Notfall in der Bahn: Sicherheitsteam rettet bewusstlosen Fahrgast in der LuWu – andere Passiere interessierten sich nicht

Dramatische Szenen spielten sich am Freitagabend kurz nach 19 Uhr in der Ludwig-Wucherer-Straße in Halle (Saale) ab. In einer Straßenbahn der Linie 12 kam es zu einem medizinischen Notfall: Ein junger Mann war bewusstlos zusammengesackt. Doch offenbar informierte zunächst niemand den Fahrer über die lebensbedrohliche Situation.

Nach bisherigen Informationen bemerkten andere Fahrgäste den reglos wirkenden Mann zwar – reagierten jedoch nicht. Weder wurde der Fahrer angesprochen noch ein Notruf abgesetzt. Erst durch einen glücklichen Zufall konnte dem jungen Mann geholfen werden: Ein Team der Sicherheit der Hallesche Verkehrs-AG (HAVAG) stieg an einer Haltestelle zu und wurde auf die Situation aufmerksam.

Die Sicherheitskräfte handelten sofort und verschafften sich Zugang zu dem Bewusstlosen. Zur gleichen Zeit befand sich an einer anderen Stelle der Bahn eine Krankenschwester, die ebenfalls auf den Notfall aufmerksam gemacht wurde. Gemeinsam begannen sie unverzüglich mit Erste-Hilfe-Maßnahmen. Nach Angaben von Beteiligten musste auch eine Herzdruckmassage durchgeführt werden, um den Kreislauf des jungen Mannes zu stabilisieren.

Kurz darauf traf der alarmierte Notarzt ein und übernahm die weitere Versorgung. Zum aktuellen Gesundheitszustand des Betroffenen liegen derzeit keine näheren Informationen vor.

Der Fahrer der Straßenbahn zeigte sich im Nachgang erschüttert über das Verhalten einiger Fahrgäste. „Einfach nur traurig“, sagte er. Aus seiner Sicht hätten die Menschen in der Bahn schneller reagieren und Hilfe holen müssen. „Man stellt sich vor, was hätte passieren können.“

Der Vorfall wirft erneut Fragen nach Zivilcourage und Verantwortungsbewusstsein im öffentlichen Raum auf. Experten betonen immer wieder, wie wichtig es ist, bei medizinischen Notfällen sofort Hilfe zu holen und Betroffene nicht allein zu lassen. Schon ein schneller Hinweis an das Fahrpersonal oder ein Notruf könne Leben retten.

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17 Antworten

  1. Dog sagt:

    Standard das Verhalten. Leider schon oft erlebt da ich viel unterwegs war und bin.

  2. Ich von hier sagt:

    Dank und Lob an die Retter. Den Anderen ,die nicht geholfen haben, sollte man anzeigen. Das ist do widerlich dieser Egoismus. Aber das ist ja mittlerweile unsere ,,Kultur“. Leider.

  3. Sülooo sagt:

    Das zeigt wiedermal, dass medizinische Notfälle oft fälschlicherweise als Trunkenheit oder ähnliches abgestempelt werden. Jeder profane 1. HILFE – LEHRGANG unterrichtet darüber, dass man bei Bewusstlosigkeit eines Mitmenschen immer reagieren sollte, auch wenn es am Ende kein akuter Notfall ist! Dem jungen Mann alles Gute und schnelle Genesung!

  4. Bahn sagt:

    Wenn man nur auf das Handy starrt…

  5. Kritiker sagt:

    Das ist diese Gesellschaft, wo viele egoistisch durch die Gegend stiefeln, am Handy daddeln, denen alles scheiß egal ist, rum meckern und nörgeln und am Ende eine rassistische AFD wählen, weil ja alles so schrecklich ist.

    Spricht man diese Leute konkret an, dann machen die die Affen, nichts sehen, nichts hören, nichts sprechen.

  6. 👁️ sagt:

    Nennt man auch „unterlassene Hilfeleistung“ – Kamera-Aufzeichnungen auswerten, die Personen ermitteln und strafrechtlich verfolgen. Den Betroffenen wünsche ich alles gute und eine schnelle Genesung, großes Dank auch an die Krankenschwester.

