Schon wieder 9 „Schockanrufe“ in Halle, jetzt warnt auch das BKA

In laufe der Donnerstags sind bei der Polizei in Halle (Saale) neun sogenannte „Schockanrufe“ gemeldet worden. Die Anrufer haben sich als Vertreter von Behörden wie Polizei und Gericht ausgegeben und forderten eine Kaution, um Angehörige nach einem angeblich verursachten Verkehrsunfall wieder freizubekommen. Die Angerufenen im Alter zwischen 69 und 91 Jahren haben aber den Betrug durchschaut unf aufgelegt, so dass kein Schaden entstanden ist. Unbekannt ist natürlich die Dunkelziffer.

Inzwischen warnt auch das Bundeskriminalamt (BKA) vor dieser Betrugsmasche am Telefon. Täterseitig agieren oft mehrere Anrufende. Sie übergeben sich gegenseitig das Gespräch und spielen den Geschädigten so ein reales und aktuelles Geschehen vor. Zu Beginn führt oft ein vermeintliches Familienmitglied mit weinerlicher Stimme das Gespräch, um im Anschluss das Telefonat an einen weiteren Täter zu übergeben, der sich beispielweise als Polizeibeamter oder Staatsanwalt ausgibt.

Die Betrüger nutzen diesen Schockmoment aus und setzen ihre Opfer auch unter zeitlichen Druck, um sie zu unüberlegten Handlungen zu drängen. Die Anrufer binden die Opfer durch permanente Telefonkontakte an sich und verhindern damit gleichzeitig eine Kontaktaufnahme der Betroffenen zu tatsächlichen Verwandten oder der Polizei.

Bei diesen Schockanrufen werden Beträge von bis zu 100.000 Euro gefordert. Geht ein Opfer darauf ein, erscheint ein Abholer vor Ort oder das Opfer wird zu einem Übergabeort gelotst. Während dieser Übergabephase wirkt ein Anrufer häufig erneut auf das Opfer ein. Sobald die Vermögenswerte übergeben sind, beenden die Täter das Gespräch.

Das Bundeskriminalamt rät:

  • Folgen Sie nicht den Aufforderungen der Anrufer. Lassen Sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln oder unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu persönlichen oder finanziellen Verhältnissen preis.
  • Rufen Sie Ihre tatsächlichen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an.
  • Denken Sie daran: Die Polizei oder vergleichbare Amtspersonen werden Sie niemals telefonisch um die Aushändigung von Bargeldbeträgen oder Wertsachen bitten.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Personen, die Sie nicht kennen.
  • Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in ihre Wohnung oder Ihr Haus.
  • Falls Sie einen solchen Anruf erhalten haben, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre örtlich zuständige Polizeidienststelle, um den Vorfall zur Anzeige zu bringen.

Betroffene von betrügerischen Anrufen können sich bei Bedarf an Opferberatungsstellen, beispielsweise den „WEISSEN RING“ (https://weisser-ring.de, bundesweite Rufnummer 116 006) wenden.

Weitere Hinweise und Informationen für Opfer einer Straftat finden Sie auf der Webseite der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes: https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/.

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20 Antworten

  1. Berater sagt:

    Sperren von ausländischen Nummern in den telefonboxen bei den aletn Herrschaften.

    Die meisten Nummern beginnen mit „00“ und wenn dies jetzt nicht zwingend nötig ist, dann sperren Sie ankommende Anrufe aus dem Ausland in der BOX!

    In der Fritzbox geht dies ganz einfach unter dem menüpunkt „Rufbehandlung“.

    Auch im Handy kann man solche Sperrungen vornehemen.

    Sollte man doch seinen Verwandten regelmäßig aus dem Ausland anrufen, dann NUR diese eine eigene Nummer freigeben!

    • Diskreter Hinweis sagt:

      Ich weiß zwar nicht, was Du so „berätst“ als „Berater“, aber für diesen Bereich liegst Du komplett daneben.

      Die Anrufer, auch aus dem Ausland, verändern beliebig ihre Rufnummer. Daher tauchen dort deutsche Telefonnummern auf, sogar welche von Polizei und Staatsanwaltschaften. Die Krönung dabei ist, obwohl die Polizei nie unter der „110“ anruft, dass selbst diese Nummer schon als „Anrufer“ aufgetaucht sein soll.

      Also lass lieber eine derartige „Beratung“.

    • Dreckige Stadttaube sagt:

      Das erklärst du jetzt einfach noch der 91-jährigen Frau wie einfach das geht und schon ist alles paletti. Bestimmt hat die eine FritzBox. Das macht die direkt nachdem sie ihren Livestream bei Tiktok beendet hat. Dann nur noch schnell Windwos 11 neu einrichten und dann kümmert sich die Omi um die Fritzbox.

    • Franz2 sagt:

      Guter Rat. Auch sollte man die Menschen dahingehend sensibilisieren, dass man nicht fünfstellige Beträge einfach zu Hause rumliegen lässt und gleichzeitig sollten Banken hellhörig werden, wenn eine ältere Person plötzlich einen großen Betrag in bar mitnehmen will – von mir aus auch die Polizei dazuholen oder die Auszahlung verweigern – was soll da schon passieren ? Dann soll die betreffende Person gerne selbst die Polizei einschalten. Diese Banden haben es gut erkannt, wie man die „Gebräuche“ der älteren Bevölkerung in Deutschland so ausnutzen kann.

  2. JoKo sagt:

    Also ich würde da gleich mal eine Ermittlungsverfahren wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung.
    Schließlich werden hier Straftaten geplant und gemeinschaftlich begangen, die über das Strafmaß von 2 Jahren hinaus gehen, und somit relevant sind.
    Hausdurchsuchungen, Festnahmen und mindestens Bespitzelung müssen doch drin sein.
    Wir sollten mal in Bayern nachfragen ,die sollen sich da auskennen, habe ich gehört.

  3. Reiner Tisch sagt:

    „Schockanrufe“, das erinnert stark an die Thesen und Methoden der kriminellen Vereinigung „Letzte Generation“!

  4. Skeptiker sagt:

    „…das erinnert stark…“

    Aber nur Dich!

  5. rufmichan sagt:

    Angerufen ich soll auflegen. Dann soll ich ne Anzeige machen die natürlich ins leere Verläuft.Weil nach wen sollen die den Ermitteln.Ich soll ja auflegen!
    Ich würde doch darauf eingehen und dann die Polizei sofort anrufen und zum Übergabeort lotsen. Nur so sind doch die Spacken dingfest zu machen!

  6. Shigema Oba sagt:

    „Unbekannt ist natürlich die Dunkelziffer.“ Bekannt ist damit nur die Lichtziffer. Das macht den Unterschied