Bei -3 Grad Luft und 2 Grad Wasser: Knapp 400 Teilnehmer beim Anbaden im Heidesee – jüngste Eisbaderin war gerade einmal 5 Jahre alt
Es ist früher Vormittag am Dreikönigstag, als sich am Heidebad in Halle (Saale) ein Bild bietet, das eher an einen Wintersportort als an ein Freibad erinnert. Der Heidesee liegt still da, überzogen von einer dünnen Eisschicht, die im schwachen Winterlicht silbrig schimmert. Auf dem Eis liegt eine feine Schicht Schnee. Die Luft ist klar, die Temperatur beträgt minus drei Grad. Und dennoch herrscht rund um den See geschäftiges Treiben. Menschen in Bademänteln, Wollmützen und dicken Jacken stehen beisammen, lachen, klopfen sich aufmunternd auf die Schultern – sie sind gekommen, um zu baden. Im eiskalten Wasser. Was vor 13 Jahren mit gerade einmal fünf besonders Mutigen begann, hat sich längst zu einer festen Größe im halleschen Veranstaltungskalender entwickelt: das Anbaden am Dreikönigstag im Heidebad. Jahr für Jahr zieht es mehr Menschen an, die dem Winter trotzen und sich gemeinsam in die eisigen Fluten des Heidesees stürzen.
Eine Marke, die geknackt werden wollte
Im vergangenen Jahr wagten sich 375 Hallenserinnen und Hallenser ins kalte Wasser. Eine Zahl, die Matthias Nobel, Betreiber des Heidebades, nicht mehr losließ. „Die wollten wir in diesem Jahr unbedingt knacken“, hatte er im Vorfeld gesagt. Und tatsächlich: Das Ziel wurde erreicht. Knapp 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen in diesem Jahr ins Wasser. Und das bei einer Wassertemperatur von gerade einmal zwei Grad.
Zwar hatten sich offiziell etwas weniger als 400 Menschen angemeldet, nämlich 395, doch wie so oft bei dieser Veranstaltung entschlossen sich einige Kurzentschlossene erst auf den letzten Drücker zur Teilnahme. „Das gehört irgendwie dazu“, sagt Nobel schmunzelnd. „Viele stehen erst am Rand und überlegen. Und dann packt sie doch der Ehrgeiz.“ Für jeden Teilnehmer spendet Nobel jeweils 1 Euro an die DLRG und die Freiwillige Feuerwehr Nietleben. Beide dürfen sich jetzt über jeweils 400 Euro freuen.
Eisbaden im wahrsten Sinne des Wortes
In diesem Jahr machte das Eisbaden seinem Namen jedoch alle Ehre, während im letzten Jahr Plusgrade herrschten. Diesmal war der Heidesee war nicht nur eiskalt, sondern tatsächlich zugefroren. Eine etwa fünf Millimeter dicke Eisschicht hatte sich gebildet, die an einigen Stellen bereits scharfkantige Schollen aufwies. Eine zusätzliche Herausforderung, und nicht ganz ungefährlich.
Deshalb war vor dem eigentlichen Start erst einmal Teamarbeit gefragt. Mit Unterstützung der DLRG wurde für die Anbader eine ausreichend große, eisfreie Zone geschaffen. Mit Stangen, Haken und viel Muskelkraft brachen die Helfer das Eis auf und räumten die Schollen aus dem Wasser. Sicherheit hatte oberste Priorität, denn Verletzungen durch das Eis sollten unbedingt vermieden werden.
Für die Absicherung der Veranstaltung sorgten neben der DLRG auch die Freiwillige Feuerwehr Nietleben. Sanitäter standen bereit, Rettungsschwimmer beobachteten aufmerksam das Geschehen auf dem Wasser – damit sie im Ernstfall sofort eingreifen können.
Aufwärmen vor dem Abtauchen
Bevor es jedoch ins Wasser ging, hieß es erst einmal: Bewegung. Gemeinsam mit den „Heidemudderern“ stand für alle Teilnehmer eine Erwärmung auf dem Programm. Arme kreisen, Kniebeugen, leichtes Hüpfen – nichts Spektakuläres, aber wichtig. Denn wer unvorbereitet in eiskaltes Wasser steigt, riskiert Kreislaufprobleme.
Die Stimmung dabei war ausgelassen. Gelächter mischte sich mit aufgeregten Kommentaren, während Zuschauer dicht gedrängt am Ufer standen und ihre Favoriten anfeuerten. Viele hatten Kameras oder Smartphones gezückt, um diesen besonderen Moment festzuhalten.
