Vorbild Großbritannien: Grüne in Sachsen-Anhalt fordern Zuckersteuer

Die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt fordert in einem aktuellen Antrag die Einführung einer Zuckerabgabe oder Zuckersteuer auf Kinderlebensmittel, Softdrinks und Energydrinks. Ziel ist eine wirksame Reduktion des Zuckergehalts insbesondere bei Lebensmitteln für junge Zielgruppen. Die agrarpolitische Sprecherin Dorothea Frederking betont in ihrer heutigen Rede im Landtag: „Gesunde Ernährung muss die einfache Entscheidung sein. Eine Zuckersteuer hilft dabei. Die positiven Erfahrungen aus Großbritannien sprechen eine klare Sprache.“

Sachsen-Anhalts Lebensmittelhersteller haben auf der Grünen Woche gezeigt, dass weniger Zucker kein Verzicht bedeutet. Doch im Alltag der Supermärkte fehlt die Wahlfreiheit. Kinder greifen zu Puddings, Limos und Quetschies mit bunten Etiketten und gefährlich hohem Zuckergehalt. Werbung in Schulnähe und auf Social-Media macht ungesunde Produkte zur Norm. Frederking stellt klar: „Wer von Eigenverantwortung redet, muss auch für echte Wahlfreiheit sorgen. Solange in den Regalen gesunde Alternativen fehlen, ist Eigenverantwortung nicht möglich.“

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordert in ihrem neuen Fokuspapier eine klare Strategie gegen Adipositas. Sie spricht sich ausdrücklich für die Einführung einer Zuckersteuer aus. Adipositas verkürzt Leben und verursacht jedes Jahr Milliardenkosten für unser Gesundheitssystem. Besonders betroffen sind Kinder. Frederking warnt: „Wenn wir weiter auf freiwillige Selbstverpflichtungen setzen, machen wir uns mitschuldig. Die Industrie profitiert. Die Kinder zahlen den Preis.“

Die grüne Landtagsfraktion fordert deshalb, dass Sachsen-Anhalt die angekündigte Bundesratsinitiative aus Schleswig-Holstein unterstützt. Diese setzt sich für eine nationale Zuckerabgabe oder -steuer auf zuckerhaltige Getränke ein. Die Erfahrungen aus Großbritannien zeigen, dass Hersteller ihre Rezepturen anpassen, wenn politische Rahmenbedingungen klar sind. Keine Teuerung, aber der Zuckergehalt sinkt. Die Gesundheit profitiert.

Dorothea Frederking fasst die Position der Grünen zusammen: „Eine Zuckersteuer ist kein Eingriff, sondern eine Einladung zur Verantwortung. Sie schützt die Gesundheit der Kinder und stärkt die Entscheidungskraft der Familien. Wer Kinder ernst nimmt, handelt jetzt. Wer wegsieht, stellt die Gewinne der Industrie über das Wohl der nächsten Generation.“

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51 Antworten

  1. Horst Schmidt sagt:

    Die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt existiert noch wenige Monate und ist dann auch für immer Geschichte. Soviel zur Relevanz obiger Förderung.

  2. Ich2 sagt:

    Da gehen die grünen aber die wichtigen themen an.
    Da die innere sicherheit, die wirtschaft super da stehen, kann man sich um sowas kümmern. Danke, liebe grüne.

  3. erbärmlich sagt:

    Grün wird wirklich immer dümmer und dümmer…
    Können die noch was anderes als Verbote?

    • Kleine Hilfe sagt:

      Eine Steuer ist kein Verbot.

    • Gegenbeispiele sagt:

      Die AfD setzt sich für deutlich mehr Verbote ein: Gender-Verbot (obwohl niemand außer Gegner ein Gesetzt zum gendern fordert), Kriminalisierung von Hanf, Verbot von Asyl für Muslime (also nicht nur Islamismus), Verbot von neuen günstigen Stromerzeugern wie Windkraft und PV, Verbot der Unabhängigkeit Russlands durch Wiederaufbau von NS2 (obwohl es noch zwei weitere Pipelines nach Russland gibt).

