Wildcats drehen intensiven Abnutzungskampf und belohnen sich mit Last-Second-Sieg gegen Göppingen

Die Wildcats des SV UNION Halle-Neustadt haben in der 1. Alsco Handball Bundesliga Frauen einen emotionalen und hart erkämpften 25:24-Heimsieg gegen FRISCH AUF Göppingen gefeiert. Vor 1.012 Zuschauern in der stimmungsvollen SWH.arena entwickelte sich ein intensiver Handballabend, der bis zur letzten Sekunde an Spannung kaum zu überbieten war. Die Wildcats bewiesen große Moral, kämpften sich nach einem deutlichen Rückstand eindrucksvoll zurück und entschieden die Partie mit einer spektakulären Schlussaktion.

Personelle Sorgen vor dem Anpfiff prägen die Ausgangslage

Die Vorzeichen waren für die Gastgeberinnen alles andere als ideal. Mit Marijana Ilić fehlte die etatmäßige Torhüterin verletzungsbedingt, sodass zunächst Ella Szott zwischen den Pfosten stand. Zudem feierte die erst 22-jährige Juniorteamtorhüterin Luise Kriesel ihren ersten Einsatz in der Handball Bundesliga Frauen. Auf Seiten der Gäste musste Cheftrainer Nico Kiener auf Luisa Schulze verzichten. Von Beginn an war spürbar, dass beide Mannschaften den Fokus klar auf eine stabile Defensive legten. Göppingen erwischte den besseren Start in die Partie und setzte früh Akzente. Luisa Scherer und Lea Watzl brachten die Gäste mit 2:0 in Führung. Die Wildcats taten sich im Angriff schwer, ließen mehrere gute Gelegenheiten ungenutzt und gerieten zunehmend unter Druck. Zwar sorgten Fabienne Büch und Lynn Molenaar für den zwischenzeitlichen Ausgleich, doch Ann Kynast übernahm Verantwortung und brachte Göppingen immer wieder in Führung. Nach 17 Minuten lag Halle mit 6:10 zurück.

Stabilere Defensive bringt Wildcats zurück ins Spiel

Ein frühes Timeout von Ines Seidler brachte mehr Ordnung. Die Abwehr arbeitete kompakter, im Angriff wurde geduldiger agiert. Cara Reuthal und Ilona Kieffer verkürzten, ehe Madeleine Östlund kurz vor der Pause den wichtigen 11:12-Anschlusstreffer erzielte. Trotz Rückstands war klar, dass die Wildcats defensiv deutlich gefestigter agierten. Nach dem Seitenwechsel schien Göppingen zunächst die Kontrolle zu übernehmen. Stephanie Elies und Lea Neubrander nutzten ihre Chancen konsequent. In der 45. Minute wuchs der Rückstand auf 15:20 an, den höchsten des Abends. Gleichzeitig mehrten sich die Sorgen bei den Wildcats, denn Lynn Molenaar, Fabienne Büch und Tena Petika mussten angeschlagen behandelt werden. Die Partie blieb intensiv und körperbetont, wurde von den Schiedsrichtern jedoch jederzeit umsichtig geführt.

Bundesliga-Debüt von Luise Kriesel als emotionaler Wendepunkt

Ein besonderer Moment folgte in der 34. Minute. Die 22-jährige Luise Kriesel betrat erstmals das Parkett der Bundesliga. Beim Siebenmeter von Haruno Sasaki bewies sie große Nervenstärke und der Ball ging neben das Tor. Die Reaktion der SWH.arena war ohrenbetäubend. Dieser Moment wirkte wie ein emotionaler Weckruf für das gesamte Team. Kurz darauf übernahm erneut Ella Szott das Tor und setzte mit wichtigen Paraden weitere Impulse. Angeführt von einer nun leidenschaftlich arbeitenden Defensive kämpften sich die Wildcats Tor um Tor heran. Lilli Röpcke, Madeleine Östlund und Tena Petika verkürzten den Rückstand, ehe Emma Hertha mit zwei Treffern in Serie den Ausgleich herstellte. In der 53. Minute stand beim 20:20 erstmals wieder alles auf Anfang. Die Atmosphäre in der Halle trug das Team sichtbar.

Dramatische Schlussphase mit erstem Führungswechsel

Die Wildcats glaubten nun fest an sich. Viktoria Marksteiner erzielte in der 56. Minute die erste Führung des Spiels für Halle. Göppingen antwortete jedoch durch Lea Neubrander und glich erneut aus. Die Schlussminuten entwickelten sich zu einem nervenaufreibenden Schlagabtausch, in dem jede Aktion entscheidend schien. Neun Sekunden vor dem Ende schien Göppingen plötzlich im Ballbesitz zu sein. Trainer Nico Kiener beorderte Torhüterin Petra Hlogyik zur Bank, um einen Wechsel vorzunehmen. In diesem Moment erahnte Lea Gruber die Situation, stahl Haruno Sasaki den Ball und schaltete blitzschnell. Ihr Wurf auf das verwaiste Tor fand mit der Schlusssirene sein Ziel und besiegelte den umjubelten 25:24-Erfolg der Wildcats.

Stimmen zum Spiel: Stolz und Enttäuschung

Trainerin Ines Seidler zeigte sich nach dem Spiel stolz auf ihr Team. Sie lobte die verbesserte Abwehrarbeit, mahnte jedoch mehr Konsequenz im Angriff an. Besonders hob sie den Kampfgeist und die mannschaftliche Geschlossenheit hervor. Göppingens Trainer Nico Kiener sprach von einer extrem schmerzhaften Niederlage, betonte jedoch, dass er seiner Mannschaft keinen Vorwurf mache. Für die Wildcats waren Madeleine Östlund und Lilli Röpcke mit jeweils vier Treffern am erfolgreichsten. Engelina Corona Molenaar und Cara Reuthal erzielten je drei Tore. Auf Göppinger Seite war Ann Kynast mit fünf Treffern beste Werferin, gefolgt von Stephanie Elies und Lea Neubrander mit jeweils vier Toren. Mit diesem Erfolg sammeln die Wildcats wichtige Punkte im Tabellenkeller der Alsco Handball Bundesliga Frauen und verschaffen sich spürbar Luft. Der Blick richtet sich nun auf den kommenden Spieltag, an dem eine anspruchsvolle Auswärtsaufgabe wartet. Die Wildcats reisen mit Rückenwind – und dem Wissen, auch in schwierigen Phasen als Team bestehen zu können.

Statistik und Link zum Spiel

Szott, Kriesel, – Röpcke 4, Östlund 4, Molenaar 3, Reuthal 3, Büch 2, Hertha 2, Gruber 2, Petika 2, Kieffer 1, Marksteiner 1, Pallas 1, Polakova, Strauchmann,

Zuschauer: 1.012

Schiedsrichter: Thomas Kern / Thorsten Kuschel

Siebenmeter:

Halle: 1/2
Göppingen: 2/3

Zeitstrafen:

Halle: 1
Göppingen: 1

Re-Live zum Spiel 

Programmheft zum Spiel

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