Zwischen Sekunden und Minuten
Dann war es soweit. Nach einigen Countdown stürmten die Teilnehmer in Richtung Wasser. Manche zögerten kurz, andere gingen entschlossen voran. Kaum hatten die Füße das 2 Grad kühle Wasser berührt, war so manches überraschte Aufkeuchen zu hören.
Einige der Eisbader hielten es nur wenige Sekunden aus, tauchten kurz ein und kletterten dann schnell wieder heraus, natürlich begleitet vom Applaus der Zuschauer. Andere hingegen blieben deutlich länger im Wasser, teils mehrere Minuten. Man sah ihnen an, dass sie wussten, was sie taten.
„Ich gehe seit Oktober jeden Morgen in die Eistonne“, verriet ein Teilnehmer, der schon zum wiederholten Mal dabei war. Das heutige Anbaden sei für ihn der Höhepunkt der Wintersaison. Den Neulingen gab er gern Tipps: „Schnell ins Wasser gehen und eine Mütze tragen. Das hilft enorm.“ Nach dem Bad mache er ein paar Liegestütze. „Und dann bin ich relativ schnell wieder warm.“
Jung und Alt vereint
Das Dreikönigs-Anbaden ist längst kein Event mehr nur für besonders hartgesottene Erwachsene. In diesem Jahr reichte die Altersspanne der Teilnehmer von einem gerade einmal fünf Jahre alten Mädchen bis zu einem 85 Jahre alten Mann.
Auch bekannte Gesichter aus der Stadtgesellschaft waren dabei. SPD-Stadträtin und Ärztin Silke Burkert ließ es sich nicht nehmen, selbst ins Wasser zu gehen. „Ich mache jedes Jahr mit“, sagte sie gegenüber dubisthalle.de Ebenso der frühere Jugendamtsleiter Lothar Rochau, der schon mehrfach an dem Event teilgenommen hat. Für viele ist das Anbaden nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis.
Belohnung nach der Kälte
Nach dem Bad wartete die wohlverdiente Belohnung. Für alle Teilnehmer gab es einen Ouzo zum Aufwärmen, den ein griechisches Restaurant aus Zscherben servierte. Für die Kinder und Jugendlichen stand selbstverständlich eine alkoholfreie Alternative bereit.
Darüber hinaus wurden unter allen Teilnehmern Preise verlost. Der Hauptgewinn sorgte für große Augen: ein Wochenende mit einem Mercedes-Cabrio. Aber auch ein Gutschein für ein Fitnesstraining und ein Gutschein für das Heidebad selbst gehörten zu den attraktiven Preisen.
Volksfeststimmung am Heidesee
Nicht nur die Eisbader kamen auf ihre Kosten. Hunderte Zuschauer hatten sich bei minus drei Grad Lufttemperatur am Heidesee versammelt, um das Spektakel live mitzuerleben. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Aus der Gulaschkanone dampfte heiße Erbsensuppe, am Grill brutzelten Steaks und Würstchen. Glühwein und Kinderpunsch halfen dabei, die Kälte zu vergessen.
Die Atmosphäre erinnerte eher an ein kleines Wintervolksfest als an ein sportliches Event. Familien, Freundesgruppen und neugierige Spaziergänger blieben stehen, kamen ins Gespräch und genossen die besondere Stimmung.
Video mit Bildern der Vorbereitung, der Erwärmung und dem Sprung ins Wasser:




























































Bitte alle die morgen krank sind bei Du bist Halle melden, denn mindestens 80 Prozent haben sich übernommen und den Spaß sollte man den Profis überlassen!!!
Dieser Borat-Badeanzug da vorne rechts im Bild. 😆
Jetzt weißt du ,was du diesen Sommer tragen wirst
Schon komisch, DbH-etwa 400 Teilnehmer
MZ- etwa 500 Teilmehmer
MDR -etwa 300 Teilnehmer
Entscheidend ist: du warst nicht dabei.
Vielleicht hilft dir ja auch die Erläuterung im Text, wie wir auf diese Zahl kommen: 395 Anmeldungen Plus einige, die doch noch ohne Anmeldung schnell hinterher sind. Könnte also helfen, vor dem Kommentieren auch den Text zu lesen….
Die Deutsch-Finnische Gesellschaft mit dem Freundeskreis Halle -Oulu haben zur gleichen Zeit im Vereinsgarten Angrillen mit Lagerfeuer veranstaltet.
Es ist zur gleichen Zeit wahrscheinlich noch sehr viel mehr passiert auf der Welt. Bei etwa 8 Milliarden Menschen auch kein Wunder. Aber nicht JEDE Information passt in einen oder zu einem Artikel.