Pulverweiden-Wehr wird ab kommendem Jahr für drei Jahre saniert – Debatte um Baustraße

Die seit Jahren geplante Sanierung des Pulverweiden-Wehrs rückt nun in greifbare Nähe. Wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) mitteilte, sollen die Bauarbeiten im Herbst des kommenden Jahres beginnen und sich über einen Zeitraum von rund drei Jahren bis 2030 erstrecken.

Nach Angaben eines WSA-Vertreters im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Ordnung erfüllt das Wehr eine zentrale Funktion für den Hochwasserschutz der Saalestadt. Gleichzeitig weist die Anlage jedoch erhebliche Mängel und Schäden auf. „Das Wehr muss dringend saniert werden“, betonte er. Im Zuge der Arbeiten soll auch die Brücke über das Wehr instand gesetzt werden.

Für Fußgängerinnen, Fußgänger sowie Radfahrende soll der Bereich während der Bauzeit größtenteils passierbar bleiben. Geplant ist allerdings, den Brückenbereich einzuhausen, damit sich dort keine Personen aufhalten. Ein Großteil der benötigten Baumaterialien soll über den Wasserweg angeliefert werden, dennoch sind zusätzliche Baustraßen erforderlich. Eine Route führt von der B80 in Neustadt über den Bereich der Feuerwache am Kanal vorbei zur Rennbahn und weiter zum Pulverweiden-Wehr. Eine zweite Baustraße ist von der Hafenbahntrasse am Holzplatz zum Wehr vorgesehen.

Grundsätzlich begrüßte Silke Burkert (SPD) die Sanierung. Gleichzeitig äußerte sie Sorgen hinsichtlich des Schutzes wertvoller Baumbestände sowie des hohen Anteils an Flächenversiegelung. Zudem fragte sie, wie verhindert werden könne, dass die Baustraßen vom Individualverkehr genutzt werden.

Ein Vertreter des WSA verwies in diesem Zusammenhang auf erhebliche Platzprobleme. Rückschnitte seien notwendig, auch Fällungen könnten nicht vollständig ausgeschlossen werden. Allerdings sei der Verlauf der Baustraßen bereits angepasst worden, um besonders schützenswerte Bäume zu erhalten. Zudem seien Ausgleichspflanzungen geplant.

Noch offen ist die Frage, wie nach Abschluss der Bauarbeiten mit den Baustraßen verfahren werden soll. Während einige Ausschussmitglieder einen vollständigen Rückbau favorisieren, sprechen sich andere für einen dauerhaften Erhalt aus. „Aus naturschutzfachlicher Sicht spricht viel für einen Rückbau“, erklärte Nico Schröter vom Fachbereich Städtebau und Bauordnung. Zugleich verwies er jedoch auf die angespannte Haushaltslage der Stadt: „Wir bekommen eine kostenlose Fahrradstraße.“

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6 Kommentare

  1. Gendermän sagt:

    Radfahrende
    Radfahr Ende
    Rad Fahrende

  2. On + On sagt:

    Diese Straße sollte erhalten bleiben, stellt sie doch eine exellente Fahrradverbindung zwischen Altstadt-Neustadt-Angersdorf-Teutschenthal dar.

  3. Hobbysoziologe sagt:

    Wenn eh gebaut wird, wäre das genau die passende Möglichkeit dort die Wasserkraft auch zur Stromerzeugung zu nutzen.
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  4. Wasserkraft? sagt:

    Ist die Stelle für die Verstromung durch ein kleines Wasserkraftwerk geeignet? Am Wettiner Wehr und in Bad Kösen scheint es ja ganz gut zu laufen.