  7. Seltener Gast sagt:

    Einfach nur traurig, aber ein Spiegelbild der heutigen Gesellschaft. Jeder ist sich selbst der Nächste. Jeder hat ein Handy. Man hätte einfach nur Hilfe holen müssen, nicht mal selbst Hand anlegen. Gute Besserung für den jungen Mann.

  8. Alina sagt:

    Gute Besserung dem jungen Mann 🍀

  9. Maik sagt:

    Ich bin gerade fassungslos über das Verhalten einiger Personen in der Bahn. Auch wenn man nicht weiterhelfen kann, einen Notruf absetzen geht immer, oder andere drauf aufmerksam zu machen. Jede Minute zählt in so einer Situation.

    Ich hoffe, das sie ihn wieder bekommen haben und weiterleben kann.

  10. Jana Meier sagt:

    Ist das nur furchtbar. Die Ignoranz der Menschen wird immer schlimmer. Für sich selbst wollen sie Hilfe, aber Hilfe anbieten und geben, da wollen sie sich die Hände nicht dreckig machen. Sehr sehr traurig wie sich das Verhalten der Menschen verändert hat.

  11. 10010110 sagt:

    Nun ja, ich sehe das differenziert: es gibt so viele „komische“ Leute in Großstädten; wenn da einer in der Bahn wie ein nasser Sack auf dem Sitz sitzt, dann kann das auch einfach ein Besoffener sein, der seinen Rausch ausschläft. Ich kann nachvollziehen, dass man das als Unbeteiligter entweder nicht ernst nimmt oder nicht gerade den Drang verspürt, sich so einer Person zu nähern. Ich bin mir sicher, die Fahrgäste hätten anders reagiert, wenn da einer einen epileptischen Anfall gehabt hätte oder wenn er bewusstlos auf dem Boden gelegen hätte.

  12. Geht gar nicht. sagt:

    Videoaufnahme sichern. Auswerten nach Anfangsverdacht einer Straftat.

    Was für eine abartige Gesellschaft.

  13. lubob sagt:

    Egal, ob der junge Mann ganz normaler Durchschnitt war oder ein Alki, ein Obdachloser oder ein Ausländer war. Wer so tief sinkt, dass er oder sie in der Situation nicht mal den Notruf wählt, sollte selbst mal alle Ansprüche an unsere Solidargesellschaft verlieren. Einfach mal ein paar Jahre kein Recht auf Arbeitslosengeld, kein Bafög, keine Krankenversicherung, keine Rente, nichts. Das wäre bestimmt eine lehrreiche Auszeit.

  14. BESORGTER Hallenser sagt:

    Das ist mal wieder typisch wegschauen und bloß nichts sehen abartig!!! sind die drum herum nichts machen und hoffentlich erwischt man sich selbst nicht ..

  15. Detlef sagt:

    Das macht wütend, wie viele nur wegschauen, aber wehe, denen passiert etwas und keiner reagiert, um Hilfe zu holen. Dann wird gejammert. Jenen, die wegschauen, sollte man ein hohes Bußgeld zur Strafe aufbrummen.

  16. Miep sagt:

    Man hört überall nur noch negative Nachrichten über Hilfeversuche, wo helfende Mitmenschen zunächst verantwortlich gemacht werden… kein Wunder, dass erste Hilfe ausblieb. Leider. Ich hätte aber wenigstens dem Fahrer noch Bescheid gesagt bevor ich an meiner Zielhaltestelle aussteige. Das wäre ja wohl das mindeste.

  17. Fahrgast sagt:

    Hier zeigt sich deutlich die Angst der Menschen vorm helfen da man leider nicht weiß ob derjenige nun wirklich Hilfe braucht oder einfach nur besoffen oder mit anderen Rauschmitteln zugedröhnt ist und dann aggressiv reagiert?! Allein das Handy nehmen und Hilfe rufen? Was soll man dem Notdienst sagen wenn man sich nicht an den Menschen herantraut um wirklich zu sehen ob es ein Notfall ist? Ich glaube nicht dass sich der Fahrer alleine getraut hätte… später kann man immer die große Klappe haben.

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