Zahl der Arbeitslosen steigt: Quote in Sachsen-Anhalt bei 8,0% und Halle (Saale) bei 9,5%

Die Arbeitslosigkeit ist in Sachsen-Anhalt im Dezember 2025 gestiegen. 88.561 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 2.732 Personen mehr (3,2 Prozent) als im November und 2.726 Personen bzw. 3,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8 Prozent und lag mit 0,3 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 7,7 Prozent. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 400 Personen gestiegen. Bei der Arbeitslosigkeit entfiel der größte Anteil der betrachteten Personengruppen auf Langzeitarbeitslose (38,6 Prozent) und Personen ab 50 Jahren (36,1 Prozent). Bei den Langzeitarbeitslosen ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 2,1 Prozent gestiegen. Zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) gehörten 33,9 Prozent (29.987 Personen) aller Arbeitslosen. Das sind 957 Personen (3,3 Prozent) mehr als im Vormonat und 3.182 Personen (11,9 Prozent) mehr als vor einem Jahr. In Halle (Saale) waren 11.858 Personen arbeitslos gemeldet, 80 mehr als im November und 161 mehr als vor einem Jahr. Die Quote liegt bei 9,5 Prozent.

„Mit Beginn des Winters steigt die Arbeitslosigkeit an. Besonders betroffen sind junge Menschen sowie männliche Arbeitskräfte. Wie in dieser Jahreszeit üblich, kommt es in den Außenberufen häufiger zu Freisetzungen. Auch nach Bereinigung der saisonalen Effekte zeigt sich ein leichter Anstieg. Gleichzeitig finden weniger Arbeitslose eine neue Stelle, da Unternehmen vor dem Jahreswechsel oft zurückhaltender einstellen und die wirtschaftliche Lage weiterhin verhalten bleibt. Dadurch haben es vor allem langzeitarbeitslose Menschen schwer, eine Beschäftigung zu finden. Positiv ist, dass viele Betriebe trotz Unsicherheiten ihre eingearbeiteten Beschäftigten halten möchten, um Fachkräfte langfristig zu sichern. Die aktuellen Entwicklungen spiegeln typische saisonale Effekte und eine gedämpfte Wirtschaftslage wider. Wichtig bleibt, Beschäftigung zu stabilisieren, Chancen für den Wiedereinstieg zu schaffen und gleichzeitig das vorhandene Fachkräftepotenzial zu sichern“, erklärte Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen. 

„Den Arbeitsmarkt im südlichen Sachsen-Anhalt langfristig zu stabilisieren und zukunftsfest aufzustellen, bleibt auch in 2026 unser Ziel. Die derzeit leicht steigenden Arbeitslosenzahlen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Umbrüche in verschiedenen Branchen – sind ein deutliches Signal, jetzt gezielt in Aus- und Weiterbildung, Qualifizierung sowie die Ansiedlung neuer, resilienter Unternehmen zu investieren. Nur so können wir nachhaltige Perspektiven für Beschäftigte und Firmen im Agenturbezirk schaffen“, so die Chefin der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt Süd, Simone Meißner.

Arbeitsaufnahmen und Entlassungen

3.878 arbeitslose Personen fanden eine Beschäftigung, das waren 732 weniger als im Vormonat, aber 266 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt meldeten sich 6.610 Menschen im Dezember aus einer Beschäftigung arbeitslos. Das waren 863 mehr als im Vormonat und 46 mehr als vor einem Jahr.

Stellenmeldungen

Im Dezember wurden insgesamt 3.939 freie Stellen von Betrieben aus Sachsen-Anhalt neu gemeldet. Das waren 423 Stellen mehr als im Vormonat (12 Prozent) und 774 mehr als vor einem Jahr (24,5 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Sachsen￾Anhalt 39.374 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 0,7 Prozent weniger neue Stellen als vor einem Jahr.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte

Stand Oktober waren laut Hochrechnung in Sachsen-Anhalt 796.100 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Zum Vormonat sank die Anzahl um 1.400 Beschäftigte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 5.700 Beschäftigte weniger.

Unterbeschäftigung

Die sogenannte Unterbeschäftigung sank im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent auf 110.317 Personen. Die Unterbeschäftigung weist zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen aus, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden.

Grundsicherung

Die Jobcenter in Sachsen-Anhalt betreuten im Berichtsmonat insgesamt 118.861 erwerbsfähige Leistungsberechtige. Das waren 228 Personen weniger wie im Vormonat und 4.528 Personen weniger als im Vorjahr.

