Zukunftszentrum am Riebeckplatz: Planungsausschuss stimmt für Bebauungsplan und Flächennutzungsplan

Der Planungsausschuss hat am Dienstagabend vier wichtige Beschlüsse zum Zukunftszentrum am Riebeckplatz gefasst. Zugestimmt wurde dem Abwägungs- und dem Feststellungsbeschluss für den Flächennutzungsplan sowie dem Abwägungs- und Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan. Es gab drei Nein-Stimmen (AfD) und eine Enthaltung (Hauptsache Halle). Die endgültige Entscheidung tritt der Stadtrat.

Es sei „eines der größten Innenentwicklungsprojekte, die in der Stadt Halle in den letzten Jahren auf den Weg gebracht worden sind“, sagte Baudezernent René Rebenstorf zum Zukunftszentrum. Der Riebeckplatz bleibe weiterhin ein zentraler Verkehrsknoten für die Stadt, auch für Autos.

Daran hat die AfD Zweifel. Das Verkehrsgutachten basiere darauf, dass die A143 rechtzeitig fertig ist“, sagte Thorben Vierkant. „Wir alle wissen, dass das nicht passiert.“ Durch den Abriss der Brücken und die Ampellösung werde sich der Verkehr noch mehr aufstauen, meinte sein Fraktionskollege Alexander Raue. „Ich vermute, das Gutachten ist schöngerechnet.“ Den Abriss der Brücken finde er nicht richtig. Vielleicht sei ja als Alternative eine Tunnellösung geprüft worden, so Raue. „Wir sind nicht glücklich mit dieser Lösung.“

„Die Aufgabe der Gutachter war es, die heutige Verkehrsbelegung auch für das Jahr 2040 abzubilden – ganz ohne Effekte der A143 und des prognostizierten Bevölkerungsrückgangs“, sagte Norbert Schültke, Fachbereichsleiter Mobilität. „Wir haben den Worst Case angenommen.“ Laut Schültke sei die Hauptverkehrsrichtung auf dem täglich von 80.000 Fahrzeugen frequentierten Platz von Nord nach West und umgekehrt. Man habe im September noch einmal die Brückenbelegung gezählt: 8.900 und 7.400 Autos waren es hier. „Natürlich sind wir uns bewusst, dass es zu Hauptverkehrszeiten zu Stauerscheinungen kommen kann“, sagte Schültke, „aber Halle ist eine Großstadt.“

Für Andreas Godenrath (AfD) ist das Vorhaben „ein gravierender Eingriff in die bestehende Verkehrsinfrastruktur“. Die Brücken seien für den Riebeckplatz wesentlich. Godenrath stellte aber auch das Zukunftszentrum an sich – er nannte es „Glaspalast“ – infrage. Es werde nur mit Schulden errichtet, der jährliche Unterhalt verschlinge weitere Gelder. Und die Arbeitsplätze seien nicht wertschöpfend. „Dieser Glaspalast wird Halle noch vor die Füße fallen. Wir blähen die Ausgaben immer weiter auf.“

Der gebürtige Hamburger Andreas Kloevekorn, der als sachkundiger Einwohner für die Grünen im Planungsausschuss sitzt, verglich den Widerstand gegen das Zukunftszentrum mit dem damaligen Widerstand gegen die Elbphilharmonie. Diese sei heute ein Wahrzeichen der Stadt und eines der meistbesuchten Gebäude in ganz Norddeutschland.

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31 Kommentare

  1. Schuldenzentrum sagt:

    Mir wird schon übel wenn ich das Wort höre!

  2. EH sagt:

    Die Bürger von Halle wurden nicht gefragt, ob sie das Zukunftszentrum wollen. Ich kenne niemanden. Ein Bürgerentscheid sollte her. Der Umbau des Riebeckplatzes mit dem Abriss der Hochstraßenbrücken ist der größte Schildbürgerstreich.

  3. "Natürlich sind wir uns bewusst, ..." sagt:

    >>> “ …, dass es zu Hauptverkehrszeiten zu Stauerscheinungen kommen kann“, sagte Schültke, „aber Halle ist eine Großstadt.“ <<<

    Boah! Was für eine Erkenntnis! … Na …. Dann baut doch den Mist einfach nicht und lasset den Verkehr fließen!

  4. Nicole sagt:

    Fein Durchgewunken.
    Ich verstehe nicht warum man bei so vielen Gegenstimmen aus der Bevölkerung, gegen dieses Projekt nicht mal kurz inne hält und fragt: Was haltet ihr Hallenser die schon mehr als 10 Jahre in der Stadt wohnt von dem Ganzen?“

  5. stadt Halle+ sagt:

    weg mit ZZ, wer sind die Treiber dieses Chaos-Baues, hier werden die Bürger von Leuten verarscht, die nur ihre eigenen Ziele wollen

  6. Emmi sagt:

    . „Natürlich sind wir uns bewusst, dass es zu Hauptverkehrszeiten zu Stauerscheinungen kommen kann“, sagte Schültke, „aber Halle ist eine Großstadt.“
    Was ist das für eine qualitative Begründung? Das ZZ mit der Elbi zu vergleichen ist schon heftig. Die Elbi sieht wenigstens noch schön aus und es war von Anfang an klar, was darin passiert. Das ist beim ZZ leider nicht der Fall. Das wird ein Palazzo Prozzo wie damals in Berlin.

    • Nur die Fakten sagt:

      „Die Elbi sieht wenigstens noch schön aus“

      Da gab es genau solche arbeitslosen Nörgler wie dich.

      „es war von Anfang an klar, was darin passiert“

      Am Anfang – das war um 2001 – war „klar“: Es kostet ca. 50 Millionen Euro. Im Jahr 2005 gab es eine Machbarkeitsstudie: 190 Millionen und spätestens 2010 fertig. Dann passierte stellenweise gar nichts. Am Ende – das war 2017 – hat es fast 1 Milliarde Euro gekostet.

      Man sagt übrigens „Elphi“, nicht „Elbi“.

  7. Frank sagt:

    Die Bäume müssen bis zum 1. März gefällt werden, damit die Vögel dann brüten können. Und wo bitte, sollen die Vögel dann brüten, wenn die Bäume weg sind? Ich hoffe und bete, dass wenigstens der Plan des Abrisses der beiden Brücken fallen gelassen wird. Ansonsten steht Halle vor einem Dauerverkehrsinfarkt. Warum wird diese alte Stadt mit so einem sinnlosen hässlichen ZZ Glasteil entstellt.

  8. Carsharer sagt:

    Man vergleicht sich mit der Elbphilharmonie… na das kann ja was werden.

  9. Erdna sagt:

    Die Hamburger Elbphilharmonie mit dem Zukunftszentrum von Halle zu vergleichen ist schon sehr gewagt. Das sind zwei völlig unterschiedliche Häuser was das Gesamtkonzept bzw. die Nutzung betrifft.

    • Worte und ihre Bedeutung sagt:

      „völlig unterschiedliche Häuser“

      Ein Ergebnis, auf das man durch einen Vergleich kommt. 😉

      Aber es sind nicht die Gebäude oder deren Nutzung verglichen worden, oder? (Lies noch mal den Artikel!)

  10. Schotterpiste sagt:

    Also wenn wir die Zukunft jetzt schon nur noch durch ein eigenes Gebäude erreichen, kann sie nicht so rosig werden. Da gehe ich nicht hin, bleibe lieber in der furchtbaren Gegenwart und träume von der guten alten Vergangenheit.

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