„Verstoß gegen Wasserhaushaltsgesetz“: IG Hochwasserschutz protestiert gegen Baupläne am Sophienhafen für 9 neue Häuser mit 135 Wohnungen
Die Baupläne für ein neues Wohngebiet am Sophienhafen mit 135 Wohnungen in 9 Gebäuden sorgen bei der IG Hochwasserschutz für Kritik. Die vielen Anregungen, Hinweise und Einsprüche aus dieser Bürgerbeteiligung seien offenbar auf keinen fruchtbaren Boden gefallen, kritisiert die IG.
“Die Planungsträger scheinen nach derzeitigem Stand zu beabsichtigen, gegen das bundesweit gültige Wasserhaushaltsgesetz und in einem Überschwemmungsgebiet mit einer einzigen Zufahrtsstraße als Rettungsweg eine umfangreiche Bebauung zu ermöglichen”, erklärt die IG. “Die Ausnahme vom Verbot führt im Gegensatz zu früheren Plänen, die noch vor dem Hochwasser 2013 gefasst wurden, zu einer erheblichen Verdichtung des gesamten Wohngebiets. Man plant jetzt doppelt so hoch zu bauen, wie ursprünglich geplant.”
Die IG befürchtet durch “die dichte, überdimensionierte Bebauung” in Kombination mit dem Überflutungsgebiet und der engen und einzigen Zufahrt Hafenstraße eine “Erhöhung der Gefährdung der Anwohner, einschließlich der ansässigen Seniorenresidenz. Dies ist unter dem Eindruck zurückliegender Hochwasserereignisse nicht hinnehmbar.”
Neben den Hochwasserrisiken sei die Hafenstraße zudem bereits heute auf Grund der Parksituation überwiegend nur einspurig befahrbar. Weitere 135 Wohnungen würden zu einem Verkehrschaos führen, “einschließlich der Behinderung zahlreicher Krankentransporte von und zur Seniorenresidenz.”
Die Verdichtung sei “vor allem vor dem Hintergrund hoher Erschließungskosten und der Gewinninteressen des Bauträgers” nötig, meint die IG. “Alles in allem sind die Voraussetzungen zur weiteren Bebauung der Saline äußerst schlecht. Darüber hinaus sind in der überarbeiteten Projektdarstellung des Bauträgers inzwischen einige wohlklingende ökologische Begriffe aufgetaucht. Die skizzierten Maßnahmen bringen bei genauem Hinsehen aber kaum relevante Effekte. Bei gleichzeitigem Beharren auf der überdimensionierten Planung wirkt das für die Anwohnerinnen und Anwohner wie Hohn. So werden ihre Sorgen weiterhin beiseite gerückt und mit Greenwashing ein Vorzeigeprojekt suggeriert, das Stadträte und zukünftige Kunden für sich gewinnen möchte.”








„ein kaltes Wärmenetz“? (links oben im Bild)
Was es heutzutage so alles gibt. Kann das jemand erklären?
Wikipedia erklärt das ziemlich gut:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kalte_Nahw%C3%A4rme
Kurz gefasst hast Du einen relativ kühlen (~20°) zentralen Wasserkreislauf, aus dem dann die einzelnen Verbraucher mittels Wärmepumpe Wärme rausziehen (für Heizbedarf) oder in den selbigen einbringen (für Kühlbedarf).
Der große Kreislauf kann dann seinerseits mit wenig Energie z.B. über Austausch mit dem Erdboden auf der konstanten Temperatur gehalten werden.
Ist eigentlich ziemlich clever.
Am Ende ist es ein Wärmenetz, das auf niedrigen Temperaturen betrieben wird. Es bringt „kaltes“ Wasser zu den einzelnen Gebäuden im Quartier. Im Haus wird diesem „kalten Wasser“ durch eine Wärmepumpe Wärme entzogen und dem Nutz-/Trinkwasser zugeführt, sodass es als Warmwasser bzw. Heizwasser genutzt werden kann. Durch den höheren spezifischen Wärmekoeffizienten von Wasser gegenüber Luft und der meist höheren Temperatur des genutzten „Kaltwassers“ gegenüber der Luft während der Heizperiode ist diese Form der Heizung als Quartierlösung extrem effizent.
Danke für eure Erklärungen. Klingt interessant.
In Schifferstadt, in Rheinland Pfalz ist das schon im Einsatz:
https://www.npro.energy/main/de/5gdhc-networks/5gdhc-districts/schifferstadt-max-ernst-strasse
Die Querulanten bringen sich in Stellung!
