Zukunftszentrum am Riebeckplatz in Halle (Saale): CDU fordert Antworten zum befürchteten Verkehrschaos

Die Pläne für das „Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation“ sorgen für Kontroversen. Inbsondere die verkehrliche Umsetzung bereitet Sorgen. Die CDU-Stadtratsfraktion hat nun eine umfassende Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt, um Klarheit über den Zeitplan und die drohenden Belastungen für Autofahrer und Anwohner zu erhalten. Im kommenden Stadtrat am 25. Februar 2026 sollen diese thematisiert werden. Der Riebeckplatz ist mit rund 90.000 Fahrzeugbewegungen pro Tag einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Mitteldeutschlands. Dass dieser Bereich für das neue Zukunftszentrum grundlegend umgestaltet werden soll, ist bekannt. Doch während der Bau für das Prestigeprojekt gefeiert wird, wächst in der Bevölkerung die Skepsis gegenüber den massiven Eingriffen in die Infrastruktur.

Der Zeitdruck wächst

Die Zielmarke steht: Bis spätestens 2028 soll die verkehrliche Umgestaltung abgeschlossen sein. Das bedeutet, dass bereits in diesem Jahr entscheidende Weichen gestellt werden müssen. Christoph Bernstiel, Vorsitzender der CDU-Fraktion, will es nun genau wissen: „Wann sollen die vorbereitenden Baumaßnahmen konkret beginnen, die sich auf den Verkehrsfluss auswirken?“. Die Fraktion hinterfragt kritisch, ob der ehrgeizige Zeitplan bis 2028 überhaupt haltbar ist.

Besonders der geplante Rückbau der Hochbrücken und die vorgesehene Einbahnstraßenregelung in der Magdeburger Straße sorgen für Unruhe. Die CDU fordert von der Stadtverwaltung den Nachweis, ob der Abriss der Spannbetonbrücken technisch tatsächlich zwingend erforderlich ist oder ob Gutachten andere Wege aufzeigen.

Zudem stellt sich für die CDU die Frage nach der Kapazität: Können die verbleibenden Straßen die Verkehrsströme der Brücken überhaupt aufnehmen? Wo genau beginnt und endet die geplante dreistreifige Führung der Volkmannstraße? Wie wird der Verkehrsfluss während der Bauphase für Pkw, den ÖPNV sowie für Radfahrer und Fußgänger sichergestellt?

Ein weiterer wunder Punkt ist die Parkplatzsituation. Mit dem Wegfall der Flächen an der Nord-Ostseite des Riebeckplatzes stellt sich die Frage nach dauerhaftem Ersatz. Auch das geplante Zukunftszentrum selbst steht im Fokus: Die CDU erkundigt sich, ob das Gebäude eine Tiefgarage erhalten wird und wie diese an das ohnehin belastete Straßennetz angebunden werden soll.

Auch die Auswirkungen auf angrenzende Quartiere, wie das geplante Wohngebiet hinter dem Stadtgottesacker, müssten laut der Anfrage dringend berücksichtigt werden.

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19 Antworten

  1. Skeptiker sagt:

    Was soll man davon JETZT halten? Man könnte meinen, es stehen Wahlen an…..

  2. Die Ölv 11 sagt:

    Stoppt diesen Irrsinn !

  3. Selters@web.de sagt:

    Gut, dass die CDU sich darum kümmert .

  4. Erna sagt:

    Die CDU hat ES gewollt . die fragen weil der Wahlkampf begonnen hat .

  5. Aufmerksamer Beobachter sagt:

    Wenn man etwas herbeireden möchte, was eigentlich schon zigmal beantwortet wurde, dann ist man bei der CDU Halle gut aufgehoben.

  6. An alle christdemokratischen Heulsusen dieser Bundesrepublik. sagt:

    Fordert doch endlich eure Wähler auf, weniger Auto und mehr Rad/ÖPNV zu fahren. Dann gibt es auch keinen Kollaps.

