27,4 Millionen Euro aus dem Start-Chancen-Programm für Halles Schulen – erste 21 Maßnahmen benannt

In der Stadt Halle (Saale) fällt der Startschuss für eine Bildungsoffensive von historischem Ausmaß. Mit dem Startchancen-Programm, dem bisher größten Bildungsprojekt in der Geschichte der Bundesrepublik, sollen die Weichen für mehr Chancengleichheit in den Schulen neu gestellt werden. Der Stadtrat soll im März zustimmen. Allerdings stehen die Maßnahmen unter dem Haushaltsvorbehalt, denn die Stadt muss auch einen Eigenanteil leisten. Das Ziel ist ambitioniert: Der enge Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem individuellen Bildungserfolg soll endlich aufgebrochen werden. Besonders Kinder und Jugendliche, die unter schwierigen sozioökonomischen Bedingungen aufwachsen, stehen im Fokus der Förderung. Durch eine gezielte Stärkung der Basiskompetenzen in den Bereichen Lesen, Schreiben und Rechnen will die Stadt sicherstellen, dass kein Talent ungenutzt bleibt und die pädagogische Qualität in den Klassenzimmern nachhaltig gesteigert wird.

Ein finanzielles Fundament für moderne Lernwelten

Um dieses Mammutprojekt zu stemmen, stehen für die Saalestadt beeindruckende Summen bereit. Insgesamt beläuft sich das Fördervolumen auf rund 27,4 Millionen Euro. Für die erste Umsetzungsphase zwischen 2026 und 2028 hat die Stadtverwaltung nun eine konkrete Liste mit 21 Schulen vorgelegt, die von den ersten Investitionen profitieren werden. Rund 12,8 Millionen Euro fließen dabei als Fördermittel von Bund und Land in die städtischen Bildungsstätten. Die Stadt Halle trägt als Schulträgerin einen Eigenanteil von 20 Prozent, was in diesem ersten Zeitraum einer Investition von etwa 3,2 Millionen Euro aus kommunalen Mitteln entspricht. Die verbleibenden rund 14,6 Millionen Euro des Gesamtbudgets sind für die Jahre ab 2029 reserviert, wofür zu gegebener Zeit ein erneuter Beschluss des Stadtrates gefasst wird.

Innovative Konzepte statt bloßer Instandhaltung

Das Programm unterscheidet sich deutlich von klassischen Sanierungsvorhaben. Gefördert werden keine notwendigen Reparaturen am Dach oder der Heizung, sondern Maßnahmen, die das Lernen direkt verändern. Im Zentrum steht die sogenannte Säule I, die in eine zeitgemäße und lernförderliche Infrastruktur investiert. Jede der beteiligten Schulen erhält ein Basismodul zur Verbesserung der Ausstattung. Darüber hinaus sieht die Planung die Einrichtung von Kreativlaboren, modernen Lernwerkstätten und multifunktionalen Raumsystemen vor. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Schaffung von Rückzugsbereichen und der Aufwertung von Außenanlagen, um auch außerhalb des klassischen Unterrichts hochwertige Lern- und Bewegungsangebote zu schaffen. So entstehen Orte, die den Anforderungen an eine moderne, inklusive Pädagogik gerecht werden.

Von der Grundschule bis zum Gymnasium: Die ausgewählten Standorte

Die Liste der 21 begünstigten Einrichtungen zieht sich durch das gesamte Stadtgebiet und umfasst verschiedene Schulformen. Zu den Schwerpunkten gehören zahlreiche Grundschulen wie die Grundschule am Kirchteich, die mit über 3,7 Millionen Euro für einen Erweiterungsbau und Erholungsbereiche die größte Einzelmaßnahme darstellt. Auch weiterführende Schulen sind fest eingeplant: So erhält das Christian-Wolff-Gymnasium Mittel für einen Erweiterungsneubau und Sportmöglichkeiten im Außenbereich, die mit insgesamt rund 9,6 Millionen Euro veranschlagt sind. Ebenso finden sich Förderschulen, Gemeinschaftsschulen und Berufsbildende Schulen auf der Liste wieder, wobei die Maßnahmen individuell auf den Bedarf der jeweiligen Schülerschaft zugeschnitten wurden, wie etwa die Einrichtung eines „Makerspace“ an der Gemeinschaftsschule Kastanienallee.

