Sicherheitsbedenken: Sperrung der Saalebrücke zwischen Ammendorf und Schkopau – keine durchgehenden Straßenbahnen nach Bad Dürrenberg

Die Saalestrombrücke zwischen Halle-Ammendorf und Schkopau muss nach Angaben der Halleschen Verkehrs AG (HAVAG) aus Sicherheitsgründen vorsorglich gesperrt werden.

Regelmäßige gutachterliche Prüfungen haben ergeben, dass das bestehenden Brückenbauwerk nicht mehr den Sicherheitsanforderungen für einen zuverlässigen und sicheren Straßenbahnbetrieb erfüllt. Die vorzeitige Sperrung ist eine vorsorgliche Entscheidung der HAVAG, die dem Schutz der Fahrgäste und der Mitarbeitenden des Unternehmens dient. Die HAVAG handelt hier im Sinne der Verkehrs- und Betriebssicherheit.

Deshalb kommt es ab sofort bis auf Weiteres zu Anpassungen im Linienverkehr zwischen Halle-Ammendorf und der Haltestelle Schkopau, Am Schloss:

Straßenbahnlinie 5 (Tagesverkehr): wird unterbrochen und fährt nur zwischen Kröllwitz ↔ Ammendorf und im Bereich zwischen Bad Dürrenberg, Markt ↔ Schkopau, Buna Werke

Straßenbahnlinie 95 (Spätverkehr): fährt nur zwischen Trotha ↔ Ammendorf

Zwischen Ammendorf ↔ Am Schloss, Schkopau wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Dieser fährt im gleichen Takt wie die Straßenbahn: Montag bis Freitag: alle 30 Minuten, Samstag, Sonntag & Feiertage: alle 60 Minuten

  • Ziele auf den Anzeigen der Straßenbahnen bleiben wie gewohnt:
    „5 Bad Dürrenberg, Markt“ bzw. „95 Bad Dürrenberg, Markt“.
  • Der Umstieg von der Straßenbahn zur SEV-Buslinie erfolgt an der Haltestelle Ammendorf (Steig D).
  • Die Haltestelle Kollenbeyer Weg entfällt ersatzlos.
  • Die Haltestelle Korbethaer Straße erhält zwei Ersatzhaltestellen:
    – Richtung Am Schloss/Bad Dürrenberg: an der L171 (über Fußgängerbrücke erreichbar)
    – zweite Ersatzhaltestelle parallel zur bisherigen Haltestelle (Steig B)
  • neue Ersatzhaltestelle Dörstewitzer Straße (Schkopau) als Ersatz für Haltestelle „Buna-Werke“ (Richtung Halle)

Umsteigemöglichkeiten:

  • Fahrgäste aus Bad Dürrenberg/Merseburg → Halle: Umstieg Haltestelle Am Schloss
  • Fahrgäste aus Halle → Bad Dürrenberg/Merseburg: Umstieg Haltestelle Ammendorf (Steig D)
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41 Kommentare

  1. Talec sagt:

    Die Brücke im Bild ist übrigens die Elsterstrombrücke. Die Saalestrombrücke ist bei Schkopau.

  2. Darfdochwohlnichtwahrsein sagt:

    Na das passt ja ins Gesamtbild, das sich derzeit mehr und mehr abzeichnet. Die Stadt Halle ist am Ende und es braucht wirklich eine Zwangsverwaltung für die Stadt. Anstatt irgendwelchen Multikulti und anderen Firlefanz zu fördern, muss man die Infrastruktur auf Vordermann bringen. Jahrelanges herumkaspern des Stadtrates wegen Firlefanzfördertrögen rächt sich eben und nun schneller als gedacht. Nur Herr Dr. Vogt (OB) hat den Mut gehabt und der Einwohnerschaft die Wahrheit gesagt, da hat die SPD diesen noch verspottet, er solle einen BWL-Lehrgang machen.

    • Leona sagt:

      Das hätte man alles vermeiden können. Das mit der Zwangsverwaltung, da haben Sie komplett recht.

