33 Millionen Euro für Denkmalschutz in Sachsen-Anhalt

Facebook OpenGraph

Die Denkmalpflegeförderung des Landes Sachsen‑Anhalt hat im Jahr 2025 erneut wichtige Impulse für den Erhalt des kulturellen Erbes gesetzt. Von knapp 300 eingereichten Förderanträgen von Kommunen und anderen Institutionen konnten 125 Projekte positiv berücksichtigt werden. Insgesamt wurden über 20 Mio. Euro Landesmittel und nahezu 13 Mio. Euro Bundesmittel bewilligt, wodurch Gesamtinvestitionen von rund 50 Mio. Euro in Kulturdenkmale im Land ausgelöst wurden.

Private Eigentümerinnen und Eigentümer rücken in den Mittelpunkt

„Aber auch private Eigentümer leisten durch ihr persönliches Engagement einen unverzichtbaren Beitrag zur Bewahrung unseres kulturellen Gedächtnisses. Sie übernehmen Verantwortung, investieren Zeit, Kraft und oftmals erhebliche eigene Mittel – und halten damit Gebäude, Geschichten und Identität lebendig.“, sagt der Präsident des Landesverwaltungsamtes Thomas Pleye.

Mit 30 geförderten Einzelmaßnahmen entfiel ein bedeutender Teil der Unterstützung auf private Denkmaleigentümer. Die Bandbreite der Projekte zeigt eindrucksvoll das Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger für das bauliche Erbe ihrer Heimat – von kleinen Sicherungsmaßnahmen bis zu umfangreichen Restaurierungen.

Die Fördersummen reichten dabei von knapp 1.500 Euro – etwa für die Restaurierung zweier bleiverglaster Treppenhausfenster eines Wohnhauses in Quedlinburg – bis zu 200.000 Euro für die denkmalgerechte Sanierung des historischen Festsaals im Studiokino am Moritzplatz in Magdeburg.

Zu den geförderten privaten Denkmalen gehörten unter anderem:

  • der Bahnhof Magdeburg‑Neustadt,
  • die Bockwindmühle Osterweddingen,
  • eine denkmalgeschützte Scheune in Meinsdorf,
  • Mauersanierungen am Gutshof Marienborn,
  • Fassadensanierungen in Oranienbaum‑Wörlitz, Oranienbaum und an der ehemaligen Stellmacherei Wörlitz,
  • die Einbruchssicherung der Schlossanlage Isenschnibbe,
  • Restaurierungsarbeiten in der Schlosskapelle des Wasserschlosses Hemsendorf,
  • die historische Treppenhausrenovierung der Hedwigsburg in Prettin,
  • die Sanierung herrschaftlicher Räume im Hofmarschallhaus in Weißenfels,
  • der Wiedereinbau von Stuckelementen im Schloss Henriette (Gerbstedt, OT Helmsdorf),
  • sowie mehrere Notsicherungsmaßnahmen, u. a. am Alten Stadtspeicher in Sandau, am Stallgebäude der Landpension Kleeblatt in Zeitz und am Gutshof Eisenhammer in Raguhn‑Jeßnitz.

Auch innovative Projekte wie die energetische Sanierung und Vermittlung der Historischen Wassermühle Chörau oder die Förderung von denkmalverträglichen Solaranlagen, beispielsweise in Oranienbaum‑Wörlitz, wurden unterstützt.

„Der private Einsatz zeigt, dass Denkmalschutz weit mehr ist als staatliche Aufgabe: Er lebt vor allem von Menschen, die sich mit ihren Häusern und ihrer Region tief verbunden fühlen. Viele der geförderten Projekte wären ohne die Initiative, Ausdauer und Leidenschaft privater Eigentümer nicht denkbar. Ihr Beitrag stärkt ganze Ortsbilder und wirkt weit über das eigene Grundstück hinaus.“, so Pleye weiter.

Kontinuität über mehrere Jahre

Die Zahlen sind seit Jahren konstant (beispielsweise 2022/26 und 2023/32) und zeigen: das private Engagement ist seit Jahren fester Bestandteil des Denkmalschutzes.

„Die kontinuierlichen Zahlen privater Förderanträge zeigt, wie stark der Wille ist, historische Gebäude dauerhaft zu erhalten. Jede einzelne Maßnahme – ob kleines Fenster oder großer Festsaal – trägt dazu bei, unser Kulturerbe für kommende Generationen zu sichern.“, so Pleye abschließend.

Artikel Teilen:

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

12 Antworten

  1. ede sagt:

    Habe ich was verpasst?
    Kulturelles Erbe in S-A, selten so innig gelacht, hier regieren nicht nur die Träumer, hier ist die Dummheit Zuhause

  2. 10010110 sagt:

    Die Besitzer der Liegenschaften in der Brüderstraße 7, der Großen Steinstraße 34 und der Mansfelder Straße 58–60 kommen vor Lachen kaum in den Schlaf. 🙄

    • ähm sagt:

      Die Eigentümer nicht?

      • klaus sagt:

        eigentum verpflichtet! nicht nur nehmen, auch als eigentümer mal investieren.

        • Frager sagt:

          Naja, so einfach kann man es sich nun auch nicht machen. Die Eigentümer würden ja gern ihr Eigentum erhalten. Wenn aber von Seiten der Behörden nur Auflagen kommen und kein Unterstützung, lässt man es dann lieber mit der Sanierung. Das geht schon los bei Energetischen Sanierungen. Mach das mal an einem Denkmal. Nur leider gibts Förderungen immer nur für Gebäude von Land und Stadt, also öffentliche. Maximal bekommt man einen günstigen Kredit, der aber auch wieder an eine Menge Auflagen gekoppelt ist. Die meisten Leute ohne eigenes Haus, schaffen es ja nicht mal, sich um sich selbst zu kümmern und verlangen das stetig von allen anderen.

          • @Frager sagt:

            Der Text war so plausibel, doch dann:
            „Die meisten Leute ohne eigenes Haus, schaffen es ja nicht mal, sich um sich selbst zu kümmern und verlangen das stetig von allen anderen.“
            Steile These!
            Selbst ausgedacht oder hattest Du Hilfe?

    • Pressesprecher sagt:

      Nur eben, sie werden nix bekommen, weil falscher Ansatz…

  3. PaulusHallenser sagt:

    „Zu den geförderten privaten Denkmalen gehörten unter anderem:

    der Bahnhof Magdeburg‑Neustadt“

    Diese Bruchbude gehört eigentlich komplett abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt. Selbst der heruntergekommene Bahnhof in Buckau ist besser als dieses finanzielle Fass ohne Boden.

Schreibe einen Kommentar zu PaulusHallenser Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert