Haushalts-Hängepartie in Halle: Vereine sitzen auf dem Trockenen – das sagen die Stadtratsfraktionen zur Verzögerung bei der Etat-Genehmigung

In Halle (Saale) wächst die Unruhe: Zahlreiche Vereine und soziale Einrichtungen warten händeringend auf ihre Fördergelder. Da der städtische Haushalt für das Jahr 2026 noch nicht genehmigt ist, herrscht aktuell ein Finanzstopp, der erste Institutionen bereits in die Knie zwingt. Der Grund für die Verzögerung liegt im bürokratischen Zeitplan: Erst am 13. Januar reichte die Stadtverwaltung den Etat beim Landesverwaltungsamt (LVwA) zur Prüfung ein – fast einen Monat nach der entscheidenden Stadtratssitzung vom 17. Dezember. Das Amt hat nun bis zum 13. Februar Zeit für die Prüfung. Für viele Akteure in der Stadt ist das ein Monat zu viel.

Besonders hart trifft es das Quartiersprojekt „Schöpfkelle“, das aufgrund der fehlenden Mittel vorübergehend schließen musste. Katja Müller (Die Linke) bezeichnet die Lage als „verheerend“. Die wertvolle Arbeit werde durch die Schließung massiv zurückgeworfen. Müller fordert, dass die Stadtverwaltung nun „alle Möglichkeiten prüft, akut in Not geratenen Vereinen zu helfen“, statt die Schuldfrage zwischen den Behörden hin- und hergeschoben wird.

Auch von Seiten der CDU gibt es Kritik am Tempo der Verwaltung. Fraktionschef Christoph Bernstiel zeigte sich verwundert darüber, dass die Einreichung fast vier Wochen dauerte: „Bei einer so bedeutenden Aufgabe wäre ich von einem Sonderstab ausgegangen.“ Dennoch räumte er ein, dass die Haushaltsverhandlungen im Dezember 2025 so schwierig wie nie zuvor waren. Die aktuellen Engpässe seien laut Bernstiel nur ein „Vorbote“ auf kommende finanzielle Herausforderungen.

Eric Eigendorf (SPD) sieht die Verantwortung indes eher bei den Fraktionen, die kurzfristige Änderungen am Haushalt durchgesetzt hatten. Insbesondere ein Antrag der CDU, der mit Stimmen der AfD pauschale Kürzungen forderte, habe die Verwaltung vor enorme Herausforderungen gestellt. „Die Antragsteller haben sich einen schlanken Fuß gemacht und die Stadtverwaltung hatte die gesamte Arbeit“, so Eigendorf. Die Leidtragenden seien nun die Engagierten in Sport, Kultur und Sozialbereich.

Melanie Ranft (Grüne) sieht den Fokus jetzt auf der Zukunft. Sie empfindet den verlorenen Monat als „total schwierig“ für die Betroffenen. Nun sei der Oberbürgermeister in der Pflicht: Er müsse den direkten Draht zum Landesverwaltungsamt suchen, um das Verfahren zu beschleunigen und endlich „Rechtssicherheit zu schaffen“.

Bis zur endgültigen Genehmigung bleibt die Situation für Halles Vereinslandschaft prekär. Viele Ehrenamtliche hoffen nun, dass die bürokratischen Mühlen in den kommenden zwei Wochen schneller mahlen als bisher.

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26 Antworten

  1. Liberaler sagt:

    Rigoroses Sparen ist angesagt, den asozialen Steuergeldabgreifern die rote Karte zeigen!

    Generationengerechtigkeit vor Egoismus!

  2. Zappelphillip sagt:

    Wer als verein nicht mal einen Monat überbrücken kann hat einfach das falsche Geschäftsmodell .. und „Ehrenamtliche “ können doch einfach weitermachen … bei denen geht’s doch nicht ums Geld, die machen das ja Ehrenamtlich … oder etwa doch nicht??

  3. ach so sagt:

    den asozialen Steuergeldabgreifern die rote Karte zeigen ! Sehr liberale Ausdrucksform, aber Danke für Deinen Beitrag, aber nun zurück zum Thema

  4. Anton sagt:

    Aber wenn es um Erhöhung der Gehälter geht, dann geht es von heute auf morgen.

  5. Steffen sagt:

    Egal wo der neue Oberbürgermeister mit dem Sparen ansetzt, wird er immer der Prügelknabe sein.
    Weiter so Herr Dr. Vogt, haben unsere Kreuze bei ihrer Wahl bisher nicht bereut. Besser bei den Überbezahlten anfangen, die sich noch nie mit einem richtigen Arbeitsverhältnis anfreunden konnten, erst recht nicht mit ner 40 Stunden Woche.

    • Jim Knopf sagt:

      Wer hat die Schulden gemacht ? Böse Zungen sagen es war der Pleitegeier . Der ist vom Westen eingeflogen .

      • Grüße aufs Dorf! sagt:

        Lebt schon länger in Halle als du jemals schaffen würdest.

      • Böse Zungen... sagt:

        …erzählen oft bösen Blödsinn.

      • Steuerzahler sagt:

        …noch bösere Zungen sagen, dass das die Stadtratsfraktionen der Stadt Halle waren, die das Geld verteilen, als gebe es im Keller eine Druckerei! Multikulti, freie Kultur, freie Künstler, lustige Projekte und noch viel mehr Firlefanz wurden und werde da finanziert und die Tröge gefüllt! Schließlich muss das Klientel, die Freunde und Kumpels auch versorgt werden.

  6. Henk sagt:

    Bezeichnend, dass nur die linksgrüne Seite klagt. Ist die ganze Geldverschenkerei gar politisch motiviert?

  7. TD sagt:

    Das Herr Eigendorf es nicht so mit dem Sparen hat, ist ja keine neue Erkenntnis.

  8. Lichterfee sagt:

    Henk, wenn du dich regelmäßig informieren würdest, würdest du wissen, dass gerade alle Kommunen mit den zu geringen Steuereinnahmen und wachsenden Aufgaben zu kämpfen haben, unabhängig davon, aus welcher Partei dort der OB oder Gemeinde-/ Landrat kommt. Na gut, die AgD-Experten in diesen Ämtern sind rar, aber habe da auch noch keinen jubeln hören.

    • AbsoluterPaulusTroll sagt:

      @Lichterfee: Es sind die linksgrünen bunten Vereine, die lautstark jammern und herum heulen! Die Tröge sind leer und es ist einfach „aus“ mit der Klientelpolitik! Wenn jemand diese Dinge unterstützen will, dann kann man direkt Geld spenden. Das aber der Steuerzahler für jeden Firlefanz aufkommen soll, ist zu Ende.

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