    • Otto sagt:

      Es passt ins Gesamtbild daß es sich in ganz Deutschland abzeichnet. Dringend benötigtes Geld wird lieber für dubiose Projekte in die ganze Welt geschmissen und hier fehlt es vorne und hinten. Statt dass der Bundestag hier beschließt zu kürzen werden Diskussionen laut, wir sollen länger arbeiten, Leistungen extra bezahlen oder es sollen neue Steuern eingeführt oder die jetzigen erhöht werden. Hier muss man deutlich sagen, egal welche politische Meinung man vertritt, aber hier sollte es allen klar sein dass es so nicht gehen kann.

    • Nachgefragt sagt:

      Ist neben „hart arbeitender Steuerzahler“ und „Steuergeld“ nun der Begriff „Firlefanz“ das hallesche Wort des Jahres? welchen Multikulti hat übrigens die Stadt gefördert?

    • eseppelt sagt:

      die Brücken liegen aber auf dem Gebiet des Saalekreises. Und nun?

    • Frager sagt:

      Die Frage ist doch, wieso muss denn die Havag als Städtischer Verkehrsbetrieb überhaupt nach Bad Dürrenberg ( Saalekreis ) fahren? Diese Strecke kann sich doch keinesfalls auch nur ansatzweise rechnen.

      • 10010110 sagt:

        Auch in Halle rechnen sich keine Strecken, wie man anhand der notwendigen Zuschüsse für die HAVAG sehen kann. ÖPNV muss sich nicht betriebswirtschaftlich rechnen, er muss primär einen Nutzen für die Menschen bieten – und das tut die Strecke nach Bad Dürrenberg.

    • Talec sagt:

      So ein Quatsch. Die Autobrücken wurden dort in den letzten Jahren alle ausgetauscht (genauer gesagt neun von zehn Brücken der B91 zwischen Halle und Schkopau) und dass die Straßenbahn als nächstes dran ist, ist schon länger bekannt. Wenn man das alles gleichzeitig gemacht hätte, wäre das Chaos noch größer gewesen. Das hat mit „Multikulti und anderem Firlefanz“ nichts zu tun. Wenn die Stadt Brücken austauscht (wie am Rennbahnkreuz oder bei der Elisabethbrücke) wird gemeckert und wenn zur Sicherheit eine Brücke gesperrt wird? Dann auch. Halle hat nun mal sehr viele Brücken, die vor 50 Jahren entstanden sind und jetzt am Kipppunkt sind.

    • Ich bin's sagt:

      Bitte nicht! Wer BWL studierte glaubt doch danach, dass Geld sich auf wundersame Weise von selbst vermehrt!

  3. Abseits sagt:

    Wie kann das sein, dass bei „Regelmäßige gutachterliche Prüfungen“ eine Vollsperrung die Konsequenz ist und nicht regelmäßig eine Wartung und ggf. eine Reparatur veranlasst wurde. Wieso wird nur auf Sperrung und Ersatzverkehr verwiesen und nicht auf die Herstellung der regulären Straßenbahnlinie?
    Eine unliebsame traditionsreiche Strecke scheint auf lange Zeit verloren sein.

    • Delphinschwimmlehrer sagt:

      Auch Schaltjahre sind regelmäßig 🙂

    • Jojo sagt:

      Wie kann das sein? Ganz einfach Spannungsrisskorrosion. Die einbetonierten Litzen lassen sich auch nicht einfach sanieren. Da kann man nur abwarten/beobachten/prüfen und eventuell schon nebenbei neu planen. Wenn es dann aber zu „heiß“ wird muss halt gehandelt werden.

    • 10010110 sagt:

      Die Elisabethbrücke wurde letztendlich auch komplett ersetzt. Und die Carolabrücke in Dresden ist eingestürzt. Die Saalebrücke ist vom gleichen Bautyp, habe ich mir sagen lassen. Also lieber sperren und ersetzen als Flickschusterei betreiben.

  4. Hallenser sagt:

    Die neuen,,Tina,, Straßenbahnen sind wohl zu schwer für die Infrastruktur unserer Stadt
    ?