      Viel dümmer wird es nicht. Und hier reden wir nur über die Verbote, nicht über die Wegnahme der Steuereinnahmen eines Bundeslandes, was de facto zur Zentralisierung des Staates führt. Wer also einen Berlin geführten Staat will, kann gerne AfD wählen.

      Dinge, die den Grünen vorgeworfen werden, die es aber nicht gibt:
      – Verbrennerverbot (es wird niemand dran gehindert, einen Verbrenner zu entwickeln, dessen Abgase im Auto gespeichert und zu einem CCS gebracht werden können
      – Gasheizungsverbot (jeder kann die nachrüsten, dass sie mit ~70% Wasserstoff läuft, jedoch ist es einfach unwirtschaftlicher, als die Sanierung und Umrüstung auf Wärmepumpe, Blockheizwerke)
      – Verbot von Süßigkeiten (Verbot betrifft lediglich an Kinder gerichtete Werbung – keine Ahnung, welche Eltern da was dagegen haben sollten!?)
      – Tempolimit 130km/h (wird ohnehin von 2/3 der deutschen Bevölkerung befürwortet)
      – Veggie-Day (war eine EMPFEHLUNG in Kantinen EINEN Tag kein Fleisch anzubieten – man hätte sich also beim Globus um die Ecke, das leckere 20cm dünne Fleischkäseweck reinstopfen können)

  4. Dani sagt:

    Nur weil Ricarda Lang nun abgenommen hat, bedeutet das nicht, dass jetzt die ganze Bundesrepublik ihr folgen muss. Diese Verbotspartei gehört endlich unter 5%.

  5. Rainer Stief sagt:

    Ich fordere eine Grünensteuer.

  6. Ökohans sagt:

    Es folgt die Ledersteuer/ Fahrradsteuer/ Atemsteuer/ Gehwegsteuer/ Geburtssteuer u.s.w. Wie weit möchte man noch gehen? Hat man nicht andere Probleme? Oder ist es eine Ablenkung der aktuellen Politik?

    • lulu sagt:

      ja richtig Fahrradsteuer sofort

    • Klara sagt:

      Der hohe Zuckeranteil in Lebensmitteln, Getränken und Süßigkeiten führt zu massiven gesundheitlichen, sozialen und finanziellen Problemen. Eine stufenweise Zuckersteuer, die sich nach dem Zuckeranteil in Lebensmitteln richtet, würde dazu führen, dass die Hersteller weniger Zucker in ihr Produkt packen. Eine Preissteigerung würde also nur wenig ausmachen für ein Produkt, wenn es weniger Zucker enthält, weil die Steuer entsprechend gering wäre. Dass Süßigkeiten und Softdrinks teurer würden, wäre gut, denn sie richten Schaden an. Überdies würde eine langsame Absenkung des Zuckeranteils zu veränderten Geschmacksgewohnheiten führen, wo dann für vollen Genuss weniger Zucker gebraucht wird.
      Also richtiger Vorschlag der Grünen. Aber um das zu kapieren, mussan eigentlich gar nicht grün sein. Nur den gesunden Menschenverstand gebrauchen.

    • Daniel M. sagt:

      Für Leute wie dich ist eine Atemsteuer dringend angeraten.

  7. Detlef sagt:

    So was bescheuertes.

    • Klops sagt:

      Was soll bei einem Detelf auch sonst kommen? Argumente sind doch was für Spinner…Polemik ist viel einfacher für jemanden mit dem Namen.

  8. lulu sagt:

    die Grünen wieder, was haben uns die Grünen gebracht, nur den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen

    • winter sagt:

      Die Grünen sind und waren schon immer bekloppt aber nun zeigen sie es auch richtig.

