartig nach Zuwanderung. Du bist doch politisch hoch gebildet. Kommt dir da nicht die Idee, andere Ressorts in die Pflicht zu nehmen und eine familienfreundliche Politik zu betreiben?

  2. Rookie_ sagt:

    Was folgt daraus? Ist dem Kämmerer der Stadt Halle bewusst, was da auf den Haushalt zurollt, wenn ca. 10-20 Prozent dieser Menschen pflegebedürftig werden (und Sozialhilfe in Anspruch nehmen werden, weil die Rente+Pflegegrad zu Finanzierung nicht ausreichen)?
    Welche Auswirkung wird es auf Wahlen haben, wenn die Abstimmungsberechtigten „Alten“ die größte Kohorte bilden?
    Was steht denn im Wahlprogramm der zur Wahl stehenden Parteien zu diesem Thema?
    Danke für den Artikel er hat mir wieder gezeigt, Wie „nah“ das Thema ist und das ich mich dringend damit auseinandersetzen sollte!

  3. Rarum sagt:

    Die jüngste Bevölkerung im Land, dann müsste die Stadt alleine durch die 15% Lohnsteuereinnahmen liquide und schuldenfrei sein. Wohin geht das Geld?

    • Keine Hobbyfinanzierung aus öffentlichen Mitteln sagt:

      Hab gerade wieder gelesen wo ein subkultureller Verein sich für die Unterstützung der Stadt bedankt. Immerhin. Von Opern- und HFC- Fans ließt man das selten. Allen gemein: Sie sollten keine Steuermittel erhalten.

  4. (beachte Kleinschreibung!) sagt:

    „Sachsen-Anhalt wird immer Älter:“

    Vor allem immer dümmer.

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