Die „IG Hochwasserschutz“ ist eine Ansammlung von Personen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den Neubau von Wohnungen in ihrem Viertel zu verhindern. Der Hochwasserschutz ist diesbezüglich nur vorgeschoben.
Ich hoffe, der Bauträger und die Stadt werden sich gegen diese Fortschrittsverweigerer durchsetzen. Es kann nicht sein, dass die Schaffung von hochwertigem Wohnraum durch egoistische Partikularinteressen verhindert wird.
Genau, Hochwasserschutz und Einhaltung von Gesetzen sind heutzutage egoistische Partikularinteressen. Da sind wir im Jahr 2026 gelandet. Solche Sätze sagen viel über unsere Gesellschaft aus.
Ich unterstütze ihn ungern, jedoch ist es korrekt, was er sagt. Es ist schlimm, wenn sich Minderheiten, wie hier die BI, sich über die Mehrheit schwingen und solche Bauten verhindern wollen.
Ja, Hochwasser- und Naturschutz ist wichtig und ist unbedingt zu beachten. Das hat die Baubehörde doch aber schon getan! Was soll also dieses Querulantentum anderes sein, als Handeln in eigenem Interesse? Ergo hat er recht, wenn er sagt, der Hochwasserschutz sei nur vorgeschoben.
Gleiches gilt übrigens für die A143.
@Wahnfried;
Welche Mehrheit?
Die Baubehörde macht was ihr gesagt wird und was die Lobbyisten wollen.
Bestes Beispiel: Ahrtal.
Hoffentlich bleibt den Investoren und zukünftigen Mietern das erspart. Denn dann wäre das Geschrei der Betroffenen wieder groß.
Hast Du inhaltlich was dazu zu sagen? Nein? Kannst die Argumente widerlegen? Nein?
Alles klar! Wieder mal nur dummes Gesülze!
Als FDP-ler andere als „Fortschrittsverweigerer“ zu bezeichnen und von „egoistischen Partikularinteressen“ zu schreiben ist wirklich skurril, weil das Attribute sind, die besonders auf die FDP zutreffen…
Die bauen im Überschwemmungsgebiet und nehmen so dem Hochwasser Fläche zum Ausbreiten. Das führt an anderen stellen zu erhöhten Wasserständen. Selbst wenn das nur kleine Erhöhungen sind, kann das im Extremfall doch entscheidend sein. Inwiefern ist der Hochwasserschutz also nur vorgeschoben also tatsächlich irrelevant?
Da standen Jahrzehnte Gebäude. Die Fläche ist fast vollständig versiegelt. Im Zuge der Baumaßnahmen erfolgt eine großflächige Entsiegelung (5000 m²). Die geplanten Tiefgaragen bieten 1100 m³ mehr(!) Rüchhaltevolumen als es bisher besteht.
Wow, 1100 qm Retentionsraum in den Tiefgaragen, die erst einmal gebuddelt werden müssen. Das wiegt natürlich die mehr als 1 Mio. qm Wasser auf, die durch den Deichbau auf die Saline hinzukommen! Alles was mit diesem Bebauungsplan gemacht wird, ist neues Risiko auf der Saline zu schaffen und die Stadt redet es sich weiter schön. Die Warnungen in Crans-Montana wollte auch niemand hören. Und nach dem Unglück sind es dann wieder die Bürger, die so dumm waren dahin zu ziehen.
Nein, nicht 1100 qm Retentionsraum.
Mach dich erstmal mit den Einheiten vertraut, bevor du großartige Berechnungen oder auch nur Betrachtungen anstellst.
Und in einer Kneipe in der Schweiz wohnen so gut wie keine Bürger.
@Paulushallenser:
Fortschrittlich wäre es, wenn man endlich auf Natur und Umwelt Rücksicht nähme, den Steuerzahler schonen und die Entwicklung des Klimas mit Starkregenereignissen zur Kenntnis nehmen und entsprechend agieren würde. So wie geplant, ist das nur ein kurzsichtiges, grob fahrlässiges und schlichtweg dummes Vorhaben. Maximal profitorientiert eben. Ohne Rücksicht auf Verluste.
„wenn man endlich auf Natur und Umwelt Rücksicht nähme“
Klara,
ich befürworte Klima- und Umweltschutz. Nur richte ich eben nicht nur Forderungen an andere. Sie, Klara, kommen immer nur mit Forderungen, die andere Menschen umsetzen und finanzieren sollen. Genau das wird nicht funktionieren.
„den Steuerzahler schonen“
Das Bauprojekt wird zu 100% privat finanziert, kein Steuerzahler muss also subventionieren.
