Spielerisch Mülltrennung lernen: Stadtwerke übergeben Lernspiel für Kitas und Medaillen „Mülltrennprofis“

Auf dem Schreibtisch von Peter Günther, dem Geschäftsführer der HWS, steht ein ganz besonderes Erinnerungsstück: Ein Müllauto aus Holz. „Das hatte ich schon als Fünfjähriger“, verrät er lächelnd. Es scheint, als sei ihm seine heutige Berufung bereits in die Wiege gelegt worden. Heute leitet er das Unternehmen, das dafür sorgt, dass in der Saalestadt die Entsorgung reibungslos, kompetent und vor allem umweltbewusst funktioniert. Doch Technik und Logistik sind nur die eine Seite der Medaille; die andere Seite ist das Bewusstsein der Bürger.

„Mülltrennprofis“ in der Kita August Hermann Francke

Den Auftakt für die neue Kampagne zur verantwortungsbewussten Abfallentsorgung machten am heutigen Mittwoch die wohl wichtigsten Botschafter der Stadt: die Kinder. In der Kita „August Hermann Francke“ herrschte helle Aufregung. Alexis, Eddy, Lena, Julia und ihre Freunde waren die Ersten, die das neu entwickelte Lernspiel der HWS testen durften.

Das Konzept ist simpel, aber effektiv: Anhand kleiner, originalgetreuer Tonnen lernen die Kinder, welche Abfälle in welche Tonne gehören. „Wir wollen mit viel Kreativität über die Kinder die Eltern erreichen“, erklärt Peter Günther das Ziel der Aktion. „Wenn die Kinder schon früh lernen, wie wichtig richtige Mülltrennung ist, tragen sie dieses Wissen mit nach Hause und sensibilisieren auch ihre Familien.“

Der Testlauf war ein voller Erfolg. Die Kinder hatten sichtlich Spaß dabei, die Miniatur-Abfälle zuzuordnen. Als Belohnung gab es für jeden Teilnehmer die Medaille „Mülltrennprofi“. Auch Kita-Chefin Anne Wagner zeigt sich begeistert: „Danke, dass unsere Kita Vorreiter sein darf. Wir legen in unserer Einrichtung ohnehin viel Wert auf Nachhaltigkeit, und dieses Spiel ist eine wunderbare Ergänzung.“

Ein Aufruf an alle Kindergärten

Das Lernspiel ist kein Einzelstück. Insgesamt fünf Sätze stehen zur Verfügung, die ab sofort von Kindergärten im gesamten Stadtgebiet kostenfrei auf Leihbasis bei der HWS angefordert werden können. Die Kitas führen die Projekttage in Eigenregie durch und können ihre Erlebnisse dokumentieren. Und Mitmachen lohnt sich doppelt: Wer seine Dokumentation an die HWS sendet, nimmt automatisch an einem Gewinnspiel teil. Zu gewinnen gibt es fünfmal zwei Rutschautos inklusive Kehrbesen – damit die Reinigung auch im Garten der Kita spielerisch weitergehen kann. Zudem erhält jedes teilnehmende Kind ein eigenes Abfall-Memory-Spiel mit lustigen Comicfiguren für zu Hause.

Halle trennt gut – aber es geht noch besser

Die Hallenserinnen und Hallenser haben laut Günther bereits eine gute Mülltrennungsquote. Besonders die „Biochallenge“ im vergangenen Jahr habe der korrekten Entsorgung noch einmal einen deutlichen Schub gegeben. Fehlwürfe sind selten, aber sie bleiben ein Problem. „Wenn die Tonnen falsch befüllt sind, nehmen die Weiterverwerter für Biomüll, Papier oder Plastik die Lieferungen unter Umständen nicht an“, erklärt der HWS-Chef. Um dies zu verhindern, leisten die Mitarbeiter der Müllabfuhr täglich Präventionsarbeit. Bevor die Tonne geleert wird, erfolgt eine Sichtkontrolle. Auch das Gewicht spielt eine Rolle – erfahrene Mitarbeiter spüren sofort, wenn etwas nicht stimmt. „Wird eine Tonne als falsch befüllt entlarvt, bleibt sie stehen und erhält einen Infozettel. Aber das ist zum Glück die Ausnahme.“

Das neue Abfall-ABC: Bürgerbeteiligung per Mausklick

Nicht nur die Kleinen, auch die Großen will die HWS mitnehmen. Ein zentraler Baustein der neuen Informationskampagne ist das „Abfall-ABC“ auf der Webseite der HWS (www.hws-halle.de/abfall-abc). Von A wie Altholz bis Z wie Zelte bietet das digitale Nachschlagewerk klare Anweisungen für die richtige Entsorgung. Das Besondere: Die Bürger können aktiv mithelfen, dieses Verzeichnis zu erweitern. Wer sich unsicher ist, wo ein bestimmter Gegenstand entsorgt werden muss, kann dies über die Webseite melden. Die Experten der HWS klären dann auf und ergänzen das ABC kontinuierlich. So entsteht ein gemeinschaftlich erarbeitetes Werkzeug für den Umweltschutz.

Erlebnisse für die ganze Familie: Tag der offenen Tür

Wer die Welt der Entsorgung einmal hautnah erleben möchte, sollte sich einen Termin rot im Kalender markieren: Am Samstag, den 20. Juni 2026, lädt die HWS zum Tag der offenen Tür am Entsorgungsstandort in der Äußeren Hordorfer Straße 12 ein. Von spannenden Einblicken hinter die Kulissen des Wertstoffmarktes bis hin zu einem XXL-Entsorgungsmemory ist für jedes Alter etwas dabei. Besucher können den beeindruckenden Fuhrpark bestaunen und mit den Mitarbeitenden ins Gespräch kommen, die täglich dafür sorgen, dass Halle sauber bleibt. Auch auf großen Stadtevents wie dem Umwelttag oder dem beliebten Laternenfest wird die HWS mit Infoständen präsent sein, um Fragen rund um das Thema Recycling zu beantworten.

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5 Antworten

  1. Wer hat das bezahlt? sagt:

    Oh, der Herr Günther hat was zu verteilen …! Wie hat er denn den Kram finanziert? Bastelt der schon wieder heimlich an den neuen „unabweisbar“ höheren Müllgebühren? Oder hat die HWS im Lotto gewonnen? Haben die Stadtwerker vielleicht eine Kiste Golddukaten in ’ner Mülltonne gefunden? Hat der neue Bundes-Umweltminister das Säckel aufgemacht und solche Spasskasperei finanziert? Oder der neue LSA-Bildungsminister vielleicht?

    Anfrage an Radio Jerewan: Wer hat das bezahlt?
    Antwort von Radio Jerewan: Führen Sie mal ein Selbstgespräch, dann wissen Sie bescheid!
    Anfrage: Danke!
    Antwort: Nicht dafür!
    Anfrage: Doch, muss sein!
    Antwort: Ende der Übertragung in 3…2…1…

    • Wahnfried sagt:

      Ich kenne Deine Müllgebühren nicht. Aber Menschen, die bei solch eine Aktion Gift und Galle spucken, dabei selbst nur 200 EUR Gebühren zahlen, sind für mich nicht Gesellschaftsfähig und gehören aussortiert! (Nicht körperlich) Also Leute, wie Du!
      Ich habe ja null Problem damit, andere Leute mitzufinanzieren. Bei Dir und Deinesgleichen hört mein Verständnis allerdings auf!

  2. Müllverbrenner sagt:

    Wir trennen Müll, der größtenteils dann doch zusammen verbrannt wird und Fernwärme damit produziert wird…

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