  7. Hans-Karl sagt:

    Da fängt man aber sehr zeitig an, solche grundlegenden Fragen zu stellen.
    Am Ende muß man ja aber auch noch berücksichtigen, dass das Zukunftszentrum jährlich von hunderttausenden Gästen besucht werden wird. Die wollen ja auch irgendwie Anreisen und Parken.

  8. 10010110 sagt:

    Die CDU fordert von der Stadtverwaltung den Nachweis, ob der Abriss der Spannbetonbrücken technisch tatsächlich zwingend erforderlich ist oder ob Gutachten andere Wege aufzeigen.

    Der Abriss wird früher oder später sowieso zwingend erforderlich, auch wenn die Brücken jetzt noch fünf oder zehn Jahre halten würden. Die CDU zeigt mal wieder ihr reaktionäres Gesicht und versucht – wie beim „Verbrennerverbot“ oder beim Kohle- und Atomausstieg – den Fortschritt aus ideologischen Motiven hinauszuzögern. Es soll sich am besten gar nichts ändern und alles so bleiben wie in den 1990er Jahren. 🙄

    Zudem stellt sich für die CDU die Frage nach der Kapazität: Können die verbleibenden Straßen die Verkehrsströme der Brücken überhaupt aufnehmen?

    Abgesehen davon, dass über die Brücken ohnehin nicht mehr viel „strömt“, offenbart sich hier der immer wiederkehrende Denkfehler, den man aus mir unerfindlichen Gründen nicht aus den Köpfen herauskriegt: die Verkehrsströme werden sich automatisch verringern, wenn die Straßenkapazität verringert wird. Ein Teil der Fahrten wird mit bequemeren Verkehrsmitteln (ÖPNV, Taxi, Fahrrad, …) durchgeführt, ein anderer Teil – der wirklich verzichtbare Verkehr – wird einfach grundsätzlich seingelassen.

    Ich erinnere mich noch an das Klagen und die Angstmacherei, als der nördliche Teil der Merseburger Straße von vier schmalen auf zwei breite Fahrstreifen verringert wurde. Was da für ein Verkehrschaos vorausgesagt wurde. Und jetzt sehen wir, dass Verkehr auf der Merseburger Straße hat sich insgesamt deutlich verringert hat, nicht zuletzt wegen der Osttangente.

    Ein weiterer wunder Punkt ist die Parkplatzsituation. Mit dem Wegfall der Flächen an der Nord-Ostseite des Riebeckplatzes stellt sich die Frage nach dauerhaftem Ersatz.

    Nein, die Frage stellt sich nicht. Wo kein Platz zum Parken ist, kann man halt nicht parken, so einfach ist das. Niemand ist gezwungen, mit dem Auto bis in die Stadt reinzufahren (Ausnahmen bestätigen die Regel). Indem man Parkplätze schafft, fördert man nur zusätzlichen Autoverkehr, weil die Mentalität vorherrscht, dass man sich einfach ins Auto setzen und drauflosfahren kann. An die Anwohner, die durch den Verkehr von außerhalb belästigt werden, denkt die CDU nicht. Hauptsache Manfred und Gisela vom Stadtrand haben es bequem. 🙄

    Autos sind Privatsache, also muss auch das Parken der Autos Privatsache sein – nichts, was die Stadt lösen müsste.

    Sinnlose Anfrage, deren einziges Ziel mal wieder ist, zu verhindern, verzögern und verbieten. Und da sage noch einer, die Grünen wären eine Verbotspartei.

    • Emmi sagt:

      „Abgesehen davon, dass über die Brücken ohnehin nicht mehr viel „strömt“,
      Wo lebst du denn? Der Verkehr über die Brücken entlastet den Platz darunter ungemein. Egal ob in Richtung B100/Autobahnen oder in Richtung Ammendorf/Merseburg. Mach mal deine Augen auf, Lügen bringen keine Klarheit.

