Neubauprojekt „Am Mühlwerder“ wurde mit der „Grünen Hausnummer“ ausgezeichnet

Vor einigen Jahren wagte die GWG Halle-Neustadt den sprichwörtlichen Sprung über die Saale. Neben der ehemaligen Böllberger Mühle entstand ein neues Wohnquartier mit rund 200 Wohnungen. Ein Schritt, der sich ausgezahlt hat: „Und es hat sich gelohnt“, freut sich GWG-Geschäftsführerin Jana Kozyk. Sämtliche Wohnungen sind vermietet.

Nun erhält eines der markanten Gebäude in dem Quartier besondere Anerkennung. Am Donnerstag wurde der Neubau am Böllberger Weg 155–159 mit 39 Wohnungen mit der „Grünen Hausnummer Sachsen-Anhalt“ ausgezeichnet. Umwelt- und Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann verlieh die Auszeichnung gemeinsam mit LENA-Geschäftsführer Marko Mühlstein. Landesweit ist es die mittlerweile 81. Grüne Hausnummer, in Halle (Saale) die neunte.

In seiner Ansprache skizzierte Willingmann die aktuelle Debatte um den Klimawandel und die Energiewende: „Die einen leugnen den Klimawandel, diskutieren darüber, ob er menschengemacht ist oder nicht. Umweltthemen sind gar nicht mehr so richtig sexy.“ Andere wiederum warnten davor, die Energiewende könne existenzbedrohend sein. Doch während diese Fragen auf höchster politischer Ebene diskutiert würden, geschehe die Wärmewende längst vor Ort. „Sie findet im örtlichen Wirkungskreis statt, dort, wo Wohnungsvermieter Verantwortung tragen“, so Willingmann. Die entscheidende Frage sei nicht, ob Energie- und Wärmewende existenzbedrohend seien. „Existenzbedrohend ist, nichts zu tun.“

Das ausgezeichnete Gebäude zeigt, wie nachhaltiges Bauen konkret aussehen kann. Bei Bauweise und Ausstattung setzte die GWG konsequent auf Energieeffizienz und Klimaschutz: Solaranlagen auf dem Dach, der Anschluss aller Wohnungen an das Fernwärmenetz sowie eine geplante Fassadenbegrünung zum Böllberger Weg hin, die im Sommer nicht nur das Mikroklima verbessern, sondern auch optisch ein Hingucker werden soll.

Baudezernent René Rebenstorf betonte die Signalwirkung der Auszeichnung: „So eine Ehrung zeigt, dass es sich lohnt, sich beim Thema Klima- und Umweltschutz zu engagieren. Das ist auf Nachhaltigkeit und Zukunft ausgelegt.“ Passend dazu liege bereits der Entwurf für den neuen kommunalen Wärmeplan auf seinem Schreibtisch, der voraussichtlich im Frühjahr im Stadtrat beraten werde.

GWG-Chefin Jana Kozyk nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen. Neben einer Urkunde erhält die Wohnungsgesellschaft eine individuell angefertigte Hausnummer aus Emaille. „Die Verleihung der Grünen Hausnummer zeigt, dass energieeffizienter Wohnungsbau in Sachsen-Anhalt honoriert wird“, sagte Kozyk. Man freue sich sehr, dass das neue Quartier diese Auszeichnung trage und der Beitrag der GWG für klimaschonende Gebäude anerkannt werde.

Auch LENA-Geschäftsführer Marko Mühlstein lobte das Projekt: „Mit der Grünen Hausnummer machen wir vorbildliche Bauprojekte sichtbar, die zeigen, wie energieeffizientes Bauen und hohe Wohnqualität Hand in Hand gehen können.“ Der Neubau der GWG verbinde Klimaschutz, soziale Aspekte und städtebauliche Qualität auf überzeugende Weise und setze wichtige Impulse für die Energiewende im Gebäudebereich.

Der Auszeichnungswettbewerb „Grüne Hausnummer Sachsen-Anhalt“, initiiert von der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt (LENA), läuft seit 2017. Er richtet sich an Eigentümerinnen und Eigentümer von Neubauten oder sanierten Gebäuden, die Energiestandards über den gesetzlichen Mindestanforderungen erreichen oder eine Vorreiterrolle im nachhaltigen Bauen einnehmen. Projekte wie das Quartier am Böllberger Weg zeigen, dass Klimaschutz und attraktives Wohnen kein Widerspruch sein müssen.

Artikel Teilen:

15 Antworten

  1. BESORGTER Hallenser sagt:

    Sehr schön geworden und im Mai soll auch wieder der Kaffeegarten mit Musik und Tanz eröffnet werden, was wieder ein schöner Anziehungspunkt für die Bewohner der Südstadt,Pflegeheim und wie ehemals bei Niele sein sollte.

  2. BESORGTER Hallenser sagt:

    Tolles Wohngebiet bald wieder mit Kaffeegarten ,Musik und Tanz, schön für die Bewohner der Südstadt und Pflegeheim!

  3. ! sagt:

    Wenn doch schon ein SPD-Minister erschienen war, kann man doch mal konkret fragen: Sind die Mieten dort sozial verträglich? Gibt es eine bestimmte Quote an Sozialwohnungen dort?

  4. Ich sagt:

    Hauptsache, es hat sich geleohnt. 😉

  5. Henk sagt:

    Die Häuser sehen – nun ja – eher unschön aus. Irgendwie Schuhkarton mit Schiessscharte. Aber wem es gefällt, der soll es halt mieten.

  6. gated communities sagt:

    Toll, alles richtig gemacht, GWG. Klimafreundlich gebaut, alles vermietet. Nun gut, bei einem städt. Unternehmen hätte man angesichts der Mietsituation in Halle und der sozialen Verantwortung einer Kommune etwas übereifrig sozial verträglicheres Bauen mit entspr. Mieten erhofft. Aber so entstand ein sozial homogenes, bürgerlich gediegenes Viertel mit „hochwertig ausgestatten“ Wohnungen und modernen Stadtvillen. Fehlt noch Zaun und Wachschutz, falls sich doch mal Migriertes oder Prekarisiertes dorthin verläuft…

  7. Halu sagt:

    Da werden sie wieder alle unter sich bleiben.
    Die Mieten kann sich der normale Mensch nicht leisten. Die sind ja für Stadt und GWG Neustadt uninteressant.
    Die GWG hat seine politische und soziale Verantwortung als kommunales Unternehmen für die Bürger gegen die dicke Brieftasche getauscht.
    Man sieht es an allen Ecken.

Schreibe einen Kommentar zu gated communities Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert