Sondervermögen nutzen: Fraktion Hauptsache Halle fordert konsequente Investitionen in Sport, Verkehr und Digitalisierung

In den kommenden Wochen wird der Maßnahmenplan der Stadtverwaltung „Investitionsprojekte der Stadt Halle (Saale) zur Umsetzung des Sondervermögens des Bundes Infrastruktur und Klimaneutralität“ in mehreren Ausschüssen des Stadtrates vorberaten. Nach und nach melden sich dazu auf die Stadtratsfraktionen zu Wort. Für Hauptsache Halle ist klar: Das Sondervermögen des Bundes bietet eine einmalige Möglichkeit, langjährig bekannte Defizite in Halle endlich konsequent anzugehen – diese Chance darf nicht verspielt werden.

Ein zentrales Anliegen der Fraktion ist die nachhaltige Modernisierung der Bildungseinrichtungen und Sportstätten. Andreas Wels, Vorsitzender der Fraktion, erklärt dazu: „Schon 2020 hat sich meine Fraktion mit Nachdruck für die Erneuerung der Sporthalle im Sportkomplex Robert-Koch-Straße eingesetzt. Diese auch vom Landesleistungszentrum Judo genutzte Trainingsstätte weist erhebliche Mängel auf. Wer es ernst meint mit Klimaneutralität und leistungsfähigen Sportbedingungen, muss hier investieren. Wenn im Maßnahmenplan Mittel aus dem Sondervermögen für die Sanierung vorgesehen werden, hat das unsere volle Unterstützung. Gleiches gilt für die geplanten Vorhaben in der Brandbergehalle. Damit stärken wir nicht nur einzelne Standorte, sondern festigen Halles Ruf als Sportstadt insgesamt. Die Modernisierung unserer Sportstätten gehört für mich ganz klar zu den politischen Top-Prioritäten.“

Deutlichen Handlungsbedarf sieht die Fraktion Hauptsache Halle auch bei der Verkehrsinfrastruktur. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Andreas Schachtschneider betont: „Seit Jahren wird in Halle auf Verschleiß gefahren. Für den Erhalt und die Sanierung unserer Straßen fehlten schlicht die Mittel – mit teils katastrophalen Folgen. Der Zustand vieler Straßen ist untragbar. Die täglichen Beschwerden der Verkehrsteilnehmer sind mehr als berechtigt. Das Sondervermögen ermöglicht es nun endlich, den massiven Sanierungsstau spürbar abzubauen. Das sind keine Luxusprojekte, sondern zwingend notwendige Investitionen in die Zukunft unserer Heimatstadt. Völlig unverständlich ist jedoch, dass der seit Jahren diskutierte dritte Saaleübergang nicht Bestandteil der Vorlage ist. Ohne diese Maßnahme steuert Halle sehenden Auges auf einen Verkehrsinfarkt zu. Hier braucht es endlich politischen Mut und eine klare zeitliche Perspektive.“

Rückenwind gibt es von der Fraktion für die geplanten Digitalisierungsmaßnahmen. Mario Kerzel, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Hauptsache Halle, erklärt: „Wer Verwaltung effizienter, moderner und bürgerfreundlicher machen will, kommt an der Digitalisierung nicht vorbei. Die Einführung der eAkte ist dabei ein zentraler Baustein. Sie schafft Einsparpotenziale, beschleunigt Abläufe und entlastet die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung spürbar. Das ist ein echter Zukunftsinvest – hier erwarten wir ein klares Bekenntnis des Stadtrates.“

Abschließend macht Andreas Wels die Haltung der Fraktion noch einmal deutlich: „Der Maßnahmenplan enthält wichtige Ansätze, reicht an entscheidenden Stellen aber noch nicht weit genug. Wir werden die Vorlage engagiert, sachlich und ohne ideologische Grabenkämpfe begleiten. Unser Anspruch ist es, gemeinsam mit anderen Fraktionen die besten Lösungen für Halle zu erarbeiten. Nicht Parteitaktik, sondern der konkrete Nutzen für unsere Stadt muss im Mittelpunkt stehen.“

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23 Antworten

  1. Schotterpiste sagt:

    Das ist kein Sondervermögen, wir sprechen von neuen Schulden! Wenn ich als Privatperson meine ganze Kohle, die mir zur Verfügung steht, verprasse und meinen Besitz verwahrlosen lasse, gehe ich also zur Bank und habe dann „Sondervermögen“? Wer an so etwas glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen.

  2. Prioritäten setzen sagt:

    Also im Großen und Ganzen hat er Recht, das Geld darf nicht mit der Gießkanne verteilt werden und erst recht nicht an den, der am lautesten schreit. Dass es hier einen Konsens geben wird, glaube ich allerdings nicht, zu verschieden sind die einzelnen Interessen.
    Z.B. sind Investitionen in Bildung, Digitalisierung oder Verkehr wichtig und richtig, dagegen müssen Sport, Kultur und andere „Hobbys“ zurückstehen. Dass Herr Wels das nicht so sieht, ist allerdings verständlich, ist ja sein Gebiet. Aber von dem Ruf als „Sportstadt“ kann sich Halle nix kaufen und es wird keine Schule und keine Straße saniert.

    • Keine Hobbyfinanzierung aus öffentlichen Mitteln sagt:

      So ist es. Nur weil Wels Sportler ist, dieses bessere Hobby mit reinzunehmen, das ist peinlich. Bildung und Straßen ( inkl. Rad- und Fußwege!) sind in Halle am Drinendsten. Der Rest ist Hobby. Ohnehin sind die meisten Sportstätten in besserem Zustand und neuer als Schulen und Straßen, die aber ungleich wichtiger sind!

