SPD-Politiker Julius Neumann: „Schei**e“ – Kauflands Auszug aus dem Südstadt Center ist Katastrophe – Eigentümer muss sich erklären

Am Donnerstag hat Kaufland erklärt, dass es keine Zukunft mehr im Südstadt-Center in Halle (Saale) sieht und die Filiale deshalb schließt. „‘Sch***e‘ – dieser Fluch schießt vielen von uns in den Kopf, wenn es um den Auszug Kauflands aus dem Südstadt Center geht. Damit ist die befürchtete Katastrophe eingetreten“, äußert sich Landtagskandidat Julius Neumann. „Sollte der Eigentümer den Brandschutz wiederherstellen, bleibt ein Ankermieter für das Center entscheidend. Dieser fehlt nun“, erklärt der SPD-Politiker Julius Neumann.

Kaufland hatte insbesondere das fehlende Vertrauen in den Eigentümer als Grund für den Auszug genannt. „Im Grundgesetz steht: ‚Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.‘ Der Eigentümer muss sich daher erklären. Was ist sein Plan? Behebt er die Brandschutzmängel? Wie geht es dann weiter?“, verdeutlicht Neumann die Verantwortung des Eigentümers. „Dutzende Jobs hängen am Center. Zahllose ältere Menschen können aus körperlichen Gründen nicht beliebig oft in die Innenstadt fahren. Zehntausende Menschen haben ein Recht darauf, zu erfahren, ob es mit ihrem zentralen Treffpunkt weitergeht.“

Das Center bleibt laut offiziellem städtischen Zentrenkonzept Stadtteilzentrum des Südens. Das Alternativszenario wäre ein verfallendes Center. „Ein Lost Place dieser Lage und Größe muss für uns als Stadtgemeinschaft ein No-Go sein. Am Ende drohen hier hohe Sicherungskosten für die Allgemeinheit“, zieht Neumann einen Vergleich zum leerstehenden Hochhaus in der Silbertalerstraße. Dort hatte es in der Vergangenheit mehrfach gebrannt, was Feuerwehrleute gefährdete und Sicherungskosten für die Stadt verursachte.

Der heutige Tag ist ein schwerer Schlag für den Stadtteil und die Bemühungen der Anwohner, Gewerbetreibenden und Stadtverwaltung in den letzten Wochen. Neumann: „Die Frage nach guter Lebens- und Versorgungsqualität im Süden müssen wir in den kommenden Wochen noch lauter stellen!“

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28 Antworten

  1. Mission accomplished, Mr. President ..... eyyyy ... Mr. Neumann! sagt:

    Gratulation! In der Dezembersitzung des Stadtrates haben Deine MitkämpferInnen die Verwaltung auf das Brandschutzthema regelrecht draufgehetzt. Legendär die Aussage des Beigeordneten Rebenstorf; „… jetzt reden wir über eine Nutzungsuntersagung. Zwei bewegte Monate später ist das EKZ nun endgültig im Eimer!

    Klasse! Das ging aber schnell! Saubere Kriegsführung! Das hast Du richtig gut gemacht, Julius! Im anstehenden Südstadt-Silberhöhen-Wahlkampfgetöse zur Landtagswahl hat die AfD nun richtig gute Munition gegen Dich. Vorher hatte sie die nicht! Also ein Doppel-Supi-Daumen-hoch! Auch das muss man erstmal schaffen!

    Mission accomplished, Mr. President … sorry … Mr. Neumann!

    • Sie glauben mir sicherlich, dass ich Nutzungsuntersagung und Auszug Kauflands dramatisch finde. Zugleich müssen wir auch differenzieren: Wäre es Ihnen lieber, ein offenbar lebensgefährliches und dafür geöffnetes Center zu haben? Hinzu kommt, dass Probleme bereits vorher bekannt und immer wieder Thema waren. Ich bin gerne für jede konstruktive, konkrete Kritik offen. Sie erreichen mich auf allen Kanälen. Aber ein Center mit Gefahr für Leib und Leben offenzuhalten, ist keine Alternative – da sind wir uns sicher einig. Fakt ist: der Eigentümer bleibt in der Pflicht.

    • Kein SPD-Wähler sagt:

      Wenn diese Aktion einen Wähler ermuntert, die AfD zu wählen, dann ist dem Wähler nicht zu helfen. Was hat diese Kasper-Partei bisher für die Bürger der Stadt getan? Welche Munition kann sie denn gegen Neumann auffahren? Also ehrliche Argumente. Keine? Richtig!

