Unsichtbar am Tag, sichtbar im Museum: Stadtmuseum Halle öffnet Ausstellung über Wohnungslose
Wohnungslose Menschen stehen nur selten im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Das ändert sich nun mit einer neuen Sonderausstellung im Stadtmuseum Halle. Vom 31. Januar bis 31. Mai 2026 widmet sich das Museum mit der Ausstellung „tagsüber bin ich woanders (hier bin ich nur nachts) – Wohnungslosigkeit und unsicheres Wohnen in Halle“ einem hochaktuellen Thema der halleschen Stadtgesellschaft.
Die Ausstellung ist das Ergebnis einer intensiven Kooperation zwischen dem Studiengang Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, der Evangelischen Stadtmission Halle e. V. und dem Stadtmuseum Halle. Ziel des Projekts ist es, Wohnungslosigkeit sichtbar zu machen, individuelle Lebensrealitäten zu zeigen und zugleich die strukturellen Hintergründe unsicheren Wohnens zu beleuchten.
Entstanden sind die Arbeiten im Rahmen eines 15-wöchigen Semesterprojekts. 19 Studierende beschäftigten sich zwischen Oktober 2025 und Januar 2026 intensiv mit der Thematik. In Gesprächen, Interviews und Workshops kamen sie mit Betroffenen sowie Mitarbeitenden sozialer Einrichtungen in Kontakt. Recherchen im Stadtraum und Besuche unter anderem in der Sozialberatung, im Haus der Wohnhilfe, beim Elisabeth-Tisch des Krankenhauses St. Elisabeth und in der Wärmestube bildeten die Grundlage der künstlerischen und dokumentarischen Auseinandersetzung.
„Wir sind sehr offen an das Thema herangegangen“, berichtet ein beteiligter Student. Teil des Projekts war es auch, Betroffenen selbst Kameras zur Verfügung zu stellen, damit sie ihre eigenen Perspektiven festhalten konnten.
Die Ausstellung präsentiert Fotografien, Zeichnungen, Texte, Zitate und Rechercheergebnisse, die persönliche Geschichten erzählen und zugleich gesellschaftliche Zusammenhänge aufzeigen. Ziel ist es, Sensibilität zu schaffen, Akzeptanz zu fördern und Solidarität innerhalb der Stadtgesellschaft zu stärken.
Auch Museumsdirektorin Jane Unger zeigt sich beeindruckt: „Mich hat berührt, wie sich die Studierenden den Betroffenen und der Thematik genähert haben. Dafür und für die Umsetzung ihrer Ideen zu einer Ausstellung zolle ich ihnen hohen Respekt.“
Heiko Wünsch, Abteilungsleiter Sozialberatung und Tagesaufenthalt Wärmestube der Evangelischen Stadtmission Halle e. V., betont die gesellschaftliche Verantwortung: „Wenn wir verstehen, dass jeder einmal fallen kann, und wir in diesen Momenten aufeinander achten, entsteht aus Mitgefühl Stärke und aus Gemeinschaft Hoffnung.“ Die Ausgabe von Lebensmitteln, Isomatten und Schlafsäcken sei zwar überlebensnotwendige Erste Hilfe, aber keine dauerhafte Lösung. „Wohnungslosigkeit bis 2030 in Halle (Saale) zu beenden – dafür sollten wir uns alle einsetzen, denn jeder Mensch braucht ein Zuhause.“
Die Ausstellung wird am 29. Januar 2026 um 18 Uhr im Stadtmuseum Halle eröffnet. Zur Eröffnung werden unter anderem Jane Unger, Beigeordnete Katharina Brederlow (Bildung und Soziales, Stadt Halle), Oberkirchenrat Christoph Stolte (Diakonie Mitteldeutschland), Prof. Stephanie Kiwitt (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle), Heiko Wünsch sowie Studierende der Projektgruppe anwesend sein. Im Anschluss lädt das Museum zu einem kleinen Empfang mit Suppe ein.
Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei.









„widmet sich das Museum mit der Ausstellung „tagsüber bin ich woanders (hier bin ich nur nachts) – Wohnungslosigkeit und unsicheres Wohnen in Halle“ einem hochaktuellen Thema der halleschen Stadtgesellschaft.“
Bei genauerer Betrachtung ist das in Halle kein Thema, denn es gibt tausende freie Wohnungen. Wer nicht auf der Straße leben will, muss das auch nicht tun.
„Wohnungslosigkeit bis 2030 in Halle (Saale) zu beenden – dafür sollten wir uns alle einsetzen, denn jeder Mensch braucht ein Zuhause.“
Wer wohnungslos ist, kann in Halle seine Wohnungslosigkeit innerhalb weniger Tage beenden. Dazu muss lediglich ein Antrag auf Bürgergeld gestellt und eine preiswerte Wohnung in Halle-Neustadt oder in der Silberhöhe angemietet und bezogen werden.