Rückblick auf das vergangene Tourismusjahr in Sachsen-Anhalt: etwas mehr Gäste, aber weniger Übernachtungen
Die Zahl der Gästeankünfte blieb mit 3 394 975 nahezu auf Vorjahresniveau (+0,2 %). Die Übernachtungen gingen leicht um 1,4 % auf 8 232 822 zurück. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, lag die Übernachtungszahl damit weiterhin deutlich über der 8-Millionen-Marke. Dies war das vierthöchste Ergebnis seit dem Rekordjahr 2019. Damit behauptet sich Sachsen-Anhalt weiterhin als stabiles Reiseland, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. Auf der 60. Internationalen Tourismus-Börse Berlin (ITB) werden die aktuellen Kennzahlen, strategische Trends und zentrale Zukunftsprojekte vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die ab 28. März beginnende etappenweise Eröffnung des Stiftsbergs in Quedlinburg sowie die Entwicklung des Harzes als stärkste Reiseregion des Landes. Gleichzeitig richtet Sachsen-Anhalt den Blick nach vorn – mit strukturellen Investitionen, digitaler Weiterentwicklung und kulturellen Impulsen.
Stefanie Pötzsch, Staatssekretärin für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt: „Tourismus ist für Sachsen-Anhalt weit mehr als Freizeit. Er stärkt die Wirtschaftskraft, ist Identitätsstifter und Standortfaktor zugleich. Die Zahlen zeigen: Unser Land ist weiter als attraktive Urlaubsdestination gefragt. Jetzt geht es darum, die Qualität der touristischen Angebote konsequent weiterzuentwickeln. Das gelingt mit nachfrageorientierten, insbesondere digitalen Angeboten, klarer Zielgruppenansprache und kontinuierlichen Investitionen in eine hohe Angebotsqualität. Potenziale liegen vor allem darin, die Aufenthaltsdauer der Gäste durch attraktive Angebote zu verlängern und die Regionen stärker zu vernetzen. Gleichzeitig sollen gezielt Zugewinne aus ausgewählten Auslandsmärkten erzielt werden.“
Nachfrage auf solidem Fundament
Im Reisejahr 2025 wurden in den gewerblichen Beherbergungsbetrieben Sachsen-Anhalts rund 3,4 Mio. Gästeankünfte und 8,2 Mio. Übernachtungen gezählt. Die Gästeankünfte bewegten sich mit einer leichten Steigerung (+0,2%) auf dem Niveau des Vorjahres. Die Zahl der Übernachtungen ging um -1,4% zurück, liegt jedoch weiterhin bei über 8 Mio.
Das Rekordniveau des Vorpandemiejahres 2019 wurde damit noch nicht wieder erreicht. Die Ankünfte lagen -5,8% und die Übernachtungen -4,8 % unter den damaligen Bestwerten. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 2,4 Tage und entsprach damit dem Niveau der Jahre 2015 bis 2019.
93 % der Gäste reisten 2025 aus dem Inland an. Bei den internationalen Gästen war ein leichter Anstieg der Ankünfte auf 252.036 (+1,8 %) zu verzeichnen, während die Übernachtungen um -5,1% auf 535.223 zurückgingen.
Die fünf wichtigsten Herkunftsländer nach Ankünften waren die Niederlande (36.642 Ankünfte), Dänemark (31.040), Polen (29.388), Österreich (15.425) und die Schweiz (13.946).
Saisonal zeigte sich das gewohnte Bild: Der August war mit rund 912 Tsd. Übernachtungen der stärkste Monat, während im Januar mit rund 388 Tsd. die geringsten Werte registriert wurden. Den deutlichsten Zuwachs verzeichnete der April (+7,2%), was maßgeblich auf die Lage der Osterferien im Jahr 2025 zurückzuführen ist.
Michael Reichelt, Präsident des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt:
„Die Tourismuszahlen 2025 zeigen eine insgesamt stabile Entwicklung auf hohem Niveau. Trotz leichter Rückgänge bei den Übernachtungen bleibt das Interesse am Reiseland Sachsen-Anhalt konstant. Besonders bemerkenswert ist die kontinuierliche Erholung seit 2021.
Das Reisegebiet Harz und Harzvorland bleibt mit 35,8 % aller Übernachtungen stärkste Region des Landes. In allen fünf Reisegebieten Sachsen-Anhalts waren 2025 leichte Rückgänge bei den Übernachtungszahlen zu verzeichnen. Diese beliefen sich im Vergleich zu 2024 auf -1,9% (Harz und Harzvorland sowie Anhalt-Wittenberg) beziehungsweise rund -1 % (Halle, Saale, Unstrut, Altmark sowie Magdeburg, Elbe-Börde-Heide).“
Kulturelles Erbe als Motor für neue Reiseanlässe
Ein zentrales Projekt für 2026 ist die ab 28. März beginnende etappenweise Wiedereröffnung des Stiftsbergs in Quedlinburg. Den Auftakt bildet die neu gestaltete Präsentation der Stiftskirche St. Servatii mit ihrem bedeutenden Domschatz. Der Stiftsberg gehört zum Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg und steht exemplarisch für die außergewöhnliche Dichte an Welterbestätten im Land.
Dr. Robert Franke, Geschäftsführer der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt:„Sachsen-Anhalt verfügt über eine einzigartige Konzentration an UNESCO-Welterbestätten. Mit der etappenweisen Wiedereröffnung des Stiftsbergs verbinden wir den Erhalt kultureller Substanz mit einer zeitgemäßen Präsentation. Die Ansprüche der Gäste steigen – Flexibilität und digitale Orientierung werden zunehmend wichtiger. Mit Webanwendungen wie dem Reiseland-Kompass Sachsen-Anhalt und datenbasierter Vermarktung reagieren wir darauf. Zugleich schaffen wir konkrete Reiseanlässe, die Kultur erlebbar machen und emotionale Zugänge eröffnen.“
Harz bleibt profilbildende Reiseregion
Carola Schmidt, Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbandes: „Die Tourismusdestination Harz entwickelt sich kontinuierlich weiter. Ein Beispiel ist das Walpurga-Musical, das 2025 nicht nur ein Publikumserfolg war, sondern auch mit dem Tourismuspreis des Landes ausgezeichnet wurde. Die Fortführung im Juli und August 2026 zeigt: Wir verbinden Tradition, Eventkultur und moderne Inszenierung.“
Reiseanlässe und Highlights 2026 ff.
- Bauhaus-Jubiläum 2025/2026 – 100 Jahre Bauhaus Dessau
- 30 Jahre Lutherstätten in Sachsen-Anhalt mit Jubiläumsveranstaltungen an authentischen Wirkungsorten
- Etappenweise Eröffnung des Stiftsbergs in Quedlinburg ab 28. März 2026 (Details im Pressekit)
- Festival der Moderne in Magdeburg vom 1. Mai bis 31. Oktober 2027
- Landesgartenschau 2028 in der Lutherstadt Wittenberg
- 1.000 Jahre Naumburg im Jahr 2028










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