Haushaltslage der Stadt trifft den Kinderschutzbund: “Blauer Elefant” in der Silberhöhe schließt ab März

Das neue Jahr ist schon 7 Wochen alt. Doch die Stadt Halle (Saale) hat noch immer keinen Haushalt. Und nach den gestrigen Beratungen zwischen Stadtratsfraktionen, Stadtverwaltung und Landesverwaltungsamt ist klar, dass die Saalestadt auch so bald keinen genehmigten Etat bekommt.

Das hat vor allem drastische Auswirkungen auf die Freien Träger der Stadt. So schließt der Kinderschutzbund in der Silberhöhe den “Blauen Elefant”. Man sei zwei Monate in Vorleistung gegangen, sagte Christian Kühne vom Kinderschutzbund gegenüber dubisthalle.de. Doch mehr sei finanziell nicht leistbar.

17 Mitarbeiter sind betroffen. Bei elf von ihnen laufen die Verträge aus und werden nicht mehr verlängert. Vier Mitarbeiter wurden gekündigt, bei zwei weiteren die Stundenzahl reduziert.

Ab 1. März bleibt der “Blaue Elefant” geschlossen. Damit fällt unter anderem die offene Kinder- und Jugendarbeit – also der Kinder- und Jugendtreff, der täglich von über 40 Kindern besucht wird. Auch die Familienbildung mit Krabbelgruppe und Eltern-Kind-Spielegruppe sowie die interkulturelle Familienbildung mit Kulturcafé und Sprachcafé und die inklusive Familienbildung sind betroffen. Anbieten könne man ebenso nicht mehr das Projekt “Tatüte” mit gesundem Pausenbrot an 5 Schulen der Silberhöhe. Schließen muss ebenso der Kleiderladen. 

Laut Kühne seien ab März lediglich Verwaltung und Einzelangebote möglich. Der Kinderschutzbund realisiert noch weitere Projekte wie Schulsozialarbeit, die aus anderen Fördertöpfen bezahlt werden und damit weiter möglich sind.

Man fordere die Stadt auf “ihrer Verantwortung gegenüber Kindern, Jugendlichen und Familien in der Silberhöhe gerecht zu werden”, sagt Kühne gegenüber dubisthalle.de.

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40 Kommentare

  1. JeanPütz sagt:

    Die FDP und den Paulusdepp wirds freuen.

  2. Der Blaue Elefant und seine Mitarbeiter erledigen einen extrem guten und wichtigen Job im Süden – bei ohnehin schon zu knappen Mitteln. Die Schließung ist schlimm für Mitarbeiter, Kinder und Stadtteil. Es ist extrem wichtig, als Stadt schnellstmöglich einen genehmigten Haushalt zu bekommen. Trotzdem wird der Schaden groß sein.

    • Steuerzahler sagt:

      Wer hat denn den Haushalt zu verantworten? Es sind doch jahrelange Fehlplanungen durch den Stadtrat und „den Besten“ aufgelaufen! Die SPD vorneweg mit immer neuen Hirnfürzen, die Geld kosten und nichts bringen! Schnell eine „gelb/rote Karte“ für den Stadtrat ziehen! Herr Dr. Vogt hat als Einstieg Zahlen genannt und dafür wird er von einer Mehrzahl von Stadträten „gehasst“! Wenn die Stadt unter Zwangsverwaltung kommt, dann sollten sich die schämen, die das Steuergeld für ihr Klientel raus geworfen haben und da ist die SPD auch mit im Boot! Keine Steuergelder für „den SPD-Volkspark“, dann dieses Geld für die Kinder ausgeben!

      • Vielen Dank für Deinen Hirnfurz, Steuer„zahler“. Und beim nächsten Mal versuchen wir es mal mit „Fakten“, ok?

        • Steuerzahler sagt:

          Die Kackhocker, ein Hirnfurz der „Die Partei“, bringen auch nichts, außer Geldverschwendung!

        • ... sagt:

          Dann kläre ihn auf, wenn du dazu fähig bist.

