Wohneigentumsquote von 17,7% in Halle (Saale) – bundesweit sind es 43,5%
Wohnen in den eigenen vier Wänden: Vom Einfamilienhaus bis zur Eigentumswohnung – in Halle (Saale) gibt es rund 24.200 Wohnungen, für die keine Miete bezahlt werden muss. Denn ihre Eigentümer nutzen sie selbst. 30 Prozent davon leben in einer Eigentumswohnung. Das geht aus einer regionalen Wohnungsmarkt-Analyse hervor, die das Pestel-Institut im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) gemacht hat.
Die Wissenschaftler ermittelten dabei für Halle (Saale) eine Wohneigentumsquote von 17,7 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit liegt die Quote bei 43,5 Prozent. „Damit ist Deutschland ein ‚Mieter-Land‘ und landet beim Ranking zum Wohneigentum im Europa-Vergleich nur auf dem vorletzten Platz“, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut.
„Die eigenen vier Wände rangieren bei den Menschen zwar immer noch ganz oben auf der Wunschliste. Aber gerade die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten“, sagt Matthias Günther. Rund 47.800 Menschen dieser Altersgruppe leben nach Angaben des Pestel-Instituts aktuell in Halle (Saale). Immer mehr von ihnen seien allerdings gezwungen, dauerhaft zur Miete zu wohnen. „Dabei gehören gerade Jobstarter und Familiengründer zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau. Aber die ‚Nestbauer-Generation‘ ist längst zur Verlierer-Generation beim Wohneigentum geworden“, sagt Matthias Günther.
Es fehle an staatlicher Unterstützung, kritisiert der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel: „Der Bund hat zuletzt die Eigenheimzulage und dann das Baukindergeld abgeschafft – und damit die effektive Förderung von Wohneigentum faktisch eingestellt“, sagt BDB-Verbandspräsidentin Katharina Metzger.
Metzger fordert die Bundesregierung auf, schnell ein Programm für Wohneigentum – eine „Haus-Förderung“ – in die Wege zu leiten: „Notwendig sind direkte Zuschüsse. Geld vom Bund also, das auch Durchschnittsverdiener in Halle in die Lage versetzt, endlich eine Chance auf die eigenen vier Wände zu haben: Ein Startkapital für das erste selbstgenutzte Wohneigentum.“ Außerdem sei ein Niedrigzinsprogramm notwendig.
Wer Wohneigentum anschaffen wolle, müsse in die Lage versetzt werden, dies auch mit nur wenig Eigenkapital zu schaffen. „Das bedeutet dann aber auch, den Gürtel enger zu schnallen. Von Urlaubsreisen bis zum Autokauf: Wer Wohneigentum will, muss über viele Jahre erhebliche Abstriche machen, lebt dann aber auch für Jahrzehnte in den eigenen vier Wände und zahlt keine Miete mehr“, so Katharina Metzger.
Wichtig sei, dass die Förderung des Bundes für die „Chance auf Wohnen im Eigentum“ kein „kompliziertes Bürokratiemonster“ werden dürfe. Dabei ziehen der Baustoff-Fachhandel und der Dachverband der Mauerstein-Industrie an einem Strang: Das Startkapital des Staates müsse genauso wie zinsgünstiges Baugeld schnell und einfach bereitgestellt werden, sagt Hannes Zapf. Er ist Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM).
Zapf fordert außerdem, der Bund müsse seine Unterstützung für Wohneigentum langfristig garantieren. „Es muss eine Marathon- und darf keine Sprint-Förderung geben. Wer sich heute entscheidet, Geld für ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu sparen, muss sich auch in drei, fünf oder sieben Jahren noch darauf verlassen können, dass die Förderung als feste Zusage des Staates steht“, so Hannes Zapf.
