Zahl der Arbeitslosen in Halle (Saale) steigt auf 12.643

Die Arbeitslosigkeit ist in Sachsen-Anhalt im Januar 2026, wie erwartet, gestiegen. 94.670 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 6.109 Personen mehr (6,9 Prozent) als im Dezember und 2.875 Personen bzw. 3,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8,5 Prozent und lag mit 0,5 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 8,3 Prozent. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 200 Personen gestiegen. Bei der Arbeitslosigkeit entfiel der größte Anteil der betrachteten Personengruppen auf Langzeitarbeitslose (37,3 Prozent) und Personen ab 50 Jahren (36,2 Prozent). Bei den Langzeitarbeitslosen ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 3,3 Prozent gestiegen. Zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) gehörten 35,6 Prozent (33.725 Personen) aller Arbeitslosen. Das sind 3.738 Personen (12,5 Prozent) mehr als im Vormonat und 3.062 Personen (10 Prozent) mehr als vor einem Jahr. In Halle (Saale) waren 12.643 arbeitslos gemeldet, 785 mehr als einen Monat zuvor und 319 mehr als vor einem Jahr, die Quote liegt bei 10,2%.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar in Sachsen-Anhalt war überwiegend saisonal bedingt. Ursachen waren das Auslaufen befristeter Beschäftigungen, das Ende von Saisonverträgen nach dem Weihnachtsgeschäft sowie witterungsbedingte Winterpausen, insbesondere im Bau. Gleichzeitig zeigte sich zunehmend die konjunkturelle Schwäche. Trotz des Rückgangs bei den Stellenmeldungen blieb die Nachfrage nach Arbeitskräften mit rund 18.000 offenen Stellen hoch. Qualifizierung, Mobilität und passgenaues Matching sind die zentralen Voraussetzungen, um den Strukturwandel zu bewältigen“, erklärte Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

„Der saisonübliche Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn 2026 spiegelt ein Zusammenspiel verschiedener Belastungen wider. Die weiterhin gedämpfte Konjunktur, internationale Unsicherheiten mit hohen Energiepreisen und Handelshemmnissen wirken sich weiterhin negativ auf den Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt Süd aus. Hinzu kommen witterungsbedingte Effekte, die insbesondere in außenabhängigen Branchen ihre Spuren hinterlassen. Entscheidend ist es nun Beschäftigung zu sichern, neue Zugänge in Arbeit zu eröffnen und gleichzeitig die vorhandenen Fachkräfte in der Region zu halten. Wir setzen deshalb auch 2026 auf individuelle Beratung, gezielte Qualifizierung und eine enge Begleitung von Unternehmen und Arbeitsuchenden“, so die Chefin der Agentur für Arbeit SachsenAnhalt Süd, Simone Meißner.

Arbeitsaufnahmen und Entlassungen 3.613 arbeitslose Personen fanden eine Beschäftigung, das waren 265 weniger als im Vormonat, aber 245 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt meldeten sich 8.868 Menschen im Januar aus einer Beschäftigung arbeitslos. Das waren 2.258 mehr als im Vormonat und 126 mehr als vor einem Jahr.

Stellenmeldungen Im Januar wurden insgesamt 2.436 freie Stellen von Betrieben aus Sachsen-Anhalt neu gemeldet. Das waren 1.503 Stellen weniger als im Vormonat (-38,2 Prozent), aber 45 mehr als vor einem Jahr (1,9 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Sachsen-Anhalt 2.436 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 1,9 Prozent mehr neue Stellen als vor einem Jahr.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte Stand November waren laut Hochrechnung in Sachsen-Anhalt 795.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Zum Vormonat sank die Anzahl um 1.200 Beschäftigte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 6.900 Beschäftigte weniger.

Unterbeschäftigung Die sogenannte Unterbeschäftigung stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent auf 114.858 Personen. Die Unterbeschäftigung weist zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen aus, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden.

Grundsicherung Die Jobcenter in Sachsen-Anhalt betreuten im Berichtsmonat insgesamt 118.405 erwerbsfähige Leistungsberechtige. Das waren 409 Personen weniger wie im Vormonat und 5.241 Personen weniger als im Vorjahr.

Kurzarbeit: Anzeigen und realisierte Kurzarbeit Die Arbeitsagenturen registrierten im Januar 48 Anzeigen für 369 Beschäftigte. Im Dezember waren es 32 Anzeigen für 910 Beschäftigte. Besonders betroffen waren im Berichtsmonat die Metallerzeugung und -bearbeitung sowie die Herstellung von Metallerzeugnissen mit 15 Anzeigen für 129 Beschäftigte. Betrachtet man die tatsächlich realisierte Kurzarbeit, so waren nach ersten Hochrechnungen im Oktober 2025 insgesamt 2.785 Beschäftigte in 123 Betrieben in Kurzarbeit. Rein rechnerisch waren damit 0,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen-Anhalt von Kurzarbeit betroffen.