Kurzarbeit: Anzeigen und realisierte Kurzarbeit

Die Arbeitsagenturen registrierten im Dezember 32 Anzeigen für 910 Beschäftigte. Im November waren es 30 Anzeigen für 371 Beschäftigte. Besonders betroffen waren im Berichtsmonat die Herstellung von Metallerzeugnissen mit 4 Anzeigen für 31 Beschäftigte. Betrachtet man die tatsächlich realisierte Kurzarbeit, so waren nach ersten Hochrechnungen im September 2025 insgesamt 2.354 Beschäftigte in 127 Betrieben in Kurzarbeit. Rein rechnerisch waren damit 0,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen-Anhalt von Kurzarbeit betroffen.

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21 Antworten

  1. Henk sagt:

    Erlebe das grüne Wirtschaftswunder.

  2. Privatier sagt:

    Gottseidank lohnt sich Arbeit ohnehin nicht, im Land der Alimentierung der Faultiere und Leistungsverweigerer.

  3. PaulusHallenser sagt:

    Die hohe Arbeitslosenquote in Halle und Sachsen-Anhalt hat ihre Ursachen im Bürgergeld. Das Bürgergeld verhindert in seiner heutige Form die schnelle Aufnahme einer neuen Beschäftigung. Von daher ist eine Bürgergeldreform, die den Namen Reform auch wirklich verdient, absolut unumgänglich.

    • Schichtarbeiter sagt:

      Da haben Sie Recht @ PaulusHallenser.

      • Wahnfried sagt:

        Nein, hat er nicht. Ist man sofort Grundsicherungsempfänger, wenn man seine Arbeit verliert? Kann es noch andere Gründe geben? Na? Du kommst selbst drauf.
        Eine Korrelation mit der Quote ist zwar möglich, dies jedoch auf diesen einen Punkt zu Reduzieren ist AfD Niveau und unseriös.

      • Durchzieher sagt:

        Ich sagte schon einmal: Alle Leistungen streichen. Außer Miete. Nur Sachleistungen. Punkt.

    • PaulusHallenser erzählt Unfug sagt:

      Wenn ich einen entsprechenden Arbeitsvertrag angeboten bekomme, unterschreibe ich und bin raus aus dem Bürgergeldbezug. Kurze Bonus-Malus-Rechnung und ich weiß, ob ich frei leben oder Vorschriften vom Amt erfahren will (Wohnung usw.).
      Das eigentliche Problem ist der nicht mehr vorhandene „Fachkräftemangel“. Ein Mangel herrscht vielleicht noch in den unattraktiven Bereichen und hängt auch mit dem angebotenen Verdienst zusammen. Aber als Fan von Sklaverei und voller Lagerphantasien ist das zu hoch für dich.

    • Willkommen im Jahr 2026! sagt:

      Das Bürgergeld wurde schon reformiert, heißt jetzt übrigens Neue Grundsicherung und die Sanktionen bei Verweigerung wurden verschärft. Interessiert dich aber ohnehin nicht, weil du es eh komplett abgeschafft haben möchtest wie auch den kompletten Sozialstaat, du neoliberaler, kapitalischer Kleingeist.

      • PaulusHallenser sagt:

        Das Bürgergeld sollte nicht für Menschen abgeschafft werden, die körperlich und/ oder geistig behindert sind.

        Solchen Menschen sollte stets geholfen werden. Ich habe kein Problem damit, wenn ein Mensch, der zum Beispiel an Trisomie oder einer Querschnittslähmung leidet, nicht arbeiten kann und sich über das Bürgergeld finanziert. Das ist völlig in Ordnung. Allen anderen sollte allerdings der Bürgergeldbezug verwehrt werden und zwar ohne Ausnahme.

  4. ! sagt:

    Mich würde interessieren, wie sich die Schwarzarbeitsquote entwickelt hat. Leider gibt es dazu keine Daten.

  5. Aha sagt:

    Super. Nur gut, dass unsere Genies in Berlin die Rentner auch noch länger arbeiten lassen wollen. Wo denn?

  6. Elfriede von dr Vochelweide sagt:

    …und dabei wird überall über Personalmangel geklagt….ist schon orgendwie seltsam…

  7. mirror sagt:

    Magdeburg hat 8,9% – Halle 9,5%. Das Dorf wird abgehängt. 🙂

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