Zwischen Triumph und Tragik: Akademisches Orchester lädt zum Sinfoniekonzert „Schicksale“
Am Donnerstag, den 29. Januar 2026 ab 19.30 Uhr, verwandelt sich die Händelhalle in einen Ort tiefer musikalischer Emotionen. Unter der Leitung von Daniel Spogis präsentiert das Akademische Orchester der Martin-Luther-Universität ein Programm, das menschliche Lebenswege in all ihrer Zerrissenheit beleuchtet.
Musik als Spiegel der Zeit, als Zufluchtsort und als Akt des Widerstands: Unter dem Titel „Schicksale“ bringt das Akademische Orchester Halle (AO) drei Werke auf die Bühne, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch durch die existenzielle Kraft ihrer Erzählungen verbunden sind.
Ein Balanceakt der Weltgeschichte
Im Zentrum des Abends steht ein monumentales Zeugnis der Musikgeschichte: die 5. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch. Entstanden im Jahr 1937, auf dem Höhepunkt des stalinistischen Terrors, markiert das Werk einen Wendepunkt im Leben des Komponisten. Zwischen erzwungenem Jubel und tiefer Trauer fing Schostakowitsch das Grauen seiner Zeit in Tönen ein – ein musikalisches Versteckspiel, das bis heute durch seine bittere Ironie und dramatische Wucht erschüttert.
Zarte Kontraste und ukrainische Romantik
Einen Gegenpol zur orchestralen Gewalt Schostakowitschs bilden die Orchesterlieder von Richard Strauss. Als Solistin konnte hierfür die renommierte Sopranistin Marie Hänsel gewonnen werden. Die Preisträgerin des Beethoven-Kammermusikpreises, die zuletzt fünf Jahre festes Ensemblemitglied am Opernhaus Chemnitz war, gilt als Expertin für die klangliche Raffinesse dieser „musikalischen Kleinode“. In den Liedern werden die eher stillen Schicksale besungen – Momente der Liebe, der Erinnerung und der inneren Einkehr.
Eröffnet wird der Abend mit der kraftvollen Ouvertüre zur Oper „Taras Bulba“ von Mykola Lyssenko. Der ukrainische Nationalkomponist schuf damit ein Werk voller romantischer Leidenschaft, das die Geschichte des gleichnamigen Kosaken-Anführers einleitet.
Das Akademische Orchester, dessen Wurzeln bis in das 18. Jahrhundert zurückreichen, besteht heute aus rund 90 engagierten Studierenden und Mitarbeitern der Universität. Seit 2021 liegt die künstlerische Leitung in den Händen von Daniel Spogis. Der erfahrene Dirigent, der zuvor unter anderem am Theater Koblenz wirkte, wird das Publikum nicht nur musikalisch durch den Abend führen, sondern das Konzert auch moderieren.









Neueste Kommentare