    • JeanPütz sagt:

      Bist du dumm?
      Es gibt gesetzliche Regelungen für den Brandschutz. Diese wurden vom Eigentümer nicht eingehalten, es interessierte ihn einfach nicht. Wenn etwas passiert wäre, Menschen ums Leben gekommen wären und herraus kommt, dass die Stadt davon wusste, was wäre denn dann passiert?
      Und jetzt zu fabulieren, dass es der AfD in die Karten spielt ist erbärmlich. Wer aufgrund dessen die Neo Faschisten wählt, ist nicht mehr eh nicht mehr Zurechnungsfähig. Lösungen für wirkliche Probleme haben die doch eh nicht. Vielleicht hätten sie ein paar syrische Familien abgeschoben, aber an der Situation des Brandschutzes hätte das nicht geändert. Fehlt nur noch der Paulusdepp, der wie in einem anderen Thema dem Mieter natürlich keine Schuld gibt stattdessen den „asozialen“ Mietern die Schuld gibt. Leute … macht mal nen Realitätscheck

  2. Julis sagt:

    Hat der Julius Troll ja gut hinbekommen, vielen Dank, du hast gerade einen ganzen Stadtteil mich deinem Unsinn kaputt gemacht, danke danke danke 💋

    • Würden Sie ein Center, in dem Menschen nicht sicher sind, geöffnet halten?
      Mich macht der heutige Tag auch unglücklich. Die Frage ist jedoch, was sind die Ursachen für Nutzungsuntersagung und Auszug Kauflands. Der Eigentümer muss jetzt sagen, wie es weitergeht.

  3. Nicole sagt:

    Wenn Kaufland keine Lust mehr hat ist es auch zu verstehen. Hoffe die Mitarbeiter haben zukünftig Platz in anderen Häusern der Gruppe.
    Zieht endlich einen endgültigen Schlussstrich und stellt euch der Realität. Da entsteht eine neue Ruine ohne wenn und aber…

  4. Schlimm sagt:

    Das ist eine Katastrophe.
    Es geht ja nicht nur um Kaufland, dort waren Ärzte, ein Zahnarzt, eine Logopädie, eine Physiotherapie, Einzelhandel…
    Die Stadtpolitik, die Stadt Halle und ihre Vertreter, die sonst bei jedem Kulturverein mit drei Leuten in Tränen ausbrechen, wenn die Subventionen nicht so fließen, hat für ein Stadtteilzentrum für 35.000 Bürger null Engagement gezeigt und gar nichts zu einer Lösung beigetragen. Im Gegenteil.
    Das ist schon sehr armselig.

    • Mit der Katastrophe haben Sie Recht. Das Anliegen eines Stadtteilzentrums und guter Versorgung ist nun umso dringlicher. Die Verwaltung hat sich nach meinen Eindrücken in den vergangenen Wochen intensiv eingebracht, was gut war. Nun ist es wichtig, die Bürger weiter transparent zu informieren. Und der Eigentümer muss sich äußern.

  5. On + On sagt:

    Unser Julius hat durch seinen Alarmismus diese Situation erst heraufbeschworen. Nur weil nicht alle radikal hohen Hürde des gesetzlichen Brandschutzes erfüllt werden, heißt es nicht, dass ernsthaft Leben in Gefahr war. Dieser Alarmismus von Julius dient ausschließlich seinem persönlichen Zweck der Selbstdarstellung und Selbstvermarktung. Die Leidtragenden sind die Menschen in der Südstadt, die jetzt keinen zentralen Treff- und Versorgungspunkt mehr haben.

    Ein kluger Politiker agiert im Hintergrund, versucht die Verantwortlichen an einen Tisch zu bekommen und hilft im Hintergrund Lösungen zu finden und zu organisieren, um ungesetzliche Zustände aber auch wirtschaftliche Probleme (oftmals bedingt das eine das andere) als Einheit anzugehen und aufzulösen. Hirnlos und unentwegt öffentlichen Druck aufzubauen, hat die Nutzungsuntersagung regelrecht heraufbeschworen.

    Es ist im Grunde die Methode Trump, die unser Julius hier gefahren hat – laut auf den Tisch hauen, jeden Tag sein Gesülze seiern, aber so funktioniert nun mal nicht die praktische Realpolitik sondern nur das „Arbeiten an Lösungen im Hintergrund“ (Angela Merkel).

    • OnOff sagt:

      Du hättest doch sofort und am lautesten gejault, wenn da was passiert und der Mißstand des Brandschutzes aufgedeckt wäre. Du hättest sofort nach einem Verantwortlichen und dessen Entlassung geschrien. Bist du verwandt mit dem Paulusheuchler? Zumindest im Geiste? Gibst ebensolchen Blödsinn von dir. Lösungen? Fehlanzeige.

