Zur Sicherung des ärztlichen Nachwuchses: Uniklinik Halle kooperiert jetzt mit Harzklinikum

Die Universitätsmedizin Halle und das Harzklinikum arbeiten ab sofort eng zusammen. Hintergrund ist der sich in den kommenden Jahren weiter verschärfende Bedarf an ärztlichem Personal – insbesondere in ländlich geprägten Regionen wie dem Harz. Ziel ist es, Medizinstudierenden bereits während ihrer klinischen Ausbildung attraktive und zukunftsfähige Arbeits- und Lebensperspektiven in Sachsen-Anhalt aufzeigen, um angehende Ärzt:innen nachhaltig an das Land zu binden.

Der gemeinsam vereinbarte Rahmenvertrag sieht einen stufenweisen Aufbau der Kooperation vor. Zunächst soll im klinischen Bereich in sieben ausgewählten Fachbereichen die Zusammenarbeit aufgenommen werden. Über gemeinsame Forschungsprojekte sowie wissenschaftliche Kooperationen und Lehrveranstaltungen ist dann eine Intensivierung der Partnerschaft geplant. Die Durchführung von klinischen Blockpraktika ist bereits im kommenden Wintersemester 2026/2027 beabsichtigt. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines tragfähigen Models „Medizin-Campus Harzklinikum der Universitätsmedizin Halle“.

„Die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg leistet mit der strategischen Partnerschaft einen wertvollen Beitrag zur Fachkräftequalifizierung und -sicherung. Wir bieten künftigen Ärzt:innen sehr gute Studienbedingungen, müssen sie aber verstärkt auch für eine Zukunft in Sachsen-Anhalt und gerade in den ländlichen Regionen begeistern. Der geplante Medizin-Campus Harzklinikum ist hierfür ein erstklassiges Projekt mit besten Erfolgschancen“, erklärt Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann.

Die Dekanin der Medizinischen Fakultät, Prof. Heike Kielstein, betont: „Mit dem gezielten Aufbau dezentraler, regionaler Ausbildungsstrukturen stärken wir die universitäre Ausbildung in der Fläche und machen unsere Studierenden frühzeitig mit den Versorgungsrealitäten außerhalb großer Zentren wie Halle vertraut.“

Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, sagt: „Das Land Sachsen-Anhalt braucht moderne zukunftsweisende Kooperationsmodelle wie den geplanten Medizin-Campus Harzklinikum. Ich danke der Universitätsmedizin Halle für ihr Engagement, attraktive und zukunftsfähige Arbeits-, Lern- und Lebensperspektiven für zukünftige Mediziner:innen aufzuzeigen und damit die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum abzusichern.“

PD Dr. Matthias Janda, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Halle (Saale) ergänzt: „Die Kooperation ist ein wichtiger Schritt, um universitäre Forschung und medizinische Lehre noch enger mit der medizinischen Versorgungspraxis zu verknüpfen. Besonders in den chirurgischen Fächern, der Inneren Medizin, aber auch Querschnittsbereichen, wie der Notfallmedizin verfügt die Universitätsmedizin Halle über eine ausgezeichnete Expertise. Dieses Wissen bringen wir gerade in Zeiten großer Herausforderungen im Gesundheitswesen ein, um den medizinischen Nachwuchs bestmöglich auszubilden.“

Auch das Harzklinikum sieht in der Zusammenarbeit einen großen Gewinn. „Die Anbindung an die Universitätsmedizin Halle eröffnet neue Perspektiven für unsere Mitarbeitenden und stärkt unsere Rolle als moderner Ausbildungs- und Forschungspartner in der Region“, erklärt Dr. Matthias Voth, Geschäftsführer des Harzklinikums. „Davon profitieren nicht nur unsere Ärzt:innen, sondern langfristig auch die Patient:innen vor Ort.“

Der Landrat des Landkreises Harz, Thomas Balcerowski, sagt: „Wer ärztlichen Nachwuchs im ländlichen Raum sichern will, muss Ausbildung dorthin bringen, wo Versorgung stattfindet. Genau das unterstützt die Kooperation von Universitätsmedizin Halle und Harzklinikum, wofür ich sehr dankbar bin.“

Mit der Kooperation bündeln beide Einrichtungen systematisch ihre Kompetenzen. Die Universitätsmedizin Halle bringt ihre ausgewiesene Expertise in Forschung und Lehre ein, während das Harzklinikum als leistungsstarker regionaler Gesundheitsversorger ein breites klinisches Spektrum und große Praxisnähe bietet. Gemeinsam schaffen beide Partner neue Strukturen für eine enge Verzahnung von Wissenschaft, Ausbildung und klinischer Anwendung.

Foto Universitätsmedizin

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3 Antworten

  1. Dani sagt:

    Auch diese Kooperation wird nichts an der gescheiterten Gesundheitspolitik ändern, denn:

    Neben den Studenten wandern auch approbierte Ärzte aus. Im Jahr 2022 verließen laut BAMF – Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2.290 Ärzte Deutschland, von denen 56,8 % die deutsche Staatsangehörigkeit besaßen. Hauptziel ist die Schweiz, gefolgt von Österreich.

    Der geringe Verdienst und die ausufernde Bürokratie kann es ja nicht sein, so Lauterbach und Merz. *ironie off*

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