„und die Entwicklung des Klimas mit Starkregenereignissen zur Kenntnis nehmen und entsprechend agieren würde.“
Die Konstruktion der Garagen berücksichtigt kommende Starkregenereignisse.
„Maximal profitorientiert eben.“
Profite sind nichts Schlimmes, im Gegenteil, sie sind absolut in Ordnung.
Klara, ich würde mir wünschen, dass Sie künftig mehr Substanz liefern und nicht nur Forderungen an andere Menschen richten. Vielleicht gibt es ja mal bei DbH einen Beitrag, der darüber berichtet, wie Sie, Klara, klimaneutralen und hochwasserschutzsicheren Wohnraum in Halle schaffen, der nicht mit Steuergeldern subventioniert wird.
@ PH,
das klingt wie ein Loblied für den Investor. Bist du selbst beteiligt oder Lobbyist?
Auch du musst andere Meinungen dazu aushalten!
Es ist klar, dass der Bauträger ein Interesse daran hat, mit der Entwicklung maximalen Profit zu erwirtschaften. Das sollte auch so sein, sonst macht er etwas falsch.
Es bleibt trotzdem zu hoffen, dass die Stadt ein Interesse daran hat, die Stadt so gut wie möglich zu entwickeln, und dabei nicht nur den Gewinn des Bauträgers berücksichtigt. Die im Artikel aufgeführten Punkte sind allesamt sinnvoll und sollten behoben sein, bevor der Plan beschlossen wird.
Lustig, sobald Leute, die selbst gebaut haben oder frisch eingezogen sind, es sich zur Aufgabe machen die Alleinherrscher zu spielen und ihre Schäfchen im Trockenen haben … kein normaler Mensch, der berufstätig ist, beschäftigt sich mit solchen Dingen wie Wasserhaushaltsgesetz … ganz klar wieder NIMBYS am Werk.
Meines Wissens wurde den Eigentümern der Häuser auf der Nordseite damals versprochen, dass die Bebauung der Südseite der Bebauung der Nordseite entsprechen werde, also Ein- oder Zweifamilienhäuser. Das allein wäre schon ein berechtigtes Argument, sich gegen diesen überzogenen Bebauungsplan zu wenden. Inzwischen aber hat es das Hochwasser von 2013 gegeben, bei dem die Häuser abgesoffen sind. Ich finde es nur folgerichtig, dass die Leute sich informieren (z.B eben auch zum Wasserhaushaltsgesetz) und zu Wort melden. Das ist doch immer wieder so: erst wenn man betroffen ist, wird man selbst aktiv. Besser dann, als gar nicht.
Auf welcher Grundlage würde man sowas überhaupt versprechen können?
„Meines Wissens wurde den Eigentümern der Häuser auf der Nordseite damals versprochen, dass die Bebauung der Südseite der Bebauung der Nordseite entsprechen werde, also Ein- oder Zweifamilienhäuser. “
Klara,
das ist eine Behauptung, die lediglich auf den Aussagen einiger Anwohner beruht, die Behauptungen ohne Belege in die Welt setzen.
„Das allein wäre schon ein berechtigtes Argument, sich gegen diesen überzogenen Bebauungsplan zu wenden.“
Unbelegte Behauptungen sollten niemals ein „Argument“ sein.
Franz2,
davon gehe ich auch aus. Die Mitglieder der IG wollen einfach nur ihre „Ruhe“ vor anderen Menschen haben, das „Wasserhaushaltsgesetz“ ist nur ein Mittel zur Durchsetzung eigener Interessen.
Zumal man ja prüfen müsste, ob diese Gesetze nicht auch bei diesen Leuten Anwendung finden, die hier wieder gegen Fortschritt kämpfen, weil dann müsste man ggf. dafür sorgen, dass sie umziehen. Das wäre ja nur fair. Es wird Mangel an Wohnraum beklagt und gleichzeitig kämpfen Leute mit zuviel Zeit dagegen an, dass Wohnraum entsteht.
Wer mitten auf dem „Privatstraße“-Teil der Hafenstraße Unkrautkübel platziert, um auch noch den letzten unliebsamen (weil illegalen!) Radler zu gefährden, dem darf gern ein subjetives Interesse (siehe PH-Beitrag) an einer unverbauten Aussicht unterstellt werden. Die Emotionalität und Schlagwortflut in den Leserbriefen und regelmäßigen Meldungen mildern diesen Eindruck auch nicht gerade. Erinnert etwas an die Frischluftschneisen-Apologeten von Tornau. Könnte ihnen ja auch egal sein, wenn da drüben die Keller vollaufen und außerdem: Je höher die Gebäude, desto größer der Schattenwurf im Garten – für Abkühlung in der großen heißen Stadt… Win-Win.
