Erste Grundschule in Halle (Saale) hat jüdischen Religionsunterricht

Mit der ersten Unterrichtsstunde begann heute an der Grundschule „Johannesschule“, Liebenauer Straße 152, das landesweite Modellprojekt „Jüdischer Religionsunterricht“ in Halle (Saale). Insgesamt haben sich 14 Schülerinnen und Schüler der 1. und zum Teil 2. Klasse für den Unterricht angemeldet.

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff und Bildungsministerin Eva Feußner haben gemeinsam mit Halles Bürgermeister Egbert Geier die erste Unterrichtsstunde im Rahmen des Starts eines Modellprojektes für jüdischen Religionsunterricht an Grundschulen in Halle (Saale) besucht.

„Jüdisches Leben gehört fest zu Sachsen-Anhalt. In Magdeburg und Dessau-Roßlau entstehen neue Synagogen. Da ist es nur zu begrüßen und ein folgerichtiger Schritt, dass auch jüdischer Religionsunterricht erteilt wird. Ich bin sehr froh, dass es dieses Angebot in Halle nun gibt“, so Haseloff.

Bildungsministerin Feußner betonte: „Es freut mich außerordentlich, dass es in Sachsen-Anhalt nunmehr auch jüdischen Religionsunterricht gibt, der Schülerinnen und Schülern nicht nur Wissen darüber, was Deutschland in so vielerlei Hinsicht wirklich fundamental prägt, vermittelt, sondern auch die dahintersteckenden Wertvorstellungen. Das Judentum ist eine so interessante Religion, die es wahrhaft wert ist, nunmehr auch im Rahmen schulischen Religionsunterrichtes in Sachsen-Anhalt als dem Land Moses Mendelssohns, Kurt Weills und so vieler anderer behandelt zu werden. Wer unsere Gegenwart wirklich vollumfänglich verstehen will, kommt an jüdischer Geschichte und jüdischem Glauben nicht vorbei.“

„Das Angebot jüdischen Religionsunterrichts an Schulen stärkt unser Bemühen, die jüdische Geschichte und Gegenwart auch in Halle (Saale) noch sicht- und erlebbarer zu machen. Wir tun dies bereits verstärkt mit zahlreichen Angeboten für Jugendliche und Erwachsene – gerade ganz aktuell im Rahmen der 8. Jüdischen Kulturtage in Halle. Mit dem jüdischen Religionsunterricht für Kinder kommt eine weitere Facette hinzu. Das neue Angebot bereichert den Bildungskanon unserer Kinder in einem nicht zu unterschätzenden Umfang. Es steht allen Kindern offen und fördert Toleranz, Empathie und Verständnis – unabdingbare Bausteine für eine offenes, respektvolles Miteinander. Die Orientierung darauf können wir nicht früh genug beginnen. Der Unterricht trägt mit dazu bei, jüdische Religion und Kultur als integrale Bestandteile unseres gesellschaftlichen Lebens zu etablieren. Ich freue mich sehr, dass das Projekt an einer Schule in Halle startet und hoffe, dass wir zukünftig an weiteren Schulen in Halle und in Sachsen-Anhalt jüdischen Religionsunterricht anbieten können“, erklärte Bürgermeister Geier.

Der Unterricht wird an der Johannesgrundschule in Halle durchgeführt. Die Schule ist Korrespondenzschule für jüdischen Religionsunterricht. Alle Schülerinnen und Schüler aus anderen Grundschulen, welche am jüdischen Religionsunterricht teilnehmen wollen, werden hier unterrichtet. Insgesamt haben sich 14 Schülerinnen und Schüler der 1. und zum Teil 2. Klasse dafür angemeldet.

Der Unterricht wird im Rahmen des Pilotprojektes gleichrangig neben katholischem und evangelischem Religionsunterricht sowie dem Fach Ethik in der Schuleingangsphase (Klasse 1 und 2) beginnend und aufwachsend fortgeführt. In Abstimmung mit dem Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt steht er allen Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 1 und 2 im gesamten Stadtgebiet von Halle offen, unabhängig davon, ob diese konfessionell gebunden sind.

Der Unterricht wird durch eine im Dienste des Landesverbandes stehende Gestellungslehrkraft erteilt. Als curriculare Grundlage für das erste Projektschuljahr 2021/22 dient nach Abstimmung zwischen dem Landesverband und dem Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) der Lehrplan für „Jüdische Religionslehre“ für die Grundschule aus Nordrhein-Westfalen.

Das Pilotprojekt wurde zwischen dem Landesverband Jüdischer Gemeinden, dem Ministerium für Bildung, dem LISA und dem Landesschulamt initiiert. Es geht auf das am 6. Oktober 2020 beschlossene Landesprogramm für jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt und gegen Antisemitismus zurück.

Artikel Teilen:

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

54 Antworten

  1. WillyBredel sagt:

    Da es ja scheinbar mit der Digitalisierung und einem zukunftsweisenden Unterricht in den Schulen nicht funktioniert – zurück zur Religion und ab in die Steinzeit.

