Gemeinsam für ein grünes Quartier: Vier Wohnungsunternehmen stellen Zukunftsprojekt für die Voßstraße vor

In Halle (Saale) bündeln erstmals vier große Wohnungsunternehmen ihre Kräfte, um ein innerstädtisches Wohngebiet nachhaltig und zukunftsfähig umzugestalten. Die Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH (HWG), die Hallesche Wohnungsgenossenschaft FREIHEIT eG, die FROHE ZUKUNFT Wohnungsgenossenschaft eG sowie die Wohnungsbaugenossenschaft „Eisenbahn“ e. G. arbeiten bei der Weiterentwicklung des Quartiers Voßstraße künftig über Eigentumsgrenzen hinweg zusammen. Am gestrigen 12. August 2026 wurde das gemeinsame Vorhaben den Anwohnerinnen und Anwohnern im Rahmen eines Quartiersfestes offiziell vorgestellt.

Rückenwind durch Fördergelder und starke Partnerschaften

Das Projekt setzt auf ein umfassendes Konzept für Klimaanpassung, Barrierefreiheit und eine höhere Aufenthaltsqualität. Um die geplanten Maßnahmen umzusetzen, konnten rund 500.000 Euro an Fördermitteln aus dem Bundesförderprogramm „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen (KoMoNa)“ eingeworben werden. Der Antrag wurde in Zusammenarbeit mit dem halleschen Landschaftsarchitekturbüro Planerzirkel bei der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit eingereicht. Neben den Wohnungsunternehmen und dem Landschaftsarchitekturbüro sind auch die Stadt Halle (Saale), die benachbarten Franckeschen Stiftungen sowie das Zukunftszentrum an der Initiative beteiligt. HWG-Geschäftsführerin Simone Danz betonte, dass eine gemeinsame Gestaltung der Außenanlagen auf so engem Raum nur folgerichtig sei, um die Wohnqualität zu steigern und Antworten auf klimatische Herausforderungen zu finden.

Maßnahmen gegen Hitzeinseln und zur Stärkung der Biodiversität

Das Wohnquartier grenzt unmittelbar an die Franckeschen Stiftungen und ist durch zwölf elfgeschossige Hochhäuser geprägt, die Heimat für rund 500 Wohnungen bieten. Durch die dichte Bebauung und eine derzeit unzureichende Bepflanzung fehlt es im Sommer an Schatten, Verdunstung und Luftzirkulation, was zur Entstehung extremer Wärmeinseln führt. Dirk Neumann, Vorstandssprecher der WG FREIHEIT, erklärte dazu, dass man auf dieses Mikroklima gezielt reagieren wolle, um das Potenzial des innerstädtischen Wohnorts voll auszuschöpfen. Durch gezielte Neubepflanzungen, zusätzliche Bäume und naturnahe Strukturen soll das Areal ökologisch aufgewertet und die Biodiversität gestärkt werden.

Intelligentes Regenwassermanagement bei Starkregen

Ein weiterer Kernaspekt des Projekts betrifft das Wassermanagement. Innerhalb des Quartiers besteht ein Gefälle von rund zehn Metern in Richtung der Franckeschen Stiftungen, wodurch Niederschlagswasser bei Starkregenereignissen bisher weitgehend ungenutzt abfließt. Künftig sollen Systeme entwickelt werden, um das Wasser direkt vor Ort aufzufangen und nutzbar zu machen. Matthias Kirchner, Vorstand der WG Frohe Zukunft, hob hervor, wie wertvoll Wasser insbesondere in Trockenperioden sei und dass Wege gefunden werden müssen, große Wassermengen lokal zu binden.

Barrierefreie Wege und direkte Einbindung der Bewohnerschaft

Da die Voßstraße als Sackgasse frei von motorisiertem Durchgangsverkehr ist, stehen die Bedürfnisse von Fußgängern, Radfahrenden und mobilitätseingeschränkten Menschen im Mittelpunkt der Neuplanung. Matthias Simeonow, Vorstand der WG Eisenbahn, verwies auf den aktuellen Mangel an Rampen für Kinderwagen oder Fahrräder sowie auf das Potenzial, Treppen durch Schrägen zu ersetzen, um neue barrierefreie Wegeverbindungen zu schaffen.

Auf dem gestrigen Quartiersfest erhielten die Bewohnerinnen und Bewohner nicht nur Einblicke in die Planungen, sondern auch in die Ergebnisse einer bereits durchgeführten Bewohnerbefragung. Die Rückmeldungen der Mieter unterstreichen den Bedarf an mehr Grünflächen, zusätzlichen Sitz- und Treffmöglichkeiten, besseren Abstellplätzen für Rollatoren und Fahrräder sowie einer konsequenten Barrierefreiheit. Diese Bürgerwünsche fließen direkt in die nachfolgenden Konkretisierungen des Quartiersprojekts ein.

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