    • Man muss sich halt nur informieren wollen sagt:

      – die Stromkosten gesenkt
      – Mindestlohn erhöht (mit SPD und trotz FDP)
      – BaFög erhöht
      – Energieversorgung während des russischen Krieges gegen die UA sichergestellt (Frau Reiche, wann wieder Gas in den Cavernen?)
      – Deutschlandticket eingeführt (auch wenn FDP und CDU das wieder abschaffen wollen)
      – Förderung der Kommunen beim Klimaschutz
      – Entbürokratisierung (Abbau von Melde- und Dokumentationspflichten, Erhöhung Schwellwerte, mehr Ermessensspielräume)
      – Genehmigungsbeschleunigung (z.B. Aufnahme von Schnelllverfahren ins Verwaltungsrecht)
      – Gesetz zur Planungsbeschöeunigung für Straßen- und Schienenwege
      – Typengenehmigung für Wohnungen/Häuser (Genehmigungen galten für Häuser des gleichen Bautypes

      Und das alles trotz des Bremsklotzes FDP.

      • DIN sagt:

        @Gelber…Glaubst du an daß was du da schreibst?

        • Hä? sagt:

          Falls du mich meinst: Fakten sind doch keine Glaubensfrage!? Außer man hat zuviel blau konsumiert.
          Man kann sowas nachlesen. Aber du bist sicher bereit etwas auszuführen, was mehr als fünf Zeilen beinhaltet? Nicht? Ach schade, wieder nur ein Bot.

    • Daniel M. sagt:

      Mimimimi…..armes, dummes lulu. Die Grünen haben sein ganzes Geld aus der Tasche gezogen. Wie böse die auch sind.

  9. Miraculix sagt:

    Ich finde die Idee überlegenswert, stellt sich nur die Frage der Umsetzung ohne viel Bürokratie.
    Ich würde sogar noch weiter gehen und alle Süßstoffe mit einbeziehen, auch auf Lebensmittel und Getränke, welche nicht nur für Kinder sind.
    Sogar ausgeweitet auf Tierfutter. Auch dort hat Zucker nichts zu suchen.
    Dass Alternativen in den Regalen fehlen, kann man so nicht sagen. Die sind nur leider teurer. Da könnte eine Lenkung über den Preis in Form einer Angabe vielleicht tatsächlich was bewirken. An sich ein guter Gedanke.

  10. Darfdochwohlnichtwahrsein sagt:

    Ich finde das keine gute Idee, da die Ungarn das schon seit dem Jahre 2011 haben und „wir“ doch nicht in den Fußstampfen eines „kleinen Diktators Orban“ folgen wollen…..
    Oder sollte etwa eine Idee des doch so bösen Viktor Orban aufgegriffen und für gut befunden werden?

  11. Das Internet kann so viel mehr sagt:

    Was für traurige Kommentare mal wieder.
    Die Erfolge der Steuer kann man einfach nachlesen. Und nicht erschrecken, wenn da zu lesen ist, dass Deutschland auch mal eine Zuckersteuer hatte.

    • sinnlos sagt:

      Steuern bringen hauptsächlich Geld in die Staatskasse, was dann wieder an unpassender Stelle weit weg verprasst wird. Dem eigentlichen Problem hilft das gar nicht. Und wenn die Süßigkeiten 10ct teurer werden, merkt das aufgrund der ständigen Inflations-Preiserhöhungen eh keiner und es kassiert nur der Staat.
      Und ja, man kann auf jeden Mist Steuern erheben (erzwingen), der Bürger kann sich eh nicht wehren.

      • Naja sagt:

        Natürlich spült es dem Staat Geld in Taschen. Einerseits durch evtl. Einnahmen, andererseits durch die Lenkungswirkung mit der zu erwartenden Gesundheitsverbesserung und damit verbundener Einsparung in dem Bereich.

        Und doch, das merkt man schon. Milka hat es ja offensichtlich schwer, Kinder (Marke) kratzt auch immer häufiger an der 10€/kg-Grenze.

