Startschuss für Ausbildungsvergütung in der Pflegehilfeausbildung in Sachsen-Anhalt: 620 Euro im Monat

Ab 1. August 2023 wird die Ausbildung von Pflegehelferinnen und Pflegehelfern aus Landesmitteln vergütet. Das Gesetz zur Einführung einer Ausbildungsvergütung in der Pflegehilfeausbildung ist am Freitag vom Magdeburger Landtag beschlossen worden. Sozialministerin Petra Grimm-Benne sprach von einem sehr wichtigen Baustein, um die Attraktivität dieser Ausbildungsberufe für junge Menschen in Sachsen-Anhalt zu erhöhen. Im Landeshaushalt werden für diese Ausbildungsvergütung in diesem Jahr rund 2,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Für 2023 wurde die Mindestausbildungsvergütung auf 620 Euro brutto monatlich festgelegt und ab dem Ausbildungsjahr 2024 mit 650 Euro kalkuliert.

Schülerinnen und Schüler, die ab 1. August eine Ausbildung als Pflegehelferin oder Pflegehelfer nach der Verordnung über berufsbildende Schulen beginnen, erhalten damit eine Ausbildungsvergütung. Mit dem jetzt beschlossenen Gesetz sei der Weg frei für die Ausbildungsträger, entsprechende Ausbildungsverträge abzuschließen, sagte die Ministerin. Die Antragsformulare zur Finanzierung der Kosten der Ausbildungsvergütung sollen nach der Veröffentlichung im Gesetzgebungs- und Verordnungsblatt kurzfristig von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt bereitgestellt werden. Die Einrichtungen sollten auch noch nicht abgeschlossene Verträge zügig unterzeichnen, da mit der Beschlussfassung des Landtages die Anträge auch nach Inkrafttreten des Gesetzes gestellt werden können.

Die Finanzierung der Schulgeldfreiheit in der Ausbildung der Altenpflegehilfe und der Altenpflege wird bereits seit 2019 durch das Sozialministerium übernommen.

Ausführliche Informationen finden Sie auf folgender Internetseite: https://lsaurl.de/Ausbildungsverguetung

Heute wurde die Ausbildungsvergütung in der Pflegehilfe im Landtag beschlossen. Dazu betont Nicole Anger für die Fraktion DIE LINKE:

„Lange haben die Azubis in der Pflegehilfe auf ihre Ausbildungsvergütung gewartet, die ihnen schon im letzten Jahr versprochen wurde. Die Landesregierung hat es nicht geschafft, die Ausbildungsvergütung in der Pflegehilfe rechtzeitig in den Landtag einzubringen und zu verabschieden. Dabei ist politisches Handeln in der Gesundheitsversorgung in Sachsen-Anhalt dringend geboten.

Die zurückliegenden Auseinandersetzungen und Streiks im öffentlichen Dienst haben deutlich gemacht: Die Pflegekräfte und viele andere Beschäftigte im Gesundheitswesen sind überlastet und brauchen die Unterstützung aus der Politik, um bessere Arbeitsbedingungen zu bekommen. Es braucht ein bedarfsgerecht finanziertes Gesundheitssystem anstatt Profitmaximierung. Der Stress für die Beschäftigten nimmt zu. Darunter leiden die, um die es eigentlich geht: Die kranken und auch die älteren Menschen. In den letzten zehn Jahren fand eine Halbierung der Auszubildenden in der Pflegehilfe statt, was auf politische Fehlentscheidungen fußt.

Geld ist genug da, das zeigt auch die Einstellung der Ausbildungsprämie in der Pflegehilfe im Landeshaushalt. Einzig und allein die politische Umsetzung durch die Landesregierung ließ lange auf sich warten. DIE LINKE hat in den letzten Monaten dafür gekämpft, dass dieses politische Vorhaben nicht versandet. Heute wurde nun endlich die versprochene Ausbildungsvergütung im Landtag beschlossen und DIE LINKE wird weiter dran bleiben. Denn jetzt gilt es, diese Ausbildungsvergütung schnell an die angehenden Pflegehelfer:innen auszuzahlen.“

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Eine Antwort

  1. ZooBastler sagt:

    Ein ganz schönes Armutszeugnis das zu „feiern“, dass sind nicht mal 3,60 pro Stunde und das für so eine Ausbildung die sowohl körperlich wie auch psychisch extrem belastend sind.

    • HäuptlingGP sagt:

      Gesetzliche Mindestvergütung! 1€ weniger wäre schon strafbar!

    • Malte sagt:

      Es ist eine Ausbildungsvergütung, Lehrlingsentgelt, falls dir das noch was sagen sollte. Die jungs und Mädelz sind Auszubildende, keine angestellten Fachkräfte. Die haben früher in der Ausbildung noch Geld von Zuhaus mitbringen müssen, denn da gab es nix.

  2. JEB sagt:

    Vom Landtag EINSTIMMIG beschlossen.
    Also auch mit den Stimmen der AfD! Mit den Stimmen der AfD!!
    Darf man das da jetzt überhaupt umsetzen???

    • grüner sagt:

      Ja darf man, solange die Mehrheit nicht durch Stimmen der AfD gewonnen wurde.
      So spielt es nämlich keine Rolle wie die Spinner gestimmt haben.

    • Videostar sagt:

      Natürlich nicht. 🙄

      Was macht deine Jobsuche?

    • HäuptlingGP sagt:

      Erst denken, dann tippen. Oder hast Du das schon probiert und es klappt nicht?

  3. PaulusHallenser sagt:

    Das ist mit Abstand das Sinnvollste, was der sachsen-anhaltische Landtag in der letzten Zeit beschlossen hat. Pflegekräfte werden hier dringend gebraucht. Vielen Dank für diese wirklich sinnvolle Entscheidung.

    • HäuptlingGP sagt:

      Absolute Mindestvergütung die gesetzlich vorgeschrieben ist. Nur 1€ weniger und es wäre strafbar Jemanden dafür einzustellen. Ist das wirklich so super sinnvoll? Oder wäre ein paar € mehr nicht sinnvoller? Was wohl andere Bundesländer zahlen?

  4. Robert sagt:

    Hilfskräfte hat Deutschland ausreichend . Deutschland braucht Fachkräfte !
    Deutschland braucht auch keine KI, die die Fachkräfte ersetzen.

  5. Lauch sagt:

    Trotzdem absolut lachhaft wie wenig das ist. Klar, Azubis haben nicht dieselbe Verantwortung wie normale Mitarbeiter, aber arbeiten teilweise genau so hart, wenn nicht sogar härter.