„Private Vorsorge statt staatlicher Nachsorge“: Sachsen-Anhalts Umweltminister wirbt mit Nachdruck für solidarische Pflichtversicherung gegen Elementarschäden
„Trotz der Erfahrungen aus den verheerenden Jahrhundertfluten 2002 und 2013 ist knapp die Hälfte der Menschen in Sachsen-Anhalt noch immer nicht ausreichend gegen Hochwassergefahren versichert. Das ist alarmierend. Aktuell haben 52 Prozent aller Haushalte im Land eine Absicherung gegen Elementarschäden. Da die Quote in den vergangenen Jahren nur leicht gestiegen ist, werbe ich weiter und mit Nachdruck für die Einführung einer solidarischen und bezahlbaren Pflichtversicherung in Deutschland.“ Das sagte Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann heute zur Eröffnung der vom Ministerium organisierten Veranstaltung „Wetterextreme – wer trägt das Risiko“ in Magdeburg.
Willingmann verwies dabei auch auf die umfangreichen Anstrengungen des Landes zum Hochwasserschutz. „Seit 2002 haben wir gut 1,5 Milliarden Euro investiert; der Großteil der Deiche im Land ist aktuell auf Top-Niveau. Doch 100-prozentigen Hochwasserschutz gibt es nicht, gerade bei Starkregen, der im Zuge des Klimawandels künftig deutlich zunehmen dürfte und auch fernab von Flüssen auftreten kann. Um das Restrisiko vor der eigenen Haustür zu überschaubaren Kosten abzusichern, braucht es neue Lösungen.“
Dies gelte umso mehr, da sich Menschen gerade in Risikogebieten derzeit in vielen Fällen gar nicht oder nur zu wirtschaftlich unzumutbaren Bedingungen versichern können. „Wenn wir beim Hochwasserschutz die private Vorsorge stärken und staatliche Nachsorge zurückfahren wollen, muss der Bund endlich aktiv werden und ein Modell für eine deutschlandweit verpflichtende Versicherung gegen Elementarschäden entwickeln. Im Fokus sollten dabei sozial verträgliche und für alle Hausbesitzer bezahlbare Prämien stehen“, betonte der Minister.
Auch Willingmanns Amtskolleginnen und -kollegen hatten sich bereits mehrfach für die Einführung einer solidarischen Pflichtversicherung gegen Elementarschäden ausgesprochen, zuletzt auf der Umweltministerkonferenz der Bundesländer im November 2025 in Saarbrücken.
Im Zentrum der heutigen Veranstaltung stand eine Podiumsdiskussion mit hochkarätigen Fachleuten aus Versicherungswirtschaft, Wissenschaft und Deutschem Wetterdienst. Der Livestream ist online verfügbar unter https://lsaurl.de/wetterextreme.
Starkregen wird zunehmen und kann überall auftreten
Im Gegensatz zu Hochwasser aus Fließgewässern können Überflutungen durch Starkregen grundsätzlich überall auftreten, auch fernab von Flüssen. Bereits kleinere Hangneigungen können zu erheblichen Abflüssen mit hohen Fließgeschwindigkeiten führen. In steileren Lagen wie etwa im Harz können unscheinbare kleine Gewässer binnen kürzester Zeit zu reißenden Bächen anschwellen, die eine ungeheure Zerstörungskraft mit sich bringen.
Mit Blick auf das steigende Starkregenrisiko hat das Umweltministerium in Kooperation mit dem Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) Hinweiskarten für Sachsen-Anhalt erarbeitet, die seit Herbst 2024 im Internet verfügbar sind. Die Karten sollen v.a. Kommunen als Basis für die Gefahrenbewertung und zur Erstellung von Konzepten zum Starkregenrisikomanagement dienen. Darüber hinaus kann sich auch die Bevölkerung über das Risiko vor Ort informieren.
Investitionen von Kommunen zur Stärkung der Hochwasser- und Starkregenvorsorge unterstützt das Umweltministerium durch das Mitte 2024 gestartete Programm „Sachsen-Anhalt Klima III“; für diesen Programm-Baustein stehen 25 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereit. Bis Ende 2025 sind für landesweit 23 Projekte bereits Zuschüsse in Höhe von insgesamt rund 14,4 Millionen Euro bewilligt worden.









Ich hatte 2006 noch 240 Euro jählich bezahlt. Jetzt sind es 605. Mit allen drumherum, einschließlich Vorgarten zur Strasse, darunter sind die Hausanschlüsse.
Warum sollte ich für die Flutversicherung diverser Beamter und Staatssekretäre mit bezahlen? Diese Herren leisten sich ein Grundstück am Elbeufer oder sonstwo und der normale Steuerzahler soll die Risiken zahlen. Nein danke!
Wir leben nun mal in einem Staat. Kannst dich gern in einer Sippe organisieren. Mal sehen, wie weit du kommst.
„Private Vorsorge statt staatlicher Nachsorge“…ein Satz der nur von einem Politiker kommen kann. Wir sollen für Versicherungen ein haufen zahlen und der Staat möchte nicht schützen.
Eine Pflichtversicherung ist niemals „solidarisch“. Ich hoffe, das wird vielen bewusst, wenn im September der Vergeber roter Karten und Co. zur Wahl steht.
Nein und nochmals nein. Jeder ist für seinen eigene Besitz verantwortlich und kann frei entscheiden, ob und wie er den versichern will.
„…ist knapp die Hälfte der Menschen in Sachsen-Anhalt noch immer nicht ausreichend gegen Hochwassergefahren versichert“
Vielleicht weil sie auf einem Berg, oder eine Anhöhe weit weg von einem Fluss wohnen und eine solche Versicherung sinnlos hohe Kosten verursacht.
In einem Überflutungsgebiet genehmigt die Stadtpolitik den Bau von Tiefgaragen.
Und die Politik fordert also nun, dass alle für die Schäden aufkommen, die dort entstehen.
Finde den Fehler.