Vielleicht hätte die Dame sich auch nicht so in den Wahn schreiben und über ihren Beitrag noch mal drüber lesen sollen. So klingt es alles nicht so ganz logisch.
Wie viele Straßen will sie denn haben? Oder will sie, dass dort hinten alles abgerissen werden muss, wenn die Erschließung jetzt schon nicht ausreicht.
Die Kasper von BUND und NABU versuchen schon seit Jahren notwendige Baumaßnahmen( Autobahn) oder den Bau von neuen Wohnnungen zu verhindern. Die schieben da Gründe vor ( Z.B. Schutz von einer Fledermaus), wo sich der Normalbürger an die Stirn fasst. Gott sei dank gibt es jetzt eine Bundesinitiative, die von vorn herein irgendwelche Einsprüche von den Wichtigtuern ablehnen darf.
Bauherr, ohne die von Dir sogenannten Kasper gäb’s nichts Grünes mehr. Aber Deinem Namen nach zu urteilen ist grau Deine Lieblingsfarbe – wie trist.
Aber warum ist es dann ok, wenn die Kasper selber bauen und irgendwo wohnen ? Anderen will man das nicht zugestehen und schiebt Gründe an, die bei den Leuten ja selbst auch zum Tragen kommen – wenn die selber nicht gebaut hätten, gäbe es auch mehr Grünflächen. Das ist die absolute Heuchelei von Menschen, die meinen, sie bestimmen über Eigentum um Grundstück Anderer.
Dort zu bauen ist eben NICHT nachhaltig sondern rein profitorientiert. Deshalb kann und wird das Bauvorhaben am Ende scheitern, weil man nicht gegen – sondern nur im Einklang mit natürlichen Kreisläufen arbeiten und leben kann. Wenn möglich, das Bauprojekt also unbedingt im Sinne der Bewohner stoppen.
Der Minister wird, nach dem Lesen deiner wissenschaftlichen Anmerkung, das Projekt sofort stoppen! Unverzüglich!
Kann man machen, aber die Personen die dem Plan zustimmen bezahlen alle anfallenden Kosten bei Hochwasser aus ihrer eigenen Tasche, einschließlich Familie. Eine Hochwasserversicherung für diesen Bereich dürfte nicht bezahlbar oder abschließbar sein.
Es wäre ja schon hilfreich, wenn die Stadtverwaltung ihre hoheitlichen Aufgaben der verantwortungsvollen Stadtplanung und -Gestaltung wahrnehmen würde. Sie wägt die unterschiedlichen Interessen, auch das Sicherheitsrisiko nicht wie zu erwarten wäre, sorgfältig ab. Sie fördert das Interesse des Investors, um nicht als Verhinderer dazustehen. Tatsächlich werden die Eigentümer und Bewohner, die dort wohnen und dann zusätzlich noch wohnen werden, mit allen negativen Konsequenzen im Hochwasserfall ignoriert. Die Risiken, auch das Risiko der nicht ausreichenden Verkehrsanbindung wird kleingeredet bzw. ignoriert. Eine Reduzierung der geplanten Baumassen wäre notwendig, macht das Projekt für den Bauträger jedoch dann unwirtschaftlich. Man versteht das Dilemma, aber die Genehmigungsbehörde hat meines Erachtens die Risiken und Masshaltigkeit nie verantwortungsbewusst abgewogen. Was das bedeuten kann, wissen die genau, die wochenlang ihr Grundstück und Haus von stinkendem Schlamm befreit haben. Ich sehe die Stadt in der Pflicht, hierzu Entscheidungen in alle Richtungen verantwortungsbewusst zu regulieren.
Die Einwendungen der Kritiker und Betroffenen dauerhaft herunter zu spielen und zu ignorieren, damit erweist sich die Verwaltung einen Bärendienst. Die Konflikte um das Projekt werden bleiben und größer werden, es wird dann vermutlich auch juristische Konsequenzen haben. Das nützt niemandem. Auf keinen Fall geht es bei „diesem Schlagabtausch“ darum, dass die Leute, die im Sophienhafen wohnen, die anstehenden Veränderungen nicht „schön finden“. Jeder, der die Hochwassersituation 2013 an der Saline selbst erlebt hat, ringt verständlicherweise um Risiko- und Schadenminimierung. Das ist im Übrigen auch existenziell.