  5. So ein Wahnsinn aber auch sagt:

    Na bei den neuen, riesigen Sondervermögen wird doch die Wiederherstellung ein Klacks werden. Für Fahrradwege im Nirgendwo, Kampf gegen Windmühlen und goldene Klo’s reicht’s doch auch.

  6. Bürger sagt:

    War da nicht schon sowieso ein Begegnungsverbot?

  7. Kraftradler sagt:

    Der lange Schatten der Carolabrücke.

    Das große Projekt für das nächste Jahrzehnt.

  8. Onkel sagt:

    es war mal die Rede von die große tina ist zu schwer für diese Brücke…. wurde doch die testfahrt damals abgebrochen…aber pssst…..

    • Waaaas? sagt:

      Die TINA war das also? Dachte ich’s doch! Rumpel-TINA macht alles kaputt! Warum haben wir die denn gekauft? Mit den Geldern hätte man soviel sanieren können. Z.B. das Stadthaus oder … das R78!

    • Bürger sagt:

      Mit der langen Tina wird man wohl kaum die Linie 5 bedienen wollen.

    • Browgas sagt:

      Alle Brücken sind früher oder später fällig und ob von rund 100 Straßenbahnen sind aktuell ACHT!! TINA Modelle und das dürfte kaum eine Rolle spielen da man bei entsprechender Streckenplanung diese nicht als Linie nach Bad Dürrenberg einsetzen muss.

      Aber lass mich raten: alte, schlecht klimatisierte und stinkende Straßenbahnen sind dir lieber?

    • Strabafahrer Klaus sagt:

      Um rauszufinden, dass die Tinas zu schwer sind, muss man keine Testfahrt abbrechen. Es galt bereits ein Nachfahrverbot für die alten Bahnen. Nach erneuter Brückenprüfung wurde zudem ein Begegnungsverbot und eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 km/h angeordnet und es durften nicht mal mehr MGT-K-Fahrzeuge in Doppeltraktion drüberfahren. Das Gewicht der Tinas ist den Verantwortlichen ja bekannt, also war das Befahren der Brücke mit TINAs von vorn herein nicht zulässig. Die ersten Testfahrten wurden immer nur bis zum Gleiswechsel am Kollenbeyer Weg durchgeführt.

  9. Ammendorf sagt:

    Mir erscheint es, als hätten alle wichtigen Teilhaber hier gute Arbeit geleistet um eine Gefährdung auszuschließen, einen Schienenersatzverkehr zu gewährleisten und die marode Arbeitsbasis sowie die allozierten Mittel bestmöglich zu nutzen.

    Ist nichmal hohe Kunst, Dinge differenziert zu betrachten; verstehen die Schwätzer dieser Plattform hier nur wieder nicht.

    Hochachtung.

  10. Bürger sagt:

    Wie bindet man dann eigentlich die Fahrzeuge aus dem südlichen Inselbetrieb an die Werkstatt an? Darf man die Brücke dann ohne Fahrgäste befahren?

    • Strabafahrer Klaus sagt:

      Ich vermute mal, es wird eine provisorische Werkstatt im Betriebshof Merseburg eingerichtet. Die meisten Reparaturen sind eh nur kleinere Fälle. Und die Werkstatt hat solche kleinen, ferngesteuerten Rangierfahrzeuge (wie hier im Video zu sehen: https://youtu.be/oBoKtToJiQ4), also wenn es wirklich was ernstes ist, wofür eine Bahn nach Halle muss, könnten sie die damit über die Brücke schleppen. Und wenn das nicht geht, muss halt ein Tieflader her.

      • Bürger sagt:

        Danke. Scheint ja eine mehrjährige Geschichte zu werden, wenn in der MZ schon von Ersatzneubau gesprochen wird. Oder das Todesurteil für die „5“, würden wohl einige nicht bedauern.

  11. Zuckertüte sagt:

    Fakt ist, man hat mit den neuen Tina Bahnen die Brücke in Rekordzeit zu Schrott gefahren. Und das wird nicht die letzte sein…

  12. Henk sagt:

    Wäre die Sperrung auch erfolgt, wenn nur die bisherigen Wägen fahren würden? ist TINA zu schwer?

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