Neue Siemens Mireo-Züge rollen ab Dezember im Mitteldeutschen S-Bahn-Netz: DB lässt Züge in Halle warten. Länderbahn im Vogtland
Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 beginnt im Mitteldeutschen S-Bahn-Netz eine neue Ära. Moderne Fahrzeuge aus der Mireo-Familie von Siemens Mobility ersetzen ältere Züge, zugleich verändern sich Betreiberstrukturen auf mehreren Linien. Für Fahrgäste zwischen Leipzig, Halle (Saale) und dem Umland bedeutet das mehr Komfort, zusätzliche Kapazitäten und in einigen Fällen direkte Verbindungen ohne Umstieg.
Künftig übernimmt die Die Länderbahn die Linien S3 sowie S5 und S5X. Die S3 verbindet unter anderem Leipzig mit Halle und Nietleben, während S5 und S5X wichtige Achsen zwischen Leipzig, Halle und Trotha bedienen. Insgesamt 41 Triebwagen stehen der Länderbahn dafür zur Verfügung. Gewartet werden die Fahrzeuge in der unternehmenseigenen Werkstatt im Vogtland, wo bereits umfangreiche Vorbereitungen laufen.
Parallel bleibt DB Regio Südost auf zentralen Linien aktiv. Das Unternehmen betreibt weiterhin die S4 von Torgau über Eilenburg, Taucha und Leipzig Hauptbahnhof (tief) bis nach Oschatz und Riesa, die S6 von Leipzig-Stötteritz über den City-Tunnel bis nach Naumburg sowie die S30 zwischen Schkeuditz und Leipzig Hauptbahnhof. Die klare Aufgabenteilung soll Stabilität schaffen und zugleich Wettbewerb und Qualität fördern.
Batteriezüge verbinden Regionen ohne Oberleitung
Ein zentrales Element der Neuerungen ist der Einsatz der zweiteiligen Batteriezüge Mireo Plus B. Sie ermöglichen es erstmals, durchgehende Verbindungen auch über nicht elektrifizierte Streckenabschnitte hinweg anzubieten. Die Linie S1 wird künftig Leipzig-Miltitzer Allee, den City-Tunnel, Leipzig-Stötteritz, Borsdorf, Grimma, das Muldental und Döbeln ohne Unterbrechung miteinander verbinden. Für Fahrgäste bedeutet das: kein Umstieg mehr an Übergabepunkten zwischen elektrifizierten und nicht elektrifizierten Strecken.
Die Deutsche Bahn erhält insgesamt 34 neue Triebwagen. Bemerkenswert ist dabei die organisatorische Lösung: Obwohl die betreffenden S-Bahnen der DB nicht regulär in Halle stationiert sind, übernimmt die Werkstatt in Halle (Saale) die Wartung und Reparatur. Bereits seit Beginn des Jahres wurden dort vier Vorserienfahrzeuge eingesetzt, um Schulungen, Tests und Optimierungen vorzunehmen. Werkstattteams konnten sich frühzeitig mit der komplexen Batterietechnik, den Diagnosesystemen und der spezifischen Wartungslogik vertraut machen.
Die Batterietechnologie ersetzt auf einzelnen Abschnitten ältere Dieseltriebfahrzeuge. Damit leisten die neuen Züge einen direkten Beitrag zur Reduktion von CO₂-Emissionen und Lärmbelastung. Die Fahrzeuge fahren auf nicht elektrifizierten Strecken lokal emissionsfrei und nutzen auf elektrifizierten Abschnitten die Oberleitung zum Laden der Batterien.

Mehr Komfort, mehr Kapazität, schnellere Fahrgastwechsel
Unabhängig vom jeweiligen Betreiber kommen im Netz einheitliche Fahrzeugtypen zum Einsatz. Für die Fahrgäste steht damit ein homogenes Komfortniveau bereit. Die zweiteiligen Fahrzeuge bieten rund 100 Sitzplätze, dreiteilige 150 und vierteilige Garnituren bis zu 200 Sitzplätze. Großzügige Mehrzweckbereiche erleichtern das Reisen mit Kinderwagen, Rollstuhl, Gepäck oder Fahrrad. Ein separater Bereich der ersten Klasse mit Ledersitzen schafft zusätzlichen Komfort für Pendlerinnen und Pendler mit längeren Fahrtstrecken.
