Ex-Stadtrat und Vorstandsvorsitzender des Kinderschutzbundes schickt offenen Brief an die Stadt und das Landesverwaltungsamt zur Haushaltslage

Ab März wird der Kinderschutzbund in Halle (Saale) die Tätigkeit im „Blauen Elefant“ einstellen. Grund sind ausbleibende Zahlungen wegen des nicht genehmigten Haushalts der Saalestadt. Aus diesem Grund hat Kinderarzt Detlef Wend, ehemaliger Stadtrat und Vorstandsvorsitzender des Kinderschutzbundes, einen offenen Brief verfasst.

Sehr geehrte Mitglieder der Stadtratsfraktionen und somit ehemaligen Stadtratskolleginnen und Kollegen, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Vogt, sehr geehrte Beigeordneten, sehr geehrter Herr Pleye!

mit großer Sorge müssen wir (Kinderschutzbund Halle) zur Kenntnis nehmen, dass der Haushalt der Stadt Halle für 2026 noch immer nicht in Kraft getreten ist.Am 26.03.2025 hat der Stadtrat die Jugendhilfeplanung der Stadt Halle (Saale) für die Leistungen der Jugendhilfe (§§ 11 – 14, 16 SGB VIII) für die Jahre 2026-2029 beschlossen. In ihr werden Leistungsbereiche definiert und die Freien Träger aufgefordert sich auf diese zu bewerben. Am 8. Januar 2026 wurden aus diesen Bewerbungen über 90 Förderanträge für den Bereich der Jugendhilfe und Jugendarbeit im Jugendhilfeausschuss beschlossen. 

Leistungsbeginn wäre rückwirkend der 1. Januar 2026 gewesen. Eine Förderung wurde bis heute nicht ausgezahlt. 

Die Träger haben die ersten beiden Monate des Jahres eigenständig überbrückt. Mehr ist kaum möglich. Von diesen Fördergeldern sind weit über 100 Stellen in ganz Halle abhängig. Es droht nicht nur Arbeitslosigkeit für Stelleninhaber/innen sondern auch die Existenzen vieler Träger dieser sozialen Arbeit in unserer Stadt sind bedroht. Einige Einrichtungen haben geschlossen oder werden es in den nächsten Wochen tun müssen. Zudem droht beim Fortbestand dieser Hängepartie für einige die Insolvenz. Ehrenamtlich tätigen Vorständlern droht dann persönliche Haftung. (Welch wunderbare Anerkennung ihres Einsatzes!!!)

Wenn keine Abschlagszahlungen erfolgen, finden in unserer Stadt keine Leistungen nach Leistungen der Jugendhilfe (§§ 11 – 14, 16 SGB VIII) mehr statt. Den gesetzlichen Vorgaben nach Ausgestaltung der §§ 11 – 14, 16 SGB VIII wird damit nicht nachgekommen.

Dies hätten einen nie dagewesenen Kahlschlag in der Jugendhilfe unserer Stadt zur Folge. 

Ist dies wirklich Ihre Absicht?

Warum gibt es aus der Stadtverwaltung bis zum heutigen Tag keine klaren Informationen an die freien Träger, denen teilweise das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht?

Warum werden nicht zumindest Teilbeträge ausgezahlt?

Bis wann werden Stadtverwaltung, Stadtrat und Landesverwaltungsamt sich einigen, um wenigstens die Abschlagszahlungen für die pflichtigen Leistungen der präventiven Jugendhilfe §§ 11 – 14, 16 SGB VIII zu ermöglichen?

Wir bitten dringlichst um Stellungnahme und um die Beendigung dieser unwürdigen Hängepartie.Leidtragende sind überwiegend Kinder und Jugendliche dieser Stadt, die sowieso nicht auf der Sonnenseite dieser Welt geboren wurden. Das sollte bitte nicht vergessen werden.

Mit freundlich aber drängendem Gruß

Dr. Detlef Wend
Vorstandsvorsitzender des Kinderschutzbundes Bezirksverband Halle e. V.

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13 Antworten

  1. Weil der ParacelsusHallenser-Trottel sicher was dazu schreibt und mal wieder seine Unkenntnis beweisen wird, ein paar Zitate:

    „Wenn keine Abschlagszahlungen erfolgen, finden in unserer Stadt keine Leistungen nach Leistungen der Jugendhilfe (§§ 11 – 14, 16 SGB VIII) mehr statt. Den gesetzlichen Vorgaben nach Ausgestaltung der §§ 11 – 14, 16 SGB VIII wird damit nicht nachgekommen.“

    „um wenigstens die Abschlagszahlungen für die pflichtigen Leistungen der präventiven Jugendhilfe §§ 11 – 14, 16 SGB VIII zu ermöglichen?“
    (Hervorhebung von mir.)

  2. Klimafreund sagt:

    Danke Herr Bochmann jetzt fehlt nur noch Herr Neumann.

    • Und mein Freund „Liberaler“ und der Vollhenk fehlt nicht? Das ist enttäuschend.

      • Die Partei hat nicht immer recht (aber fast) sagt:

        Im Gegensatz von den 3 Genannten hat der Julius ja wenigstens etwas Substanz. Allerdings hat sich der PH wirklich zurück genommen. Hat der etwa das Internet gelöscht? Ich glaube nicht, dass er sich in Zurückhaltung übt, weil er keine Ahnung von der Materie hätte.

        • Vielleicht hat er gerade mehr zu tun, er hat ja eine Zusatzausbildung als Kassierer gemacht. Und dieses ganze *piep*, *piep*, den ganzen Tag lang, das ist schon ziemlich anstrengend, wenn er auch noch schlecht bezahlt wird (weil: Nicht in der Gewerkschaft.)

  3. a+b=c sagt:

    Auch für Pflichtausgaben braucht man Einnahmen. Der Bund ist 2029 praktisch handlungsunfähig, das Land schon jetzt. Es kommen zudem ganz viele Pflichtausgaben: zum Beispiel Beamtenpensionen. Alle Haushalte laufen dem finanziellen Kollaps entgegen.

    Fordern allein hilft daher vor allem der jungen Generation nicht. Erst müssen strukturelle Reformen kommen. Auch das Geld in der Kinder- und Jugendhilfe sickert teilweise durch ineffiziente Strukturen.

  4. Isolde Mal sagt:

    Der Kinderschutzbund ist mir zwar zu Helmut Kentler-freundlich… Aber der Herr Dr kann ja am Mittwoch zur Demo kommen. Immerhin befürwortet er hier präventive, statt stationäre Maßnahmen- was ja mal im Gegensatz zum „Mit Kindern Kasse machen“ MDR Reportage oder dem Helmut Kentler Experiment uvm, ein richtiger Schritt ist. Nicht das präventive Jugendhilfe frei von solchen Dingen ist, im Gegenteil. Jedoch ist der Einfluss und Schaden geringer.

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