Streik bei der HAVAG: Montag stehen Busse und Straßenbahnen in Halle (Saale) still

Nachdem die erste Verhandlungsrunde zum Tarifvertrag Nahverkehr Sachsen-Anhalt ohne Ergebnis geblieben ist, ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr am 2. Februar 2026 ganztägig zum Warnstreik auf. Betroffen sind die Verkehrsunternehmen in Halle, Magdeburg und dem Burgenlandkreis.

Statt eines lösungsorientierten Vorschlages hatten sich die Arbeitgeber entschieden, von den Beschäftigten eine deutliche Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zu fordern. So soll unterem der Krankengeldzuschuss gekürzt und der tarifliche Kündigungsschutz abgeschafft werden.

„Die Beschäftigten ärgern sich sehr über das Verhalten der Arbeitgeber. Sie zeigen flächendeckend an, dass die Belastung zu hoch ist. Darauf mit einer Kürzung des Krankengeldzuschusses und der Abschaffung des Kündigungsschutzes zu antworten, wirkt wie Hohn“, erklärt Paul Schmidt, ver.di Fachbereichsleiter und Verhandlungsführer.

ver.di hatte im Vorfeld der Verhandlungen eine bundesweit beachtete Studie (studie.tvn26.de) veröffentlicht, welche die extrem hohe Belastung im Nahverkehr noch einmal unterstreicht. Asymmetrische Schichtarbeit, wie sie im Fahrdienst üblich ist, verursacht bei den betroffenen Beschäftigten enorme physische und psychische Belastung. „Was die Kollegen brauchen, ist Entlastung. Dass die Arbeitgeber nicht einmal bereit sind, darüber inhaltlich zu sprechen, spitzt diese Auseinandersetzung massiv zu“, sagt Schmidt.

In den Gesprächen hatte die Arbeitgeberseite jedoch deutlich gemacht, dass keinerlei Bereitschaft dazu besteht, über die Forderungen der Gewerkschaftsmitglieder zu verhandeln. Auch ein von ver.di vorgeschlagener mehrjähriger Stufenplan wurde als nicht verhandelbar zurückgewiesen.

„Die Arbeitgeber setzen auf Eskalation. Statt nach einer gemeinsamen Lösung für die berechtigten Forderungen der Kollegen zu suchen, verweigern sie sich jedem möglichen Kompromiss dazu. Im Ergebnis bleibt den Beschäftigten gar nichts anderes übrig, als mit einem Arbeitskampf zu antworten“, ergänzt Schmidt.

ver.di betont dabei auch, dass die Verantwortung für die finanzielle Schieflage der Kommunen nicht bei den Beschäftigten liegt. Seit vielen Jahren fordert die Gewerkschaft immer wieder, dass es eine auskömmliche und nachhaltige Finanzierung des ÖPNV in unserem Land braucht. Nun die Beschäftigten für dieses politische Versäumnis in Haftung zu nehmen, ist inakzeptabel.

Zum Ausblick sagt Schmidt: „Zu einer Lösung gehören immer Gespräche und am Ende ein Kompromiss. Es liegt nun an den Arbeitgebern, konstruktiv in die Gespräche zurückzukehren, die Blockadehaltung aufzugeben und mit uns gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Alles andere verschärft den Konflikt nur zusätzlich.“

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28 Antworten

  1. ! sagt:

    Niemand ist wirklich auf Bus und Bahn angewiesen. Spart Geld, wenn man zu Fuß geht oder mit dem Rad fährt oder im Home-Office ist.

  2. On + On sagt:

    Die HAVAG wird nicht gebraucht. Die 7% Lohnforderung ist eine Frechheit. Halle ist eine kleine Stadt, die vollstädnig auf autonome Antriebe bei ihrem ÖPNV umstellen sollte. Der Rest der Wege lässt sich zu Fuß per Fahrrad absolvieren.

  3. 🙈 sagt:

    Du bist ja ganz schlau, ich kann mir vorstellen das du von zu Hause aus arbeiten kannst. Viele können das nicht. Einfach mal das Gehirn einschalten

  4. klaus sagt:

    Verdi funktioniert wieder super als Brandbeschleuniger.

  5. Uwe sagt:

    Hallo!
    Streik hin, Streik her, es soll Menschen geben die zur Arbeit müssen was nicht überall zu Fuß oder in Home-Office machbar ist. Sollte der Schnee liegen bleiben oder dazu kommen wäre es mit dem Rad auch nicht prickelnd.
    Vor Jahren bin ich deshalb von der Südstadt in Richtung Zoo gelaufen, 1,5 Stunden hin und wieder zurück. Auf Kleche dann nochmal stundenlanges loofen. Ja sorry! Solche Idioten gib es.
    Zumal man verpflichtet ist auf Arbeit zukommen.
    Uwe

  6. ZuFuß sagt:

    Mann der Arbeit, aufgewacht!
    Und erkenne deine Macht!
    Alle Räder stehen still,
    Wenn dein starker Arm es will.
    Dem alten Lied der Arbeiterklasse ist nichts hinzuzufügen!

  7. Kaktus sagt:

    Zum Glück sind Ferien. Die Schulpflichtigen Kinder sind auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. (Radeln ist bei der Glätte und den nicht geräumten Wegen keine Alternative, auch ein mehr als eine Stunde dauernder Fußmarsch (jedenfalls bei unserer Entfernung zur zugelosten Schule) mit dem Gepäck, das die Schüler tragen müssen nicht)

    kurz: ÖPNV ist wichtig! (und sollte angemessen entlohnt werden)

  8. Strassenbahn sagt:

    Warnstreik? Früher waren das mal 3 oder 4 Stunden, aber einen ganzen Tag… Naja, Verdi lässt mal die Muskeln spielen und was dann raus kommt, wir wissen es ja. Hoffentlich frieren die Verdi- Mitglieder ordentlich.

  9. Daniel M. sagt:

    Wenigstens in den Ferien. Den Mitarbeitern wünsche ich höhere Gehälter und den Fahrgästen starke Nerven.

  10. Henk sagt:

    Dann wird es auf den Straßen sicherer – man schaue auf die Straßenbahnunfälle der vergangenen Wochen. Sehr gut!

    • 10010110 sagt:

      Ohne Autoverkehr gäbe es keine Straßenbahnunfälle. Und im Gegensatz zu Autos sind Unfälle zwischen Straßenbahnen selbst äußerst selten.

  11. Detlef sagt:

    Mit Streik drohen wäre erstmal gut aber gleich Streik ankündigen zum Opfer anderer nicht betroffenen darf nicht sein

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