Kurdische Demonstrationen auf dem Markt: AfD-Stadtrat beklagt „martialisches Auftreten“ – Aufzug am Samstag geplant
Seit Tagen gehen Kurden weltweit wegen Übergriffen in ihrer Heimatregion Rojava auf die Straße, so auch in Halle (Saale). Hier wurde diese Woche täglich eine Mahnwache auf dem Marktplatz abgehalten. Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Denn nach Vorfällen am Montag und Dienstag mussten die Beamten auch am Mittwoch tätig werden.
Laut Polizei habe ein Mann von Außen mehrere Demonstrationsteilnehmer provoziert. Es folgte eine verbale Auseinandersetzung und in der Folge kam es auch zu einer Tätlichkeit. Es seien Anzeigen aufgenommen worden, so ein Polizeisprecher. “Behandlungsbedürftige Verletzungen wurden nicht bekannt.”
Lukas Wanke vom Rojava-Bündnis nannte es eine verbrecherische Vereinbarung, dem türkischen Präsidenten Erdogan 40 Kampfjets zu liefern. Bei ihm und dem syrischen Übergangspräsidenten Jolani handele es sich um Terroristen. Genau das hatten die Demonstrationsteilnehmer auch immer wieder gerufen. Es dürfe keine Hofierung von Erdogan und Jolani geben, so Wanke. Echten Frieden gebe es nur mit Selbstbestimmung.
Es gelte, die von den Frauen in der Revolution erkämpften Rechte zu schützen, meinte eine Rednerin. Sie kritisierte “das Schweigen der Welt.” Die Kurden hätten die Menschheit vor dem IS geschützt und werden nun fallen gelassen. Ein Redner warb für eine vom US-Senator Lindsay Graham eingebrachte Gesetzesinitiative zum Schutz der Kurden.
Unterdessen hat AfD-Stadtrat Thorben Vierkant das “Martialische Auftreten” bei den Demos beklagt, Bürger hätten sich kaum vorbei getraut. Die Veranstaltungsbehörde solle mit den Veranstaltern sprechen, „dass ein solcher martialischer Auftritt eher für Ängste sorgt, und nicht für Verständnis.” Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt hatte sich tatsächlich mit Vertretern der Versammlungsbehörde unterhalten, da ja sein Büro direkt am Marktplatz ist und er somit dort jedes Demonstration Geschehen mit bekommt, sagte er im Stadtrat. Er habe sich dort nicht bedroht gefühlt.
Unterdessen gab es im Rahmen der Kundgebungen immer wieder Dankesworte durch die Demonstrationsteilnehmer an die deutsche Polizei. Neben kurdischen Flaggen wehte auch eine deutsche Flagge.
Für Samstag planen die Kurden wieder einen Aufzug durch die hallesche Innenstadt.










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