Keine Integrationskurse mehr für Geduldete und Ukrainer: Sachsen-Anhalts Integrationsbeauftragte warnt vor den Einschränkungen

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erteilt für Personen im Asylverfahren, für Geduldete sowie für Menschen aus der Ukraine und aus EU-Ländern keine Zulassungen für die Teilnahme an Integrationskursen mehr. Damit kann ein erheblicher Teil der Neuzugewanderten nicht mehr oder nur noch mit erheblichen Verzögerungen an Integrationskursen teilnehmen. Für Sachsen-Anhalt ist davon auszugehen, dass bis zu 40 Prozent der bislang Teilnahmeberechtigten von den Einschränkungen betroffen sein könnten.

Staatssekretärin Susi Möbbeck, Integrationsbeauftragte der Landesregierung, warnt vor dramatischen Folgen für die Integration zugewanderter Menschen in Sachsen-Anhalt, sollte es bei diesen Kürzungen bleiben: „Der Erwerb der deutschen Sprache ist der Schlüssel für erfolgreiche Integration. Für das Ankommen in Sachsen-Anhalt und die Integration in Arbeit sind Deutschkenntnisse unentbehrlich. Sachsen-Anhalt verliert in den kommenden 15 Jahren rund 20 Prozent der Erwerbsbevölkerung aufgrund der demografischen Entwicklung und ist dringend auf gelingende Zuwanderung angewiesen. Gut ausgestattete Sprach- und Integrationskurse sind die Grundvoraussetzung, damit eine zügige Integration in Arbeit und Gesellschaft gelingt. Besonders widersinnig erscheint die Streichung der Kurszulassung für Menschen aus der Ukraine und aus EU-Ländern, deren erfolgreiche und schnelle Arbeitsmarktintegration seit Jahren intensiv gefördert wird. Auch für Geflüchtete aus anderen Ländern ist ein frühzeitiger Zugang zur deutschen Sprache erforderlich, damit Integration nicht behindert und kostbare Zeit verloren geht. Diese in der Integrationspolitik weitgehend unstrittigen Erfahrungen und Erkenntnisse dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden.“

Für die Träger der Integrationskurse erzeugt der Zulassungsstopp zudem hohe Planungsunsicherheit, da viel weniger Teilnehmende in die bereits geplanten Kurse einmünden. Gerade im ländlichen Raum in Sachsen-Anhalt werden Kurse stark ausgedünnt, weil die notwendigen Mindestteilnahmezahlen nicht zustande kommen.

Dies führt zu Verzögerungen und Absagen von Kursen und gefährdet somit auch den Integrationserfolg derjenigen, die zur Teilnahme zugelassen sind. Die Existenz von Bildungsträgern, die sich auf Sprachkurse spezialisiert haben, wird gefährdet.

Möbbeck forderte den Bund auf, die Beschränkungen aufzuheben und schnellstmöglich in Gespräche mit den Ländern einzutreten, um eine verlässliche Integrationskurslandschaft zu sichern.

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2 Antworten

  1. Hans-Karl sagt:

    Könnte es denn sein, dass diese Integrationskurse nur dazu dienen, um eine vermeintliche Integrationswilligkeit vorzugaukeln? Braucht jemand, der sich wirklich aus eigenem Interesse integrieren will, einen solchen Kurs? Und inzwischen wird wohl auch ein riesiges Geschäft draus geworden sein. Da wird wieder Steuergeld in Richtung nichtstaatlicher Organisationen verschoben, welche dadurch natürlich zu staatlichen Organisationen werden und gar kein Interesse an einer Reduzierung haben.

  2. Willkommen Parallelwelt sagt:

    Ehrlich…wer seit 2015 im Land ist und nicht einmal die einfachsten Sätze von der Sprache
    der “ neuen“ Heimat erlernt hat, sich da auch nicht einmal selbst z.b. mit Sprach oder Lernapps/ Bücher auseinandersetzt, der möchte es auch nicht. Aber man sieht es ja auch an den türkischen Mitbewohnern. Von diesen Leben die Älteren teils schon Jahrtzehnte hier und können wenig bis kein deutsch. Da braucht niemand auf die Politik meckern…selbst ist der Mensch!!!

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