Neue Streiks der HAVAG-Mitarbeiter drohen: Tarifverhandlungen Nahverkehr Sachsen-Anhalt weiter ohne Arbeitgeberangebot

Auch in der zweiten Verhandlungsrunde zum Tarifvertrag Nahverkehr Sachsen-Anhalt (TV-N LSA) zwischen ver.di und dem Kommunalen Arbeitgeberverband Sachsen-Anhalt haben die Arbeitgeber erneut kein Angebot vorgelegt und zentrale Forderungen der Beschäftigten weiterhin kategorisch abgelehnt. Besonders beim Thema Arbeitszeitverkürzung mit Lohnausgleich und Wahlmodell bleibt die Arbeitgeberseite bei einer Totalblockade. Damit drohen auch in Halle (Saale) wieder Streiks der Mitarbeiter der Halleschen Verkehrs AG (HAVAG).

„Seit Monaten liegen unsere Forderungen auf dem Tisch. Die Arbeitgeber lehnen sie nicht nur ab, sie legen auch keinerlei konkrete Alternativen vor. So kann man keine Lösung finden“, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Paul Schmidt im Anschluss an die Gespräche.

Im Mittelpunkt der Tarifrunde steht die Entlastung der Beschäftigten. Hohe Arbeitsbelastung, lange Schichten, wechselnde Dienstpläne und verkürzte Ruhezeiten prägen den Alltag im Nahverkehr. Die Gewerkschaft fordert unter anderem ein Wahlmodell zur Arbeitszeitverkürzung sowie verbindliche tarifliche Regelungen zur Entlastung. Die Arbeitgeber argumentieren mit fehlenden finanziellen Spielräumen und verweisen auf kommunale Haushaltslagen. Gleichzeitig erklären sie die Arbeitszeitverkürzung für „nicht verhandelbar“ und vermeiden es, eigene substanzielle Vorschläge vorzulegen.

„Die Beschäftigten können nichts dafür, wenn Kommunen und Verkehrsunternehmen nicht ausreichend finanziert sind. Wer einen verlässlichen und attraktiven Nahverkehr will, muss auch für gute Arbeitsbedingungen sorgen“, so Schmidt weiter.

Die Gewerkschaft hatte sich in der Runde offen gezeigt für Korridorlösungen, um Planungssicherheit zu schaffen und schrittweise Entlastungsregelungen zu vereinbaren. Auch dieser Weg blieb ohne konstruktive Antwort der Arbeitgeber. Vor diesem Hintergrund kündigt die Gewerkschaft an, den Druck zu erhöhen.

„Da die Arbeitgeber weiter blockieren und keine ernsthaften Angebote vorlegen, werden wir weitere Arbeitskampfmaßnahmen vorbereiten müssen. Die Beschäftigten sind bereit, für ihre Gesundheit und ihre Zukunft zu kämpfen“ fügt Schmidt an.

Die Verhandlungen sollen am 17.03. fortgesetzt werden. Ob es dann zu einer Annäherung kommt, hängt nun maßgeblich von der Bereitschaft der Arbeitgeber ab, sich konstruktiv mit den Forderungen ihrer Belegschaft auseinanderzusetzen.

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30 Antworten

  1. Tom sagt:

    für die Fahrpreise müsste man Euch mal richtig kräftig in den Hintern treten !!!
    habt ihr außer streiken noch andere Hobbys ?

  2. Fernrohr sagt:

    Aussperren!

  3. Mario Mario sagt:

    Nicht im Ansatz kostendeckend arbeiten und die nötige Leistung bringen, aber völlig irrwitzige Gehaltsforderungen stellen, nein danke! Es wird Zeit für KI und vollautonome Shuttle. Die HAVAG gehört abgewickelt.

  4. PaulusHallenser sagt:

    Ich bin für einen Streik, der mit Aussperrungen beantwortet wird. Meine Unterstützung gilt dem Management der HAVAG, dass sich hoffentlich mit etwas Mut endlich durchsetzen wird.

  5. Fakt sagt:

    Oh was für tolle Vorschläge aus der FDP
    Politik…aussperren…wie krank seit ihr
    Andere streiken auch ,da fallen solche Worte nie…schämt euch

    • Johannes Paul sagt:

      Nicht umsonst dümpelt die FDP im politischen Niemandsland rum. Und dank solcher Leute wie unserem Pauli wird das wohl auch so bleiben. Streikrecht ist ein Grundrecht, aber das werden solche Spinner wie Pauli nie begreifen.

  6. Detlef sagt:

    Gibt ja noch Rad bei dem schönen Frühlingswetter

  7. Pittiplatsch sagt:

    Managements entlassen,dann bekommen die anderen mehr Geld. Win win

  8. Gernod sagt:

    Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich!? Was haben die denn noch für Träume und Wünsche? Keine Arbeit, kein Lohn. Ist doch ganz normal. Und den ganzen Tag im Bus oder in der Straba rumzugurken ist nun wirklich nicht sehr anstrengend. Die sollen mal 8 Stunden auf den Bau oder 8 Stunden Mülltonnen leeren.

    • Johannes Paul sagt:

      Gernot, vielleicht ist Bus- oder Bahnfahren körperlich nicht anstrengend aber psychisch mit Sicherheit. Mach das mal den ganzen Tag und du bist garantiert mehr kaputt als auf dem Bau oder bei der Asche. Denke mal an den vielen Verkehr oder die ganzen Idioten auf der Straße oder die teilweise unmöglichen Schichtzeiten. Und Fahrgäste sind auch nicht mehr das was sie früher einmal waren. Da werden die Fahrer teilweise angepöbelt, angespuckt oder schlimmeres. Also ich möchte den Job nicht machen. Ich finde sie haben jedes Recht der Welt für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen auch wenn Pauli das sicherlich anders sieht. Aber der lebt ja eh in seiner eigenen Blase.

      • Gernod sagt:

        Es wird niemand dazu gezwungen dort zu arbeiten. Ich bin selbst täglich mit dem LKW unterwegs und weiß wovon ich rede.

        • Johannes Paul sagt:

          Gernod, da hast du quasi recht, aber ein bisschen Verständnis hat noch niemanden geschadet. Übrigens, ich bin auch jeden Tag mit dem LKW unterwegs. Und Stadtverkehr ist nun mal sch…. Egal ob mit Bus, Bahn oder LKW.

    • Petra Gans sagt:

      Mach einfach mal eine Bewerbung fertig und fang bei der HAVAG an. Du wirst dann ganz schnell merken das das anstrengend sein kann

    • Vochel sagt:

      „ist nun wirklich nicht anstrengend“
      ja, vielleicht als Fahrgast nicht.

  9. Miep sagt:

    Ich hoffe wirklich sehr, dass SWH nicht nachgibt. Ich bin zwar selbst ÖPNV Nutzer und muss bei einem Streik zusehen, wie ich auf Arbeit komme, aber wenn den Mitarbeitern die Konditionen nicht mehr gefallen, dann sollten sie einen Arbeitgeberwechsel in Betracht ziehen. Es gibt viele vergleichsweise weitaus schlechter bezahlte Jobs… hier sollte mal gestreikt werden!

  10. Dani sagt:

    Schon in den 1920ern haben die Gewerkschaften erfolgreich die Inflation in die Höhe getrieben.

    Ich applaudiere!

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