An die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus Halle (Saale) und ganz Sachsen-Anhalt appelliert die Präsidentin des Baustoff-Fachhandels, Katharina Metzger, Wort zu halten: „Im Koalitionsvertrag steht klipp und klar, dass Wohneigentum gefördert werden soll. Aber wann, wenn nicht jetzt?“ Passiere nichts, gehe die Hängepartie weiter: „Alle warten auf Unterstützung vom Bund. Solange die nicht kommt, liegt der Traum von den eigenen vier Wänden weiterhin auf Eis“, so Metzger.
Immerhin sei das Wohneigentum auch fürs Alter wichtig: „Als bewohnbare Rente – als ein Stück ‚Rente in Stein‘ nämlich“, macht Hannes Zapf deutlich. Das beste Beispiel dafür seien die geburtenstarken Jahrgänge: „Die Baby-Boomer gehen jetzt nach und nach in Rente. Damit haben sie deutlich weniger Geld im Portemonnaie. Die Miete bleibt aber oder steigt sogar. Die Folge: Immer mehr Neu-Rentner können sich ihre bisherige Wohnung nicht mehr leisten – sie wohnen sich arm“, sagt Matthias Günther. Für den Chef-Ökonomen des Pestel-Instituts ist die „Wohnarmut im Alter vor allem eine Mieterarmut“. Wer Wohneigentum habe, komme finanziell im Alter „deutlich besser über die Runden“.









Danke für den Artikel.
Ich habe mich schon länger gefragt wieso eigentlich solche Themen nie kritisiert/ Angesprochen werden.
Von der Politik hört man nur: ZuckerSTEUER hier, CO2STEUER da. Kein Geld mehr für die Krankenkassen, Zahnkosten, Rente, Private Vorsorge alles soll man selbst übernehmen. Alles wird aufgeblährt und teurer. Die wirklichen Probleme will aber niemand lösen… Kitaplätze, bezahlbares wohnen, attraktive Arbeitsplätze damit man für seine 40h woche und 24 Tage Urlaub vllt auch mal wieder eine Familie alleine ernähren kann wie früher?
Vertreter des „Volkes“ treten die 98% der Bevölkerung mit Füßen und machen Politik für die Lobbyisten..
Es wird Zeit, dass das Volk wieder auf die Straße geht.
Danke für deine Arbeit. Informier uns bitte weiter so treu.
Es ist ziemlich bescheuert, Jahrzehnte Miete zu zahlen, statt einen Kredit mit dem dann Eigentum geschaffen wird. Aber in Halle ist es auch ein Problem, Wohnungen zu kaufen. Der Markt ist eng und sowohl im Günstigen als auch im besonders hochwertigem Segment gibt es fast nichts zum Kauf. Barrierefrei, modern mit Lift, Tiefgarage, Penthouse oder Dachterasse – fast nie auf dem Markt. Ws herrscht halt immer noch DDR mit den Wohnungsgesellschaften, 3Rm Standard etc. Und auch die Stadt: statt EFH-Grundstücke individuell zu vermarkten kommen in Halle nur die immer gleichen Bauträger zum Zuge. Das fördert weder Vielfalt noch Attraktivität.
Jahrzehnte Zinsen zahlen ist natürlich viel besser. Alle Reparaturen selbst zahlen, Versicherung, Steuern – komplett und sofort. 6 Uhr muss der Schnee weg sein und die Tonnen an der Straße.
Dann zieht nebenan jemand ein, mit dem es so richtig „Spaß“ macht und man verkauft mit Verlust….
Na ja, man muß schon schauen, wohin man zieht. Nur neue Nachbarn kann man sich nicht aussuchen, die anderen Punkte sind planbar. Und: bei Miete ist der Verlust 100%. Zahle ich statt Miete Zinsen und habe z.B. nach 50% der Abzahl-Zeit mit 20% Verlust verkauft, bleiben immer noch 30% Gewinn ( bei Miete 0% Gewinn). Aber ja: Miete ist flexibler und für Bequeme und Dumme geeigneter. Dafür zahlt man dann eben den Bequemlichkeitsaufschlag. Und Nachbarn gibts auch, meist noch dichter dran. Ich hab schon alles durchlebt, Miete in verschiedenen Konstellation und Eigentum. EFH mit Garten ist da klar am Besten für meine Bedürfnisse. Für andere mag das nicht gelten.