Kostenloses WLAN, Steckdosen und USB-Anschlüsse an nahezu allen Sitzplätzen sowie kabellose Lademöglichkeiten an Vierertischen gehören zur Grundausstattung. Ein Echtzeit-Fahrgastinformationssystem informiert über Ankunftszeiten, Anschlusszüge und mögliche Änderungen im Betriebsablauf. Eine spezielle Hochfrequenz-Scheibenlösung verbessert den Mobilfunkempfang deutlich, sodass mobiles Arbeiten oder Streaming während der Fahrt zuverlässiger möglich wird.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Beschleunigung der Fahrgastwechsel. Mehr und breitere Türen verkürzen die Haltezeiten an den Stationen. Das stabilisiert den Fahrplan, reduziert Verspätungsanfälligkeit und verbessert Anschlussbeziehungen im gesamten Netz. Barrierefreies Ein- und Aussteigen erleichtert zudem Menschen mit Mobilitätseinschränkungen den Zugang zur Bahn.
Stimmen aus Politik und Unternehmen
Dr. Lydia Hüskens, Ministerin für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt, spricht von einem deutlichen Qualitätssprung. Mobilität bedeute Freiheit, und Freiheit setze eine echte Wahlmöglichkeit voraus. Saubere, moderne und komfortable Fahrzeuge seien dafür eine Grundvoraussetzung. Besonders die direkte Verbindung Naumburgs mit dem City-Tunnel Leipzig durch die S6 wertet sie als starkes Signal für Pendlerinnen und Pendler.
Christine Singer, Vorsitzende der Regionalleitung DB Regio Südost, betont die intensive Vorbereitung in den Werkstätten. Man habe frühzeitig Fahrzeugkompetenzen aufgebaut und nicht erst mit dem offiziellen Betriebsstart begonnen. Dass bereits seit Jahresbeginn vier Fahrzeuge zu Schulungszwecken bereitstanden, sei ein entscheidender Vorteil gewesen. Leistungsfähigkeit, Komfort und Zukunftsfähigkeit stünden im Mittelpunkt der neuen Flotte.
Auch aus kommunaler Sicht wird das Projekt positiv bewertet. Landrat Henry Graichen verweist auf die Förderung durch Bund und Freistaat Sachsen im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregion. Die Modernisierung der Flotte und die Anbindung weiterer Grund- und Mittelzentren an das S-Bahn-Netz stärkten nicht nur die Mobilität, sondern wirkten sich auch demografisch positiv aus. Erfahrungen aus bereits angebundenen Orten zeigten, dass Bahnhofsstandorte im S-Bahn-Netz häufig stabile oder sogar steigende Einwohnerzahlen verzeichnen.
Energieeffizienz und Klimaschutz als strategisches Ziel
Technisch setzen die Mireo-Züge neue Maßstäbe im regionalen Schienenverkehr. Eine leichte Aluminium-Bauweise, optimierte Aerodynamik und ein intelligentes Bordnetz senken den Energieverbrauch deutlich. Im Vergleich zu Fahrzeugen ähnlicher Kapazität benötigen sie bis zu 25 Prozent weniger Energie. Bis zu 95 Prozent der eingesetzten Materialien sind recycelbar.
Die Einführung der neuen Flotte ist Teil einer langfristigen Strategie, den Nahverkehr in der Region zu stärken und mehr Menschen zum Umstieg vom Auto auf die Bahn zu bewegen. Mehr Kapazität, höhere Zuverlässigkeit und ein spürbar gesteigerter Komfort sollen die Attraktivität des Systems erhöhen. Besonders in einer wachsenden Metropolregion wie Leipzig/Halle, in der Pendlerströme stetig zunehmen, wird die Leistungsfähigkeit des S-Bahn-Netzes zum entscheidenden Standortfaktor.
Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 beginnt somit nicht nur ein neues Kapitel für Betreiber und Werkstätten, sondern vor allem für die Fahrgäste. Moderne Batterietechnik, bessere Vernetzung und hochwertige Ausstattung machen die S-Bahn Mitteldeutschland fit für die kommenden Jahrzehnte. Die Region erhält ein leistungsfähiges Rückgrat für nachhaltige Mobilität – und setzt ein sichtbares Zeichen für klimafreundlichen Fortschritt auf der Schiene.









Schade, dass die Züge so hässlich aussehen. 🙁
Nur gut das du nirgends was zu entscheiden hast.
Nulli
Hast Du Modell gestanden?
Das erklärt alles!
Was ist denn an den Zügen hässlich?
Ein Zug hat eine bestimmte Funktion, die auch die Gestaltung bestimmt.
@Nulli
Vielleicht sind die Züge deshalb so hässlich, dass Du bloß nicht einsteigst!
Alter, das ist Grauenvoll mit Dir! Hast Du wirklich keine Freude und Freunde?