    • Auch unter dem anderen dbh-Artikel heute schrieb ich bereits, dass ich für konstruktive, konkrete Kritik gerne offen bin. Aber mich der „Methode Trump“ zu bezichtigen geht zu weit. Würde es um „radikal hohe Hürden“ des Brandschutzes gehen, hätte die Verwaltung hier Augenmaß walten lassen. Die tatsächlichen Mängel sind nach den Berichten so groß, dass wir hier von Lebensgefahr im Falle eines Brandes sprechen müssen. Da gibt es kein Wenn und Aber, ob solch ein Gebäude ohne Verbesserungen offen bleiben kann. „Lösungen im Hintergrund“ kann man im Übrigen dann besonders gut erarbeiten, wenn relevante Akteure wie ein Gebäudeeigentümer mit am Tisch sitzen. Dieser war noch vor Weihnachten für die Stadt auf keinem Wege erreichbar. Schauen Sie sich gerne ähnliche Fälle in Deutschland an: leider scheint es beim Südstadt Center nicht zum ersten Mal zu passieren, dass erst auf behördlichen Zwang hin an Mängeln gearbeitet wird. Schreiben Sie mir gerne und wir diskutieren die Details – sachlich.

    • Honk+Honk sagt:

      Du quatscht nur Opern. Merkste das nicht selber?

  6. wer sonst sagt:

    ein Symbolbild und Menetekel unserer Zeitepoche. Fassade zerbricht unter seiner eigenen (siehe Titelzitat).

  7. Detlef sagt:

    Und wieder ein Gebäude was dann über Jahre hinweg leer steht.

  8. Südstadt sagt:

    Warmer Abriss oder ein Lost Place. So sieht Julius Neumann mal, dass man sich vieles wünschen kann, aber eben nicht alles in Erfüllung geht. So ist es in der kleinen Politik und auch in der grossen Politik, die er ja wohl anstrebt. Also das wahre Leben.

  9. Nachhilfe für SPD-Mitglieder sagt:

    In einer freien Marktwirtschaft muss sich niemand erklären. Auch die METRO musste sich nicht erklären. Wer sich in seinen Rechten verletzt fühlt, kann dagegen klagen. Viel Erfolg!

  10. Black Jack sagt:

    Ich könnte mir nach dem Auszug ein Spielcasino vorstellen. Das wäre cool!

  11. A.W. sagt:

    Warum gibt man diesem Möchtegern-Politiker hier immer noch eine Bühne? Ich kann nur hoffen, dass er bei der nächsten Wahl die Quittung bekommt.

  12. Leser sagt:

    Irgendwann wird der SPD so richtig dämmern, dass die ganze Aktion ein ganz tiefer Griff in´s Klo war. Die Wahl kann man bereits jetzt abschreiben.

  13. ups sagt:

    aber wir haben einen agilen Bürgermeister, der kann sich ja kümmern, retten wollte der doch auch mal sehr viel in Halle und von vielen Beziehungen hat er vor der Wahl gesprochen

  14. Bebler sagt:

    Brandschutz ist und bleibt wichtig
    Da kann mensch keine Abstriche machen. Wer verantwortet das sonst im Brandfall.
    Eine Lösung für das Gebäude wird sicher kommen. Aber eher nicht unter den derzeitigen Eigentümern. Die Stadt hat da relativ wenig Handhabe, agiert aber, wie oben empfohlen (!) im Hintergrund.

  15. Liones72 sagt:

    Die Verwaltung und der OB haben sich schon raus gehalten, bis nichts mehr zu halten war. Das aber jemand angeblich die Situation heraufbeschwört hat, ist ja Quatsch, in dem Moment wo die Kids ständig im Parkhaus rumfackeln kommt wohl auch die langsamste Verwaltung zur „Gefahr im Vollzug“ Erkenntnis. Ich hatte ja gehofft das das Bernauer Modell hier auch greift, im dortigen EZ hat die (selbe) Vermieterin nach der Sperrung sofort diverse Handwerker in Bewegung gesetzt. Da hat es übrigens auch mehrfach gebrannt. Die Eigentümerin ist offensichtlich inzwischen nicht mehr handlungsfähig.

  16. ... sagt:

    „Der Eigentümer muss sich daher erklären.“ Hallo? Der Eigentümer MUSS GAR NICHTS! Keiner kann ihn zu irgendetwas zwingen. Das wird wohl sein Ziel gewesen sein. Die Schließung war abzusehen, da kann man noch so viel trommeln.

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