Verkehrssicherheit: 32 Bäume auf der Peißnitzinsel gefällt
Pünktlich zum Start der Vegetationsperiode herrscht auf Halles beliebtester Insel wieder Ruhe. Doch kurz vor dem Stichtag am vergangenen Sonntag wurde es im Park noch einmal laut: Die Stadt ließ in einer konzertierten Aktion Dutzende Bäume fällen. Während die Verwaltung dabei die dringende Verkehrssicherheit als Grund anführt, blicken Spaziergänger und Radfahrer auf eine veränderte Kulisse und deutliche Spuren schwerer Technik im aufgeweichten Boden. Insgesamt 32 Bäume, darunter vor allem Robinien, Eschen und Bergahorn, fielen der Säge in der vergangenen Woche zum Opfer.
Sicherheit geht vor Naturschutz-Deadline
Die Stadtverwaltung betont, dass der zeitliche Druck unmittelbar mit der Rechtslage zusammenhing, der Eingriff selbst aber unumgänglich gewesen sei. Laut einem Stadtsprecher waren die entnommenen Bäume zum größten Teil bereits abgestorben oder wiesen eine gefährliche Neigung auf. Diese Schräglage bedrohte insbesondere die stark frequentierten Parkwege, die täglich von hunderten Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. Auch die Gleise der Parkeisenbahn befanden sich im potenziellen Fallbereich der maroden Stämme. Um die Sicherheit der Bürger und den reibungslosen Betrieb der Bahn zu gewährleisten, sei die Entnahme dieser Bäume die einzige verantwortungsvolle Option gewesen.

Vertrauen auf die Selbstheilungskräfte der Natur
Trotz des Verlusts von über 30 Bäumen wird es auf der Peißnitz keine gezielten Neupflanzungen geben. Die Stadtverwaltung setzt hierbei konsequent auf die sogenannte Naturverjüngung. Aufgrund der flächenhaft vorhandenen jungen Triebe, die bereits von selbst aus dem Boden sprießen, seien keine künstlichen Nachpflanzungen vorgesehen. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass der Bestand durch die ohnehin vorhandene ökologische Dynamik ausreichend regeneriert wird, sodass keine menschliche Unterstützung in Form von Setzlingen notwendig ist.
Profilspuren statt bleibender Schäden
Ein Dorn im Auge vieler Naturliebhaber sind derzeit zudem die tiefen Abdrücke von Traktoren, die sich entlang der Wegränder ziehen. Die Stadtverwaltung gibt hier jedoch Entwarnung und tritt dem Eindruck einer Verwüstung entgegen. Es handele sich lediglich um oberflächliche Profilspuren, von einer großflächigen Schädigung des Randstreifens könne keine Rede sein. Um das gewohnte Parkbild wiederherzustellen, sollen diese Spuren zeitnah in Handarbeit beseitigt werden. Damit endet die diesjährige Fällsaison pünktlich zum Beginn des Schutzes der Brut- und Setzzeit, sodass die Natur nun bis zum Herbst ungestört wachsen kann.











Trotz des Verlusts von über 30 Bäumen wird es auf der Peißnitz keine gezielten Neupflanzungen geben.
In Halle hasst man Natur einfach. Unglaublich sowas.
Wenn sie dir auf den Kopf gefallen wären hättest du mehr jammern können…
Es geht ja auch nicht um die Fällungen. Wenn notwendig dann haben wir alle kein Problem damit. Aber keine Neupflanzung, dass ist es was uns Bürger aufregt. Gerade auf der Peißnitz als großer grüner Bereich der Stadt wäre es schön hier neue Bäume zu pflanzen. Dreht sich die Spirale nämlich weiter, im nächsten Jahr wieder Bäume gefällt wegen irgendwas, dann ist irgendwann an vielen Ecken alles kahl weil man nicht rechtzeitig neue Bäume gepflanzt hat. Diese müssen ja auch erstmal wachsen.
Wald wächst von selbst nach, wenn man ihn läßt. Also mal locker bleiben.