Gegen Relativierung der deutschen Vergangenheit: 300 Menschen versammeln sich auf dem Marktplatz in Halle zum Holocaust-Gedenktag

Rund 300 Menschen haben sich am Samstagabend auf dem Marktplatz in Halle (Saale) versammelt, um an die Opfer des Nationalsozialismus anlässlich des Holocaust-Gedenktags zu erinnern. Es wurden Kerzen angezündet und Blumen niedergelegt.

Sprecherin Katharina Hindelang gibt auf die Correctiv-Recherchen zur AfD und Werteunion ein mit den bei einem Treffen besprochenen Depotationsplänen. Der Holocaust-Gedenktag erinnere daran, warum es wichtig sei, sich gegen jede Form von Antisemitismus und Rassismus zu stellen. Schon unmittelbar nach der Befreiung durch die Alliierten 1945 hätten Nationalsozialisten versucht, die Verbrechen im Dritten Reich zu leugnen oder zu relativieren. “Geschützt wurden sie dabei von der großen Mehrheit der deutschen Bevölkerung, die zwar vom eigenen Leid nach dem Ende des Krieges reden wollte, aber nicht vom Wissen oder der Beteiligung an beispiellosen Verbrechen“, so Hindelang. In dieser Tradition würde man auch heute immer wieder versuchen, sich der Verantwortung zu entziehen, fordere einen Schlussstrich und leugne weiterhin historisch beispiellose Verbrechen. Beispielhaft sei auch die von AfD-”Star” Björn Höcke aufgestellte Forderung nach einer 180-Grad-Wende in der Erinnerungskultur, oder Alexander Gauland, der üer die Nazi-Zeit von einem “Vogelschiss” in der deutschen Geschichte sprach. 

“Rechtsextreme Akteure versuchen, sich von der Last der deutschen Geschichte zu befreien, um im nächsten Schritt neue menschenverachtende Aktivitäten planen zu können.” Der Holocaust-Gedenktag erinnere deshalb daran, warum es gelte, “sich immer und jederzeit gegen Ausgrenzung und gegen die Relativierung der deutschen Vergangenheit zu stellen”, so Hindelang. Einer der zentralen Werte des Tages müsse aber auch der Kampf gegen jede Form von Antisemitismus sein. Weiterhin müssen Juden Angst habe, als jüdisch erkannt zu werden. Das zeige, wie wenig Gedenkzeremonien alleine ausrichten können. “Wer die Worte ‘nie wieder’ ernst meint, muss sich auch im Alltag gegen jeden Antisemitismus entgegenstellen.” Seit den Anschlägen auf Israel am 7. Oktober vergangenen Jahres habe das BKA in Deutschland 2.249 antisemitische Straftaten erfasst.

Am Rand gab es noch einen Disput mit Vertretern der MLPD. Denn Parteifahnen waren nicht erwünscht. Trotzdem schwingt die Marxistisch-Leninistische Partei ihre Fahnen. Frank Oettler und mehrere seiner Gefolgsleute erhielten aus diesem Grund Platzverweise. Zudem waren Vertreter der sogenannten Antideutschen Antifa “No Tears for Krauts” da und verteilten Flugblätter mit der Aufschrift “Nie wieder Gaza, Nie wieder Deutschland.”

Artikel Teilen:

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

12 Antworten

  1. Frank sagt:

    Das Flugblatt der Gruppe „No Tears for Krauts“ kann man hier lesen:
    http://nokrauts.org/2024/01/nie-wieder-deutschland-nie-wieder-gaza/

  2. Knarf sagt:

    Auch ganz Südafrika ist Antisemitisch die haben Israel wegen Völkermord angezeigt.🤔

  3. reiner sagt:

    Frage an HgR: Was ist bezugnehmend auf den 7.10.23 der nunmehrige alltägliche Antisemitismus, dem man sich gefälligst entgegenzustellen hat?