Planungsausschuss stimmt für neue Brücken an der Saline für 8,1 Millionen Euro – in der Debatte ging es auch um Panzer und Rettungswagen

Der Planungsausschuss hat am Dienstag mehrheitlich den geänderten Baubeschluss für zwei neue Fußgänger- und Radfahrerbrücken zur Saline beschlossen. Insgesamt werden 8,1 Millionen Euro investiert. Eine Brücke soll von der Franz-Schubert-Straße aus zum Salinepark führen, die andere vom Sandanger zum Sophienhafen.

Gebaut werden soll ab 2028. „Der Zeitplan ist straff“, fand Stadtrat Wolfgang Aldag (Grüne). Er erwarte, wie auch beim ersten Baubeschluss, Klagen und glaube nicht daran, dass dieser Zeitplan einzuhalten ist. Außerdem störte sich Aldag an den jährlichen Unterhaltskosten von 50.000 Euro, die entstehen. So war Aldag der Einzige, der im Ausschuss gegen das Vorhaben stimmte. Die Rahmenbedingungen zum ersten Baubeschluss vor sieben Jahren hätten sich gravierend geändert, beispielsweise in Bezug auf die finanzielle Situation. „Wir sehen den Spielraum nicht, wenn uns das Landesverwaltungsamt den Haushalt um die Ohren knallt.“ Die Brücken seien nicht zwingend notwendig.

Er finde den Grundgedanken gar nicht so falsch, dort Brücken zu bauen, meinte Alexander Raue (AfD). Ob auf der Brücke von der Franz-Schubert-Straße aus Rettungswagen fahren könnten, wollte er wissen. „Denn im Ernstfall knallen da unten Panzer.“ Dann brauche man möglicherweise alternative Brücken für Rettungsfahrzeuge. Allerdings zeigt sich schon beim Blick auf die Baupläne, dass dies nicht möglich sein wird. Denn durch die engen Rampenkurven passen keine Autos. „Wir haben den Platz dafür gar nicht“, sagte Simone Trettin vom Fachbereich Stadtplanung. Entgegen den ersten Plänen ist die Brücke nun vier statt drei Meter breit, die Rampen sind etwas anders angebracht. Möglich gemacht hat das übrigens ein Todesfall: Ein Grundstück, das nun mit herangezogen werden kann, war bei den ersten Plänen vermietet.

Auch bei der Sandangerbrücke spielten Rettungsfahrzeuge eine Rolle. „Warum wird diese Brücke nicht auch aus Sicherheitsgründen für den Katastrophenschutz so gebaut, dass im Notfall auch Krankenwagen darüber fahren können?“, fragte Andreas Godenrath (AfD). Denn das gesamte Wohngebiet mit Altenheim sei nur über eine einzige Zufahrt, die Hafenstraße, zu erreichen. Laut Frank Gunkel von der Abteilung Straßen- und Brückenbau ist für diese Fahrzeuge tatsächlich eine Befahrbarkeit möglich. Die Brücke ist für bis zu 18 Tonnen ausgelegt.

Das schien Godenrath jedoch noch nicht auszureichen. Er plädierte für eine noch breitere Brücke. Stattdessen solle auf die Brücke an der Franz-Schubert-Straße verzichtet werden. Doch da werde der Fördermittelgeber nicht mitmachen, mahnte Simone Trettin an. Denn die beiden Brücken dienten der Tourismusförderung für den Fuß- und Radverkehr.

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14 Antworten

  1. das Große Bla sagt:

    „Doch da werde der Fördermittelgeber nicht mitmachen“

    Man könnte den Fördermittelgeber auch einfach mal fragen, liebe Stadtverwatelung. Eine breitere/ stabilere Brücke behindert übrigens nicht den Tourismus.

    • Klardenkender sagt:

      Aber eine Brücke weglassen, „behindert“ schon einen kompletten Weg, oder?
      Ich möchte ehrlich gesagt nicht, dass die Verwatelung so dumme Fragen stellt. Es wäre einfach peinlich, in einem Tourismusförderprogramm um eine solche Brücke zu fragen, welche einen völlig anderen Zweck haben soll, als die Förderkriterien zulassen.
      Naivität wird hier von manchen deutlich überschätzt.

      • Klarsteller sagt:

        Eine Brücke weglassen behindert einen Weg?
        Also einen, den es gar nicht gibt? Aha…
        Mal davon abgesehen, dass die Stadt für solche Prestigebauten im Moment eigentlich gar kein Geld hat – und es an bestehender Infrastruktur mehr als genug zu tun gibt.

  2. Fragezeichen sagt:

    Panzer???
    Gehts noch???

  3. Bürger für Halle sagt:

    Hier zeigt sich die Absurdität der AFD-Ideologie: Zerstören, Spalten, Behaupten und selber berreichern.
    Herr Aldag zeigt als Einziger Haltung zu diesem unsinnigen Projekt, dass nur dem Baukonzern nützt (und der wohl ordentlich Druck ausübt).

  4. Chris sagt:

    Na Gott sei Dank hat die Stadt jetzt endlich wieder zwei Gründe mehr, noch mehr Bäume in Halle zu fällen. Dann ist endlich mehr Platz für noch mehr Beton und sinnlose Brücken

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