          • Es wurde auch hier in dbH mehr als einmal, mehr als zehnmal und mehr als genug dargelegt, dass die Pflichtausgaben der Stadt Halle die Einnahmen übersteigen und selbst bei Streichung aller „freiwilligen Leistungen“ ein Defizit bleiben würde.

            Das hat mit der chronischen Unterfinanzierung der Kommunen zu tun, und das ist kein hallesches Problem, sondern bundesweit. Hier in Sachsen-Stop gab es da letztens einen gemeinsamen Appell der Kommunen…

            In Halle kommt dazu, dass durch den offenkundig falschen Zensus zum jetzigen Zeitpunkt schon ca. 50 Mio. € fehlen. Nur durch die Berechnung.

            So, und jetzt Du!

      • Keine Luft nach oben sagt:

        Wieso, die SPD könnte den Volkspark auch selbst zahlen statt mit Steuergeld. Sie hat ja viele Immobilien- und Medienbeteiligungen. Aber jemand, der wie Du auf Kosten anderer lebt … na ja, hast immerhin mal Selbstständigkeit versucht, aber wenig draus gelernt offensichtlich. Diese Republik wird kaputt- geBASt, in Fortsetzung des UnHEILvollen. Die SPD ist der Totengräber der deutschen Wettbewerbsfähigkeit. Im Kleinen ( in Halle) wie im Bund . Aber das wird Ultralinken wie Dir nie verständlich werden.
        Sicher, man hätte eher bei Sportvereinen sparen sollen als bei dieser Organisation, das ist unglücklich. Aber wenn man ehrlich ist: eigentlich ist keine einzige freiwillige Leistung mehr finanzierbar. Halle ist pleite! Zuviel geht in nicht freiwillige Sozialleistungen.

    • BG sagt:

      👍🏼 definitiv. Die sind super da

  3. JM sagt:

    Das ist richtig schlimm. Kinder haben einfach keine Lobby

  4. Hans im Glück sagt:

    Die sollten lieber den HFC das Geld streichen. Für die drei HFC Fans so viel Geld auszugeben, ist eine bodenlose Frechheit. Den Verein braucht kein Mensch . Die Fans erst recht nicht die in der Stadt so viel Schaden anrichten.

  5. Huch sagt:

    Und da wundern sich noch welche, das die Jungen weniger Kinder bekommen, wenn Unterstützung immer weniger wird und Kosten immer höher werden… Die Überalterung ist so nicht aufzuhalten^^

    • Anonymus sagt:

      Es trifft die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft. Das ist kein soziales Handeln. Schämt Euch in der Stadtverwaltung und macht Euren Job richtig. Es geht um die Kinder unserer Stadt.

    • Luft nach oben sagt:

      Wer Kinder macht, ist zunächst mal selbst dafür verantwortlich, nicht die Stadt oder sonstwer. Und seltsamerweise sind da besonders viele Kinder, wo Probleme herrschen. Manche Clans haben gar Kinder und Sozialleistungen als Geschäftsmodell. Da liegt die Wurzel des Problems.

      • Sommerkind sagt:

        Wenn das ein Geschäftsmodell sein soll, dann ist aber kein ertragreiches.
        Wer kennt sie nicht, die wohlhabenden, alleinerziehenden Elternteile.

  6. Laufrad sagt:

    Es Trift immer die Teile der Gesellschaft, die eines besonderen Schutzes bedürfen.
    Weiter so, reiches, armes Deutschland!

    • Marko sagt:

      Was soll das😠? Geld für so ein scheiß zuckunfszentrum ist Geld da und für sämtlichen anderen scheiss auch. Aber für Kinder und Jugendliche ist nichts da. Was soll das? In halle wird eins nach den anderen zu gemacht. Bald regieren nur noch die Messer Stecher und andere Gewalttäter hier in halle.

  7. Ach Pauli... sagt:

    He Pauli! Hier werden freiwillige Leistungen gestrichen. Bald wird es der Stadt sowas von besser gehen! Schon drauf ejakuliert?

  8. Erwin sagt:

    Aber in der Innenstadt und Altstadt teure Granitplatten und Mosaiksteine verlegen für 20 Millionen bis 2030. Die obersten die so was veranlassen sind einfach nur krank. Der Straßen Ausbau und die Schlaglöcher sollten oberste Priorität haben. Und so wird gesagt Halle ist um Millionen verschuldet.