Der Mieter zahlt auch für Versicherungen, Steuern, Straßenreinigung, Müll etc. Nennt sich, sofern nicht in der Miete einberechnet, Nebenkosten. Offensichtlich bist Du ein Milchmädchenrechner. Kein Wunder, denn ein bisschen Basisintelligenz, Anpackermentalität und Rechenfähigkeit sollte man mitbringen . Standardfehler sind: falsche Lage kaufen, vom Makler beschwatzen lassen und zu schnell zu entscheiden, zur Bank als Bittsteller statt als Kunde mit Verhandlungsmacht (Zins runterhandeln!), nicht 20% Puffer einplanen, Eigenleistung überschätzen etc. Ja, Eigentum macht zu Anfang mehr Arbeit und bedeutet Risiko, das aber exponentiell abnimmt. Nach 5 Jahren ( max. 10) sollte auch bei einem Notverkauf der break-even erreicht sein. Dann beginnt der Vorteil ggü. Mietzahlung. Es ist immer ein Langfristinvestment. Und dann: FDP wählen (Luft nach oben)
„Der Mieter zahlt auch für Versicherungen, Steuern, Straßenreinigung, Müll etc.“
Aber nur einen Bruchteil.
„Nennt sich, sofern nicht in der Miete einberechnet, Nebenkosten.“
Nein.
„Ja, Eigentum macht zu Anfang mehr Arbeit und bedeutet Risiko“
Miete bedeutet weder Risiko noch Arbeit.
„Nach 5 Jahren ( max. 10) sollte auch bei einem Notverkauf der break-even erreicht sein.“
Völlig utopisch. Soviel zu „Basisintelligenz und Rechenfähigkeit“.
„Dann beginnt der Vorteil ggü. Mietzahlung.“
Nein, bei „break-even“ ist vielleicht Risikokompensation möglich. Vorteil ist da noch lange nicht. Je nach „Rechenfähigkeit“ tritt ein (finanzieller) Vorteil überhaupt nie ein.
Aber du kannst es dir natürlich schön rechnen/reden. 🙂
Danke für den Artikel. Ich habe mich schon länger gefragt wieso eigentlich solche Themen nie kritisiert/ Angesprochen werden. Von der Politik hört man nur: ZuckerSTEUER hier, CO2STEUER da. Kein Geld mehr für die Krankenkassen, Zahnkosten, Rente, Private Vorsorge alles soll man selbst übernehmen. Alles wird aufgeblährt und teurer. Die wirklichen Probleme will aber niemand lösen… Kitaplätze, bezahlbares wohnen, attraktive Arbeitsplätze damit man für seine 40h woche und 24 Tage Urlaub vllt auch mal wieder eine Familie alleine ernähren kann wie früher? Vertreter des „Volkes“ treten die 98% der Bevölkerung mit Füßen und machen Politik für die Lobbyisten.. Es wird Zeit, dass das Volk wieder auf die Straße geht. Danke für deine Arbeit. Informier uns bitte weiter so treu.
Gleich zwei mal? Übrigen Zuckersteuer und CO2Steuer gibt es woanders auch, in manchen Ländern seit Jahrzehnten. Dort gibt es trotzdem eine höher Eigentumsquote.
Warum bauste denn nicht?
Die Stadt bietet doch immer mal Grundstücke an. Weiß nun nicht, was da gebaut werden darf.
Dann ein fähiger Architekt und ein ebenso fähiger Projektentwickler, und diverse fähige solvente Baufirmen.
Wohnungen entweder einzeln verkaufen oder vermieten.
In der LVZ las ich von einem mehrgeschossigen Neubau in L-Lindenau — 17 Euro/Quadratmeter.