Vogelgrippe bislang nur Einzelfälle: Linksfraktion im Stadtrat von Halle fordert bessere personelle Absicherung des Veterinäramtes

Die Linksfraktion im Stadtrat Halle (Saale) zieht nach der Beantwortung ihrer Anfrage zur Vogelgrippe eine gemischte Bilanz. Seit dem 1. Januar 2025 wurden lediglich zwei Fälle aviärer Influenza bei Wildvögeln festgestellt – beide ohne weitere Ausbreitung. Fälle bei gehaltenem Geflügel, in Zoos oder Privathaltungen gab es bislang nicht.

Nach dem Fund einer infizierten Graugans in Halle-Neustadt reagierte die Stadt mit einer Allgemeinverfügung, die unter anderem eine Aufstallungsverpflichtung und ein Verbot von Geflügelausstellungen vorsah. Weitere tierseuchenrechtliche Maßnahmen oder Keulungen waren nicht erforderlich. Das ist zunächst eine gute Nachricht für Halle. Dennoch zeigt die Antwort der Verwaltung, dass unsere Stadt strukturell nicht gut auf größere Ausbrüche vorbereitet ist.

„Besonders kritisch bewerten wir die personelle Situation im Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt. Von 24 Planstellen sind mehrere unbesetzt, darunter die wichtige Stelle einer amtlichen Tierärztin bzw. eines amtlichen Tierarztes. Dazu kommt, dass aktuell nur 15 der 24 Stellen in Vollzeit besetzt sind.“, erklärt Ute Haupt, Stadträtin der Linksfraktion. Externe Unterstützung gibt es nicht, Amtshilfe mit anderen Veterinärämtern ist aufgrund der personellen Lage laut Verwaltung derzeit nicht möglich. Die Stadt räumt zudem ein, dass die Tierschutzüberwachung bereits jetzt nur eingeschränkt kompensiert werden kann, unter anderem wegen der steigenden Zahl und Schwere von Tierschutzfällen. Gleichzeitig weist die Verwaltung darauf hin, dass sich die Situation bei einem Ausbruch der Vogelgrippe im Nutzgeflügel „jederzeit ändern“ könne.

„Wir haben diese Anfrage gestellt, um Transparenz zu schaffen. Die Antworten zeigen klar: Das Veterinäramt arbeitet am Limit. Prävention funktioniert aber nur mit ausreichend Personal. Wer hier spart oder Verzögerungen bei Nachbesetzungen in Kauf nimmt, riskiert Tierwohl, Verbraucherschutz und im Ernstfall auch die öffentliche Gesundheit“, so Ute Haupt abschließend.

Positiv bewertet die Fraktion, dass bislang alle Pflichtaufgaben erfüllt werden konnten und die Qualitätsaudits keine gravierenden Mängel festgestellt haben. Das dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass fehlende Fachkräfte ein reales Risiko darstellen.

Die Linksfraktion fordert die Stadtverwaltung deshalb auf, die offenen Stellen zügig zu besetzen und das Veterinäramt dauerhaft personell zu stärken.

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2 Antworten

  1. Emmi sagt:

    „Prävention funktioniert aber nur mit ausreichend Personal. Wer hier spart oder Verzögerungen bei Nachbesetzungen in Kauf nimmt, riskiert Tierwohl, Verbraucherschutz und im Ernstfall auch die öffentliche Gesundheit“,“
    Der Fachkräftemangel macht sich auch hier bemerkbar. Aber wieder wird nur gefordert von der Partei.
    Vielleicht sollten mal mehr die immer fordern, sinnvolle Arbeit leisten und weniger Forderungen stellen.

  2. Rarum sagt:

    Die Linken fordern Dies, die Linken fordern Das. Als Opposition braucht man sich ja auch keine Sorgen über die Finanzierung machen.

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