  9. theduke sagt:

    Man wird sich wohl auf die alten Tugenden besinnen müssen: „Meide den Alkohol und den Riebeckplatz in Halle“. Ich verstehe auch nicht, warum man wieder einen Schritt zurück machen muss. Vor 20 Jahre wurde extra eine 3. Ebene für die Straßenbahn geschaffen, damit genannter Spruch entschärft wird. Wenn nun wieder eine Eben (die Hochbrücken) wegfällt, muss der Verkehr ja irgendwo hin. Nicht ohne Grund hat man am Kom.Center das rechtsabbiegen ermöglich, damit nicht der Verkehr aus der Volkmann-Str. über die Ampeln muss. Ich habe diese Regelung auch schon öfter genutzt. Durch den wegfall der Hochbrücken, wird diese Regelung wieder abgeschafft.

  10. Laufrad sagt:

    Parkplätze werden immer wieder überschätzt. Der individuelle Autoverkehr gehört zukünftig nicht mehr in die Innenstädte.
    ÖPNV ausbauen und zu vernünftigen Preisen anbieten.
    Fuß- und Radwege in hoher Qualität schaffen, das gehört zur Realisierung des Zukunftszentrums.

    • Emmi sagt:

      Was ist mit Schwerbeschädigten Menschen oder mit Gehbehinderung?
      Einfach so egoistisch zu bestimmen ist das für dich Demokratie @ Laufrad?
      Die veranschlagten Besucher von Außerhalb sollen dann mit Fahrrad kommen?

  11. zagcl4oe sagt:

    Wozu braucht das Zukunftszentrum eine Tiefgarage? Das ist das Zukunftszentrum, da kommen alle per Jetpack oder via Beaming. Auto fährt da keiner mehr!

    Wo ist eigentlich der NABU wenn man ihn braucht. Ich bin mir sicher im Beton der Brücke lebt die vom aussterben bedroht Steinlaus, daher darf man die Brücken nicht abreißen!

  12. Spaßhaber sagt:

    Es hat vor einiger Zeit einen Artikel hier gegeben, wo es um eine Erhebung ging, die den Verkehr am Riebekplatz untersucht hat. Dort kam man dann wohl zu dem Schluß, das der Verkehr sich über eine Ampelanlage statt Kreisverkehr regeln lässt. Wurde also alles schon geklärt.
    Das wird ein Spaß….

  13. Wien 3000 sagt:

    Den Verkehr vom Riebeckplatz fernzuhalten ist richtig und dazu ist eine Reduzierung der Kapazität notwendig. Die Fahrspuren auf der Brücke werden ohnehin nicht ersatzlos gestrichen, sondern kommen nach unten auf den Kreisel. Außerdem kann der Nord-Süd-Verkehr die weitgehend kreuzungsfreie Westtangente nutzen.

  14. lächerlich sagt:

    „Der Zeitdruck wächst“
    Aber doch nicht in Halle! Da lässt man sich doch auch Jahre Zeit für das Erneuern von ein paar Betonplatten über ein paar Unterführungen, bekannt als die „Brücken“ vom Rennbahnkreuz.

  15. Talec sagt:

    Die Brücken werden bald 60 Jahre alt (erbaut 1967) und hatten schon vor zehn Jahren schlechte Zustandsnoten (2013: 3,4 bzw. 3,5). Dazu schreibt das BASt: „Eine Zustandsnote/Substanzkennzahl von 3,0 bis 3,4 (nicht ausreichender Bauwerkszustand) steht für einen schlechteren Bauwerkszustand. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig eine Nutzungseinschränkung des Bauwerkes, sondern ist vielmehr ein Indikator dafür, dass in näherer Zukunft eine Instandsetzungsmaßnahme zu planen ist. Wie umfangreich diese Maßnahme ausfallen muss, lässt sich aus der Zustandsnote oder der Substanzkennzahl nicht direkt ableiten.“

  16. Geht gar nicht sagt:

    Als Radfahrer ist mir das vollkommen Schnuppe.ich fahre mit einem Lächeln an den Stau vorbei😆

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