        • Lila Kuh sagt:

          Milka hat es schwer weil sie Mogelpackungen verkaufen. Weniger Inhalt, gleiche Verpackung aber höherer Preis. Und dies lassen sich die Käufer einfach nicht bieten und kaufen dann lieber ein günstiges Produkt.

        • Patriotischer Hippie sagt:

          So ist es! Alles für einen stabilen und gesunden Volkskorpus, damit es in der Lohnarbeit zu weniger Ausfällen kommt und die Industrie und damit das Wachstum angekurbelt werden und endlich DEUTSCHLAND wieder auf Internationaler Ebene konkurrieren kann. Auch wir, die Grünen, können Nationalismus; dafür braucht es die ehrenlose Afd gar nicht.

    • Unfassbar sagt:

      Dein Kommentar ist traurig, denn du bist nicht fähig eine Lösung vorzuschlagen. Die Lösung ist nicht uns wieder das Geld aus der Tasche zu ziehen, sondern die Hersteller dazu zu verpflichten sich an Zuckerobergrenzen zu halten. Da wird das Problem nämlich bei der Wurzel gepackt. Immer melden sich die Ja-Sager und nicht die Denker. Das nervt langsam

      • Denker sagt:

        Die Hersteller zu Zuckerobergrenzen zu verpflichten, wäre tatsächlich Verbotspolitik. Dann könnte niemand mehr Produkte mit hohem Zuckergehalt kaufen – egal zu welchem Preis.

      • Das Internet kann so viel mehr sagt:

        Ich muss keine Lösung vorschlagen, wenn ich sage, dass die Kommentatoren sich über eine Lösung oder das Thema überhaupt mal informieren sollen, bevor sie reflexartig alles „von oben“ verdammen.
        Es ist seltsam, dass du dir gleichzeitig „Geld aus der Taschen“ ziehen lassen willst und auch das Problem bei der Wurzel packen. Das passt irgendwie nicht zu einem Denker, denn das widerspricht sich.
        Die Briten haben mit der Steuer gleichzeitig die Empfehlung gegeben, die Zuckeranteile in den Produkten zu reduzieren. Sie haben dazu Kampagnen für gesunde Ernährung gefahren. Und das hat funktioniert.

  12. lächerlich sagt:

    Die winzige 3%-Restetruppe will was vorschreiben? Lächerlich.

  13. Friedensaktivist sagt:

    Ich mag die Grünen wie mein Becks. Außen grün, der Inhalt bitter. Und am besten kaltgestellt bei 4,9 Promille.

  14. Text bis zum Ene lesen sagt:

    Okay, hab den Artikel bis zum ende gelesen und empfehle das den Meckerern hier. U.a. in Großbritannien hat man also erreicht, dass Softdrinkhersteller die Rezeptur verändern und die Getränke dann nicht mehr ganz so schädlich sind. Ist doch okay! Die Steuer greift nicht, die Plörre ist auf dem Markt und nicht mehr ganz so ungesund. Ich fin es okay. Ein „Verbot“ kann ich hier nicht erkennen. Ich empfehle einen Besuch z.B. eines Spaßbades (ab Mai gerne Freibad), um Beispiele für die Notwendigkeit eines Wechsels zu sehen. Und nein, ich bin kein „linksgrünversiffter“Wähler.

  15. Unfassbar sagt:

    Weshalb fordern diese Leute eine Zuckersteuer, anstatt eine verpflichtende Reuzierung des Zuckers in Lebensmitteln? Warum sind die Grünen nicht fähig passende Forderungen zu stellen. Immer wollen die an unser Geld.

  16. Daniel M. sagt:

    Eine Zuckersteuer ist längst überfällig und eine soziale Komponente im Gesundheitssystem. Da gibt’s eigentlich nichts zu diskutieren. Dafür ist auch ein Staat da.

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