  9. HalleHerz sagt:

    Das ist eine Katastrophe und ein Skandal. Es erschüttert mein Vertrauen in die Lokalverwaltung, den Stadtrat und den OB. Jugendarbeit und Prävention sind unschätzbar für das Funktionieren und Gedeihen einer starken Gesellschaft in der Kinder und Jugendliche sich zu aufmerksamen Menschen entwickeln, die für sich und andere Verantwortung tragen können.

  10. : sagt:

    Es wird gern so getan, als könne man alles gleichzeitig finanzieren: neue Straßen, Parkplätze, Verkehrsinfrastruktur – und gleichzeitig stabile soziale Angebote. Die Realität ist deutlich einfacher: Der städtische Haushalt ist endlich. Jeder Euro, der in den Individualverkehr fließt, fehlt automatisch an anderer Stelle.

    Wenn Halle also beschließt, Millionen in Straßenbau und Kfz-Infrastruktur zu stecken, dann ist das eine politische Prioritätensetzung. Und die Konsequenzen sehen wir jetzt in der Silberhöhe: Ein funktionierender Kinder- und Jugendtreff schließt, Familienangebote fallen weg, Mitarbeitende verlieren ihre Jobs.

    Das ist kein „Unglück“ und keine „schwierige Haushaltslage“.
    Das ist eine Entscheidung.
    Und Entscheidungen haben Folgen.

    • Doppelpunk sagt:

      Die Wirtschaft braucht natürlich keine ordentliche Infrastruktur. Alles wie immer, Polemik von rechts und links, keine konstruktiven Diskussionen. Jeder denkt, er hat die Weisheit gefressen. Zum kotzen.

  11. Isabell Cimo sagt:

    Untragbar so eine Schließung. Wir brauchen das. Kinder und Jugendliche besuchen das. Dies Gelder sollten dafür da sein. Halle investiert falsch. Bildung und Kultur sind unser gut die sie Zukunft.

  12. Denken ohne KI. sagt:

    „Haushaltslage der Stadt trifft den Kinderschutzbund“

    Ich finde die Überschrift könnte man auch durchaus so schreiben:

    „Kinderschutzbund trifft auf die Haushaltslage der Stadt“

    Das ist hart – aber eben real. Es wird nichts besser werden. Der Abstieg dieses Landes, Europas und der Gesellschaft ist faktisch schon eingeläutet. Man schaue sich nur mal in Frankreich oder England um.

  13. Erdna sagt:

    So werden in dieser Stadt Prioritäten gesetzt. Auf der einen Seite wird mit strahlenden Gesichtern verkündet das das Bahnmuseum gerettet ist, was ja eigentlich etwas positives ist. Ein paar Tage später wird verkündet das der Kinderschutzbund in der Silbercity schließt weil die Mittel fehlen. Was hier im Kleinen passiert und im Land im Großen ist eine komplette Arbeitsverweigerung der gewählten Verantwortlichen gegenüber den Volk.

  14. Dino sagt:

    Hauptsache „Zukunftszentrum“…da sind die echten Probleme der Stadt…

  15. Moni sagt:

    Das ist eine Katastrophe für Kinder und Jugendliche! Zusätzlich verdienen engagierte Menschen ihre Jobs, die seit Jahren unsichere, immer wieder zeitlich begrenzte Arbeitsverhältnisse in Kauf nehmen, um für die Kids da zu sein. Statt den Haushalt vernünftig zu beraten, trifft der OB sich fröhlich auf dem Neujahrsempfang. Das ist einfach nur unverschämt!

  16. Siegfried v. d. Heide sagt:

    Der nette Herr Vogt hält Hof im Salinemuseum und Jugendeinrichtungen werden geschlossen.
    Das spricht Bände. Die Prioritäten dieses OBs sind offenkundig sichtbar. Viel Spaß beim Lösen der Probleme in den kommenden sozialen Brennpunkten: Da hilft dann keine Lächeln mehr.

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