Außenfassade des Stadtbads ist saniert, Frauenhalle ab Oktober wieder offen


Im vergangenen Herbst wurde schon der runderneuerte Turm des Stadtbads übergeben. Der bröckelnde Putz wurde ausgebessert, ein neues Kupferdach aufgesetzt.
Nun ist ein weiterer Meilenstein in der Sanierungsgeschichte des Stadtbades Halle geschafft. Auch die Außenfassaden erstrahlen in neuem Glanz, sie wurden mit Sicherungsmitteln saniert. Am Montag erfolgte die offizielle Übergabe.

Das Stadtbad hat nicht nur eine historische Bedeutung für Halle, sondern ist auch als Stätte des Sports, für Schulen, Vereine und die Öffentlichkeit sehr wichtig. Die Rettung des denkmalgeschützten Gebäudes ist allerdings ein Kraftakt, den nur viele, starke und kompetente Partner gemeinsam schaffen können. „Das historische Stadtbad ist ein stadtbildprägendes Baudenkmal. Umso wichtiger, dass Stadt und Stadtwerke die Sanierung mit großem Elan verfolgen. Sie gelingt uns vor allem dank eines seit 2013 ausgeglichenen städtischen Haushaltes. Das Projekt reiht sich ein in die Investitionen, die die Stadt mit ihren Partnern hier im Viertel umsetzt, z.B. den Umbau der Steintor-Kreuzung, den neuen Uni-Campus und die neue Jugendherberge. Und 2015 stellte die Stadt 1,1 Millionen Euro Fördermittel für die Sanierung der Fassade bereit. Ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen“, sagt Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand. Er dankt insbesondere den Stadtwerken Halle und der Bäder Halle GmbH, aber auch dem Förderverein Zukunft Stadtbad e.V. für das stete Engagement. „Als Stadtwerke Halle haben wir uns bereits für einige denkmalgeschützte Gebäude in der Stadt eingesetzt, wenn ich nur an die Umspannwerke Stadtpark oder Turmstraße denke (heute Historisches Technikzentrum der SWH) oder das Straßenbahndepot, die Wassertürme und das alte Wasserwerk Beesen“, so Prof. Matthias Krause.

Ende 2010 war der Turm durch Einrüstung durch die Bäder Halle GmbH gesichert und 2014 dann die einsturzgefährdete Rabitzdecke der Frauenhalle saniert worden. Mit 1,1 Mio. Euro Sicherungsmitteln gefördert, konnten nun die Außenfassaden von Turm, Frauenhalle, Männerhalle sowie Wannenbad erneuert werden. Mit Restmitteln kann die Bäder Halle GmbH aktuell bis zum Jahresende 2017 noch eine Stützmauer im Hof, den Dachbereich über der Wannenabteilung sowie ausgewählte, stark sicherungsbedürftige historische Holzfenster sanieren. „Wir freuen uns, dass wir in der Revisionszeit mit der Erneuerung der Badewassertechnik für das Becken in der Frauenhalle beginnen konnten. Die Erneuerung der historischen Fliesen für den oberen Beckenbereich ist sehr zeitaufwendig, weil wir viele denkmalrechtliche Aspekte beachten wollen. Voraussichtlich Anfang Oktober wird die Frauenhalle dann wieder geöffnet“, ergänzt Annette Waldenburger.

Gemeinsam setzen sich Stadt Halle, Stadtwerke Halle und die Bäder Halle GmbH seit Jahren für den Erhalt des Stadtbades ein. Jetzt ist ein weiterer Meilenstein erreicht, den Halles Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand mit Stadtwerke-Geschäftsführer Prof. Dr. Matthias Krause und der Bäder-Chefin Annette Waldenburger heute verkündeten: Die Sanierungs- und Sicherungsarbeiten an den Außenfassaden von Turm, Frauenhalle, Männerhalle sowie am Wannenbad sind abgeschlossen. Hierfür waren im Oktober 2015 vom Stadtrat 1,1 Mio. Euro Fördergelder bewilligt worden. Aus Restmitteln der Fördersumme kann die Bäder Halle GmbH jetzt sogar noch eine Stützmauer im Hof sanieren sowie und die Badewassertechnik in der Frauenhalle reparieren. Die Frauenhalle öffnet Anfang Oktober ihre Pforten. Alle anderen Schwimmhallen sind ab heute wieder geöffnet. Auch Bert Hoffmann, Geschäftsführer von Bauconzept, Denkmal-Experte Dr. Volker Seifert und Fördervereinsmitglied Elke Scharnowski wohnten dem Termin bei.

Das Stadtbad wurde zwischen 1913 bis 1916 von Wilhelm Jost erbaut, der u.a. auch für den Wasserturm Süd, die alte Minol-Tankstelle in Trotha und das Trafohaus am Stadtpark verantwortlich ist. Entstanden ist das Bad zu einer Zeit, als es kaum fließend Wasser gab. Deutschlandweit hatten die Volksbäder dank der Hygieneausstellung 1883 ihren Durchbruch.