Wende im Prozess um tödliche Messerattacke in der Silberhöhe: Video führt zu Freispruch wegen Notwehr

Nach einer tödlichen Messerattacke im August vergangenen Jahres halleschen Stadtteil Silberhöhe hat das Landgericht Halle ein Urteil gesprochen: Die angeklagte 37-jährige Frau ist vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen worden. Nach Überzeugung des Gerichts handelte sie in einer Notwehrsituation.

Die Frau hatte im Sommer vergangenen Jahres eine 47-jährige Bekannte mit einem Messer tödlich verletzt. Die Tat ereignete sich im Stadtteil Silberhöhe und sorgte damals für große Bestürzung. Die Staatsanwaltschaft war zunächst von einem vorsätzlichen Tötungsdelikt ausgegangen und hatte der Angeklagten Totschlag vorgeworfen.

Video bringt entscheidende Wende im Prozess

Im Laufe des Verfahrens kam es jedoch zu einer überraschenden Wendung. Kurz vor der Urteilsverkündung tauchte ein bislang unbekanntes Video auf, das den Ablauf der Auseinandersetzung teilweise dokumentierte. Nach Einschätzung des Gerichts stützten die Aufnahmen die Darstellung der Angeklagten, wonach sie sich gegen einen Angriff der späteren Opferfrau verteidigt habe.

Die Richter kamen deshalb zu dem Schluss, dass die tödlichen Messerstiche in einer akuten Notwehrlage erfolgt seien. Eine strafbare Tötung liege damit nicht vor.

Verurteilung nur wegen Trunkenheit im Verkehr

Ganz ohne Konsequenzen bleibt der Fall für die 37-Jährige dennoch nicht. Das Gericht verurteilte sie wegen Trunkenheit im Verkehr zu einer Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu jeweils 15 Euro. Nach der Tat war die Frau trotz starken Alkoholeinflusses mit einem Fahrrad unterwegs gewesen.

Von den schwerwiegenden Vorwürfen wurde sie jedoch freigesprochen. Für die Zeit, die sie zwischen dem 9. August 2025 und dem 23. Februar 2026 in Untersuchungshaft verbrachte, soll die Frau eine Entschädigung erhalten.

Mit dem Urteil endet ein Prozess, der in Halle über Monate hinweg für Aufmerksamkeit gesorgt hatte – und der erst durch ein spät aufgetauchtes Video eine entscheidende Wendung nahm.

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7 Kommentare

  1. Ähm... sagt:

    „Kurz vor der Urteilsverkündung tauchte ein bislang unbekanntes Video auf“…ahja. Bisschen komisch. Ich dachte, die Alk-Olle wäre unter Androhung von „Ich stech dich ab“ extra in ihre Wohnung gegangen, um ein Messer zu holen? Entweder war das ganze Gelaber anfangs also Quatsch oder die Entwicklung während des Prozesses ist mehr als nur seltsam.

  2. Abenteuerlich sagt:

    Und das Messer hat sie immer dabei, damit sie in „Notwehr“ jemanden abstechen kann?

  3. Hohe See sagt:

    Was, wenn es das Video nicht gegeben hätte? Und wie lange können Videos noch als verlässliche Beweismittel gelten?

  4. Emmi sagt:

    „ein spät aufgetauchtes Video eine entscheidende Wendung nahm.“
    Wie ist sowas möglich? Wie gründlich wurde denn da ermittelt?
    Erst jetzt wird das Video gefunden?

  5. Tino sagt:

    Was für ein Video soll das gewesen sein?
    Wieso taucht es jetzt plötzlich auf und warum schreibt kein anderer über dieses wichtige Beweisstück?

    • Hallo sagt:

      – ein Video, dass den Tathergang zeigt
      – jemand hat es dem Gericht übergeben
      – andere schreiben sogar ein Urteil aufgrund des wichtigen Beweisstücks

      Artikel nicht gelesen? (nach der Überschrift und dem Bild kommt noch Text)

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