Vom Betonklotz zum Öko-Markt: Netto baut in der Beesener Straße einen modernen Discounter aus nachhaltigem Holz

Wo vor drei Wochen noch Kunden mit Einkaufswagen hantierten, klafft heute eine riesige Lücke im Stadtbild. Der Abriss des Netto-Marktes in der Beesener Straße in Halle (Saale) ist in vollem Gange. Doch das Verschwinden des alten Discounters ist kein Abschied auf Dauer, sondern der Startschuss für ein ambitioniertes Bauprojekt, das in Sachen Nachhaltigkeit neue Maßstäbe setzen will.
​Wer derzeit die Beesener Straße passiert, sieht Bagger statt Backwaren. Ein Großteil des alten Gebäudes ist bereits dem Erdboden gleichgemacht. Die Edeka-Tochter Netto schafft Platz für einen deutlich größeren und moderneren Nachfolger, so das Unternehmen gegenüber dubisthalle.de. Damit reagiert das Unternehmen auch auf die Konkurrenzsituation im Viertel: Erst im vergangenen Jahr hatte Aldi direkt gegenüber einen Neubau eröffnet – ebenfalls nach einem kompletten Abriss des Altbestands.

Nachhaltigkeit als Fundament
​Netto zieht nun nach, schlägt aber technologisch einen anderen Weg ein. Im Zentrum des Vorhabens steht ein innovatives Holzbaukonzept. Laut Unternehmensangaben ist dies Teil einer ganzheitlichen Strategie zur Kreislauffähigkeit.

​CO₂-Bilanz: Durch die Holzbauweise werden die Emissionen im Vergleich zu Beton- und Stahlkonstruktionen massiv gesenkt.
​Recycling: Das verwendete Holz ist rückbaufähig und kann am Ende des Lebenszyklus wiederverwertet werden.
​Raumklima: Sichtbare Holzplatten an den Innenwänden sollen für eine natürliche Atmosphäre und ein angenehmes Klima beim Einkauf sorgen.

Mehr Platz, mehr Komfort
​Der neue Markt wird mit rund 1.200 Quadratmetern Verkaufsfläche deutlich großzügiger dimensioniert sein als sein Vorgänger. Das aktuelle Filialkonzept sieht weite Gänge und ein modernes Lichtsystem vor, um den Komfort für die Kunden zu erhöhen.
​Auch die soziale Komponente kommt nicht zu kurz: Ein integriertes Backshop-Café sowie ein weiteres Ladengeschäft sollen den Standort zu einem lokalen Treffpunkt aufwerten. Auch die Mitarbeiterbereiche werden durch hochwertige Sichtholz-Elemente modernisiert.

​Während die Abrissbirne die letzten Reste der alten Filiale beseitigt, laufen die Vorbereitungen für den Hochbau. In den kommenden Monaten soll der Holzbau zügig in die Höhe wachsen. Ein genaues Eröffnungsdatum steht noch aus.

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4 Antworten

  1. Schotterpiste sagt:

    Na dann sollten wir ganz schnell alle alten Gebäude abreissen, wegen der CO2 Bilanz. Was die Senkung der Emmisionen mit einem schon vorhandenen Gebäude, in welchem schon durch den Bau CO2 entstanden ist, zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Hier geht es durch Erhöhung der Verkaufsfläche um die Erhöhung des Profits. Man muss ja nun mit Aldi mithalten können. Verlogene Welt.

  2. Janaki sagt:

    Schön für die Anwohner, dass sie in wenigen Monaten einen modernen Einkaufsmarkt bekommen. In Heide-Nord könnte der EDEKA in der Heidering-Passage auch dringend eine Aufffrischung (oder noch besser: einen Neubau) vertragen – da hat sich nämlich in den letzten 17 Jahren (so lange wohne ich jetzt dort), abgesehen von ein paar kleineren kosmetischen Korrekturen, nichts getan. Und das sieht man dem Gebäude eben auch an.

  3. Emmi sagt:

    @ Schotterpiste, verstehendes Lesen wäre gut. Gilt für Neubauten.

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