Gemeinsame Planung für eine nachhaltige Schulentwicklung

Hinter der nun veröffentlichten Umsetzungsliste steckt ein intensiver Beteiligungsprozess. In engen Abstimmungsrunden zwischen den Schulleitungen, dem städtischen Bildungsmanagement und den Fachabteilungen für Hochbau wurden die Bedarfe individuell ermittelt. Dabei wurde darauf geachtet, dass die neuen Investitionen sinnvoll mit bereits abgeschlossenen oder laufenden Sanierungen verzahnt werden. Während einige Schulen, wie die Grundschule „Rosa Luxemburg“, sich derzeit noch im Bau befinden und nun mit flexiblem Mobiliar ausgestattet werden, starten an anderen Standorten ab 2026 völlig neue Projekte. Dieser transparente Prozess stellt sicher, dass die Millionen dort ankommen, wo sie die größte Wirkung entfalten können: direkt bei den Schülerinnen und Schülern in Halle.

Hier ist die angepasste Tabelle für Ihre Internetseite, bei der die Nummerierung entfernt wurde, um den Fokus direkt auf die Schulen und deren spezifische Projekte zu legen.

Startchancen-Programm Halle (Saale) – Geplante Baumaßnahmen 2026–2028

Die folgende Übersicht zeigt die Verteilung der Mittel für das Startchancen-Programm in Halle (Saale). Die Finanzierung erfolgt zu 80 % aus Bundes- und Landesmitteln sowie zu 20 % aus Eigenmitteln der Stadt.

SchuleBasismodul (Beginn vorauss.)Erweiterungsmodul (Beginn vorauss.)Gesamtbudget (in TEUR)
Grundschule am KirchteichErholungs- & Rückzugsbereiche (2026) Erweiterungsneubau & Lernräume (2028) 3.763
Grundschule „Rosa Luxemburg“Flexibles Mobiliar (2027) 250
Grundschule Otfried PreußlerGrünes Klassenzimmer (2026) Außenanlage Sporthalle (2027) 409
Gemeinschaftsschule „Heinrich Heine“Erholungs- & Rückzugsbereiche (2027) 63
Sekundarschule Halle-SüdFlexibles Außenmobiliar (2026) Sport im Außenbereich (2027) 69
Lernzentrum Halle-NeustadtDigitale Ausstattung (2026) Therapieraum & Mobiliar (2027) 143
BBS „Gutjahr“ (nur BVJ)Kreativlabor & Werkstätte (2026) Makerspace & Sport außen (2027) 406
BBS V (Uniring – nur BVJ)Hitzeschutzmaßnahmen (2026) Sport- & Erholungsbereich (2028) 225
Grundschule KastanienalleeLernförderliche Ausstattung (2026) Digitale Ausstattung (2027) 63
Grundschule Am HeiderandMobiliar & Ausstattung (2026) 20
Grundschule SilberwaldSchulhof-Modernisierung (2026) Sport & Erholung außen (2027) 83
Grundschule SüdstadtExperimentier- & Lernwerkstatt (2026) 25
Grundschule GlauchaSport im Außenbereich (2028) 150
LILIEN-GrundschuleErholungsbereiche (2026) Flexibles Mobiliar (2028) 79
GS „Karl-Friedrich-Friesen“Werkstätte/Kinderküche (2026) 63
GS „August Hermann Francke“Flexibles Mobiliar (2026) Sport im Außenbereich (2028) 116
Grundschule Hanoier StraßeWerkstätte/Schulgarten (2026) Sport im Außenbereich (2027) 69
Gemeinschaftsschule KastanienalleeEinrichtung Makerspace (2026) Grünes Klassenzimmer (2027) 75
Sekundarschule Am FliederwegSport im Außenbereich (2026) Hitzeschutzmaßnahmen (2027) 110
KGS „Wilhelm von Humboldt“Lernmöglichkeiten/Theater (2027) Multilinguallabor & Sport (2027/28) 206
Christian-Wolff-GymnasiumSport im Außenbereich (2027) Erweiterungsneubau (2027) 9.588
GESAMTSUMME15.973
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2 Antworten

  1. Neustädter sagt:

    Ich hoffe die mehretagigen Schulen in Halle bekommen endlich für körperlich beeinträchtige Personen Fahrstühle eingebaut! Bisher gabs dazu im Stadtrat keinerlei Vorschläge.

  2. HP-Leser sagt:

    Wenn man sich manche Positionen ansieht, kann man nur den Kopf schütteln.
    Die SEK Fliederweg, GS Silberwald und GS Glaucha wurde erst neu gemacht. Wenn da Bedarf besteht, geht es uns sehr gut.

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