  2. Zu_Hause_in_Halle sagt:

    … und „morgen“ islamischen Religionsunterricht und „übermorgen“ Buddhismus.

  3. Kleiner Dienstag sagt:

    Gut ausgebildete Ethiklehrer, die sich in allen Religionen auskennen und deren Grundsätze mit den Kindern im Unterricht behandeln, genügen völlig.
    Alles andere gehört in Hand und Räumlichkeiten der jeweiligen Religionsgemeinschaften. Das wäre die beste und einfachste Lösung!

    • zu sagt:

      Eben, Staat und Kirche trennen.

    • Maik sagt:

      Coole Idee: verschiebt die Religion ins Private und entzieht sie der öffentlichen Kontrolle. Da das in anderen Länder so gut funktioniert (Sarkasmus aus).

      • Maik, der Erfahrungsträger aus der staatsanwaltlichen Praxis, der ... sagt:

        … regelt doch dann die drei Entgleisungsfälle im Jahr! Das reicht völlig! Ist auch nur übergangsweise so. Die Religionen werden damit weggeschrumpft. Gut so! Machen eh nur Ärger!

      • zu sagt:

        „verschiebt die Religion ins Private und entzieht sie der öffentlichen Kontrolle.“

        Scheint ja was Schlimmes zu sein, etwa auf der Stufe illegaler Drogen.

    • Itzig (Ethnophaulismus) sagt:

      Geh zu deinen Nazikumpels und heule dich dort aus. Niemand wird gezwungen am Religionsunterricht teilzunehmen.

  4. Elfriede sagt:

    Gibt es eigentlich christlichen Religionsunterricht an Schulen? Ich kenne von früher her nur die Christenlehre,und die war ausserschulisch.Wäre meiner Meinung nach auch der richtige Weg.

    • Roswitha sagt:

      Hab ich mich auch schon gefragt aber stirbt wohl mit der Zeit aus.

      • Maik sagt:

        Das ganze heißt in der Regel evangelischer Religionsunterricht, findet an allen Schulen statt und ist in allen Landesverfassungen sowie in den Schulgesetzen der Länder normiert. Aber warum soll man auch lesen?

        • Zeit, die nie vergeht sagt:

          Na ja, gibt es ja auch erst seit 30 Jahren hier in Halle. Das kam für Friedl und Rosi sicher etwas überraschend. 🙂

          • Franz2 sagt:

            Manche sind leider 1989 irgendwie stehen geblieben. 🙂 und sehnen sich dann doch irgendwie zurück an alte Zeiten, aber werden nicht müde rumzujammern, es wäre heute angeblich wie damals.

        • Das machen wir da schneller wieder 'raus, als du denkst! sagt:

          Nix ist sicher, Sportsfreund!

    • richtiger Weg ? sagt:

      @ Elfriede ja gibt es sogar konfessionell getrennt

  5. Deine Mutter sagt:

    Das Ziel ist einfach, Kinder zu Indoktrinieren!
    Das selbe wie Gender Sache !

  6. Jim Knopf sagt:

    Der Glaube versetzt Berge.

  7. Cv sagt:

    Staat und Religion unbedingt trennen sonst haben wir bald alle Religionen an den Schulen.

  8. Fritz sagt:

    Die Stadt Köln erlaubt jetzt muslimischen Gemeinden, per Muezzin zum Freitagsgebet zu rufen. Für zwei Jahre befristet sagt man zwar aber dabei wird es nicht bleiben… wir sind also auch hier auf dem richtigen Weg…( ironie)

  9. Rh sagt:

    Solange Polizei und Richter die Rechten das Reden nicht verbieten, würde ich mein Kind an die Schule nicht schicken, das ist viel zu gefährlich

  10. Theo sagt:

    Das hat gerade noch gefehlt. Die Kinder sollten lieber richtig lesen und schreiben lernen, das
    können die meisten nämlich nicht mehr als so einen Firlefanz.

    • Filefranz sagt:

      Sagt ausgerechnet „Theo“, der wohl keinen Schimmer hat, was sein Name bedeutet. 😄

      (dein holpriges „Deutsch“ mal außen vor gelassen…)

  11. Leper sagt:

    Dann mach!

  12. Ethnophaulismus sagt:

    Keinen bekommen? Kannst du nachholen. Unser suspendierter Bürgermeister hat es auch geschafft.

  13. Steph sagt:

    Was kann schlimmer sein als die Christen-Kinderschändertruppe?

  14. Konsument sagt:

    Der Antisemitismus blüht und gedeiht in Halle, die Kommentare hier beweisen es.

    Nazis und andere Antisemiten fickt euch!

  15. Klaus sagt:

    Religionen sind die wahren Schuldigen für Kriege. Dieser ganze Schwachsinn gehört abgeschafft.
    Das größte Krebsgeschwür der Welt ist der Mensch selbst.