  3. : sagt:

    Wieder das alte Denken. Geld ausgeben, um das alte System zu konservieren. Nachhaltige Mobilität? Fehlanzeige. Stattdessen wird der Autoverkehr weiter priorisiert – genau die Logik, die uns in den Investitionsstau manövriert hat. Und dann noch eine neue Brücke als vermeintliche Lösung. Mehr Straßen bedeuten mehr Autos, nicht mehr Mobilität.So verschiebt man die Probleme von heute einfach in die Zukunft. Auto, Auto über alles bis zum Untergang!

    • : : sagt:

      Kauf dir wieder Fahrräder und fahre im Verkehrsgarten. Da braucht man keinen FS!

    • Henk sagt:

      Korrekt – das Auto in der Innenstadt ist notwendig. Sperrt man die Autofahrer aus – wie in der Stadt – dann gehen alle Läden pleite und die Autofahrer fahren lieber nach Leipzig oder Erfurt.

      • Honk sagt:

        Läden gehen Pleite weil die Konkurrenz durch Amazon und Co. einfach zu hoch ist.
        Autofreie Zonen machen die Ort lebenswerter, Menschen halten sich gerne dort auf- davon haben Geschäfte auch etwas.
        Falls manche Bewohner des Saalekreises gern von der eigenen Garage bis zu einem drive-in Shoppingcenter fahren würden, sollte dies nicht das Problem der Einwohner Halles sein.

    • Netter Onkel mit Couch sagt:

      Wenn es nach dir geht, wäre der Staatsbankrott in sechs Monaten erreicht. Dafür hätten wir aber beheizte Fahrradbrücken und Fahrradparkhäuser mit Goldleisten

      • HOnk sagt:

        Die Infrastruktur für Fahrräder in dieser Stadt hat nichts mit Goldleisten zu tun, sie ist nämlich grottig. Über 80% des Budgets werden für Autos ausgegeben- vollkommen unpassend, wenn dann würde uns dies in den Bankrott führen.

        • Henk sagt:

          Genau, drum fährt man auch besser Auto.

          • : sagt:

            Wenn alle aufs Auto setzen, steigt der Verkehr, die Staus nehmen zu und die Stadt reagiert mit noch mehr Straßenbau. Das ist ein teurer Kreislauf ohne Ausweg, weil der verfügbare Raum nun mal begrenzt ist. Typisch dieses Denken von der Windschutzscheibe bis zum Lenkrad

  4. Henk sagt:

    Sport ist ein individuelles Hobby, das bitte jeder selbst bezahlen soll. Warum soll man dafür Schulden machen und Geld der Bürger (i.e. Steuern) verschwenden?

  5. Spocht, Spocht und nochmals Spocht ... sagt:

    Unglaublich, der Haufen will immer noch mehr Kohle für seine Hobbies herausschlagen! Man kann es ja kaum noch hören: Blabla .. Spocht … blablabla … Digitalis überall … Spochthalle …. Spocht hier, Spocht da. Am Ende kriegen die garnichts!

    Seit Sabine, Manu & BW da weg sind, kriegen die drei mandatierten Fraktions-Hanseln da nix mehr auf die Reihe. Ja, nichtmal in den Ausschüssen sind die noch vertreten. Die wenigen Sitze haben sie sich auch abjagen lassen. Statt politisch zu punkten, kommen sie immer wieder zu ihrem Hobbies zurück: Wichtigmachen und Verbildeter Digitalis-Spocht!

    Ansonsten läuft nix mehr rund. Die gescheiterten Hauptsächler sollten den Fraktionsladen dichtmachen und zur VOLT/Mitbürger-Fraktion gehen – die nehmen in ihrer geistigen Not auch jeden!

    Naja: Spocht frei!

    • Clown sagt:

      Der ganze Verein , in dieser Konstellation, ist für mich überflüssig.
      Aber ich amüsiere mich auch über das Einbringen von grotesken Vorschlägen ( z.B.Kopfsteinpflaster). Das ist was für das Zwerchfell.

  6. Rentner sagt:

    Die beste Investition in Sport und Verkehr sind ordentliche Laufschuhe! Und dann los!
    Und zum Kraft-Training Rikscha-Ziehen!

  7. 10010110 sagt:

    Völlig unverständlich ist jedoch, dass der seit Jahren diskutierte dritte Saaleübergang nicht Bestandteil der Vorlage ist.

    Der Zustand der bestehenden Infrastruktur ist für diese Hallodris unzureichend, aber sie fordern gleich noch mehr Infrastruktur, die zusätzliche Instandhaltungskosten verursacht. So blöde muss man erstmal sein. 🤦‍♀️

    Ohne diese Maßnahme steuert Halle sehenden Auges auf einen Verkehrsinfarkt zu.

    Das wird schon seit 40 Jahren behauptet, und es ist immernoch nicht eingetreten, genau wie der Weltuntergang. 🙄 Und um einem „Verkehrsinfarkt“ entgegenzuwirken, wäre die Lösung, den ÖPNV besser auszubauen, damit diesen mehr Leute nutzen und nicht sinnlos mit ihren Autos die Straßen verstopfen.

    • nulli, aufNwort! sagt:

      Und um einem „Verkehrsinfarkt“ entgegenzuwirken, wäre die Lösung, den ÖPNV besser auszubauen

      Genau. Es würde schon viel helfen, Autoverkehr von den Schienen fernzuhalten. Wie? Richtig, zum Beispiel ein dritter Saaleübergang. Auch dürften weniger belastete Brücken länger halten.

      Oder endlich mal an der Kreuzung Burgstraße/Fährstraße/Seebener großräuming abreißen. Aber soweit bist du wohl noch nicht. „Tradition“ Leerstand ist dir ja wichtiger. 🙄

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