Vortrag im Stadtmuseum: Heydrich erforschen. Shlomo Aronson und die Frage der Verantwortung

Im Rahmen der Doppelausstellung zu Reinhard Heydrich im Stadtmuseum Halle hält die israelische Historikerin Dr. Daniela Ozacky Stern am Montag, den 23. Februar 2026 um 17 Uhr einen Vortrag zum Nationalsozialismus aus israelischer Perspektive. Ausgangspunkt des Vortrags ist die Forschung des israelischen Historikers Shlomo Aronson (1936–2020) über Reinhard Heydrich (1904–1942) sowie sein Interview mit Lina Heydrich(1911–1985), der Witwe von Reinhard Heydrich. In ein originales Exemplar von Aronsons Arbeit über Heydrich kann auf der Veranstaltung reingelesen werden. Dr. Daniela Ozacky Stern blickt ebenfalls auf den Terroranschlag in Halle von 2019. 

Der Vortrag nimmt Aronsons Forschungen zum Anlass, den Nationalsozialismus aus israelischer Perspektive zu betrachten und die bis heute aktuelle Frage nach der Verantwortung für Deutschlands NS-Vergangenheit zu diskutieren. Angesichts gegenwärtiger politischer Debatten lädt die Veranstaltung zur Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur, historischer Verantwortung und dem Umgang mit der Vergangenheit ein.

Norbert Böhnke, Mitkurator der Ausstellung „Spuren in Halle“, moderiert die Veranstaltung im Stadtmuseum Halle. Dr. Daniela Ozacky Stern ist via Zoom aus Israel zugeschaltet. Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

Shlomo Aronson gehörte zu den ersten israelischen Wissenschaftlern, die sich intensiv mit dem Nationalsozialismus befassten. Nach seiner Teilnahme am Eichmann-Prozess wurde ihm deutlich, dass ein vertieftes Verständnis deutscher Kontinuitäten und Brüche nur durch Forschung in Deutschland selbst möglich war. Als DAAD-Stipendiat arbeitete er ab 1962 am Institut für Zeitgeschichte und führte umfangreiche Archivstudien sowie Interviews mit ehemaligen NS-Funktionsträgern durch.

Dr. Daniela Ozacky Stern ist Expertin für Jüdische Studien, den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg. Sie lehrt im Holocaust-Studienprogramm des Western Galilee College in Israel. Ihre Publikationen befassen sich mit NS-Propaganda, jüdischen Partisanen in Osteuropa, dem Ghetto von Wilna und der Dokumentation des Holocaust. Sie ist Redakteurin für Buchrezensionen der Zeitschrift „Jewish Culture and History“.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Begleitprogramms der Sonderausstellungen „Reinhard Heydrich. Karriere und Gewalt“ und „Spuren in Halle. Zum Forschen und Mitmachen“ im Stadtmuseum Halle statt 

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3 Antworten

  1. olga sagt:

    Warum wurde keine deutsche Historikerin ausgewählt?

    • Besucher sagt:

      Weil du damit keine Kohle machst. Aufmerksamkeit und Gelder gibt’s gerne bei allen Berichten, Beiträgen und Forschungen welche mindestens mit einem Nazi zu tun haben müssen und der Forschende/ Berichterstatter wenigstens eine polnischen oder jüdischen Hintergrund haben muss.

    • Pittiplatsch sagt:

      Weil es um einen Vortrag aus israelischer Sicht geht. Ich denke das kann jemand aus Israel am besten erklären.

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