Der Stichtag für die Bestandszählung von Personen in der Arbeitsmarkt-, Grundsicherungs- und Förderstatistik war am 14.01.2026.

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21 Antworten

  1. Finde den Fehler. sagt:

    Aber wichtig ist es, das gerade jetzt der Öffentliche Dienst jetzt, damit der Staat noch weniger Spielraum hat, die Wirtschaft anzukurbeln. Es wird wohl so kommen: Alles was durch KI ersetzt werden kann, wird auch zum radiaklen Stellenabbau im Öffentlichen Dienst führen, weil es gar nicht anders geht.

    • Passiert automatisch sagt:

      Der öffentliche Dienst wird schon allein durch Überalterung abgebaut. Dadurch wird KI ja wichtig.

      • Bürger sagt:

        Dafür werden jede Menge hauptamtliche und steuerfinanzierte Stellen im Bereich der NGOs geschaffen, die von der Regierung Aufgaben übertragen und bezahlt bekommen, die rechtlich eine Regierung selbst nicht wahrnehmen darf. Sichert im Gegenzug wieder Wählerstimmen, also eine Win-Win-Situation. Allerdings bricht in diesem Bereich langsam Panik aus, zu Recht.

  2. Detlef sagt:

    Bürgergeld sei Dank, aber im Winter steigen ja generell die Arbeitslosenstatistiken.

  3. A.W. sagt:

    Was für eine Überraschung. Betrifft im Übrigen auch Fachkräfte.

  4. Bürger sagt:

    Linke Schulden- und Transformationspolitik durch das Altparteienkartell beginnt zu wirken.
    Ich hoffe, dass die Betroffenen das Positive sehen: Wir sparen durch die Deindustrialisierung gaaaanz viel CO2 ein.

  5. Dino sagt:

    Liebe Mitmenschen macht Ihr es Euch nicht etwas einfach? Es gehen bei einigen Firmen, gerade im handwerklichen Bereich die Aufträge zurück, die Preise beim Material und Steuern steigen. Die Kunden halten ihr Geld zusammen, deshalb gehen viele Betriebe in Insolvenz…muss ich noch mehr auf zählen?

  6. Halle-Leser sagt:

    Dieses ständige schlechte Nachrichten melden.
    Während noch „Zum Rechtskreis SGB III“ gemeldet wird, fehlt „Zum Rechtskreis SGB II“

    Oh, könnte ja sein, dass die Grundsicherungsempfänger gar nicht so faul sind?

    Wo ist eigentlich der Pauli?
    Der hätte heute die Chance zu erklären warum in Halle ALG I-Empfänger um 533 Personen anstiegen, aber es 214 weniger SGB-II Empfänger gibt.
    Sogar die gemeldeten freien Stellen sind um 339 zurückgegangen!
    Die faulen Arbeitgeber, die über Fachkräftemangel jammern… Ich lach mich schlapp.

    • Facepalm sagt:

      Na vielleicht haben sich einige Grundsicherungsempfänger hochgearbeitet zu ALG I-Empfängern 🙂 Jaaaa, ist eine dämliche Aussage meinerseits. Wollte aber der noch dämlicheren Begründung des PH vorgreifen. ALG I ist aber eine Versicherungsleistung, in welche die Betroffenen vorher eingezahlt haben. Manche überbrücken damit eine Durststrecke. Der Fachkräftemangel sei wohl vorbei. Na klar suchen immer noch gewisse Bereiche. Die sollten aber mal wegen Attraktivität und Entlohnung gucken, ob da nicht auch Ursachen sind.

  7. Tiefenprüfer sagt:

    Hallo, ESEPPRLT:Die Aufteilung nach rein Deutsch (also ohne doppelte Staatsbürgerschaft) diese dann extra und aufgeteilt nach Staatsbürgerschaft. Würde mich interessieren. Hast du Angaben oder Tips wie man da ran kommt?

    • Der echte Tiefenprüfer sagt:

      1. Die Bundesagentur unterscheidet nur nach Deutsche und Ausländer. Alles andere ergibt keinen Sinn.
      2. „In der Betrachtung nach Staatsangehörigkeiten ist allein die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Ausländern gestiegen. Mit 6,00 Mio sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen war deren Zahl im November 2025 um 257.000 oder 4,5 Prozent größer als ein Jahr zuvor. Dieser Zuwachs geht ausschließlich auf Personen aus sogenannten Drittstaaten zurück, darunter 76.000 auf die Ukraine, 67.000 auf die wichtigsten Asylherkunftsländer sowie 24.000 auf Länder aus dem Westbalkan. Die Beschäftigung von Personen aus Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz hat sich hingegen verringert (-40.000).“
      3. Wenn du ein Tiefenprüfer bist, warum schaffst du es nicht, Google zu benutzen? Es sind > öffentliche Zahlen <. Die 81 Seiten findest du schon allein.

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