​Alarm in Halle (Saale): Stadtsportbund warnt wegen Haushaltssituation vor dem Kollaps der sozialen Infrastruktur und Vereine

Die finanzielle Schieflage der Saalestadt entwickelt sich zur Existenzbedrohung für das gesellschaftliche Leben. In einem dramatischen Appell warnt der Stadtsportbund (SSB) Halle e.V. vor dem Kollaps der sozialen Infrastruktur. Blockierte Mittel und fehlende Planungssicherheit zwingen erste Träger bereits in die Knie. Für heute ist eine Großdemonstration auf dem Marktplatz angekündigt.

​Es sind deutliche Worte, mit denen sich der Stadtsportbund Halle e.V. an die Öffentlichkeit und die Stadtpolitik wendet. Was sich in den vergangenen Wochen hinter verschlossenen Türen im Rathaus abzeichnete, erreicht nun die Sportplätze, Jugendzentren und sozialen Beratungsstellen der Stadt: Die angespannte Haushaltslage führt zu einem harten Sparkurs, der die Schwächsten der Gesellschaft zuerst trifft.

Der Stadtsportbund stellt sich in seiner Erklärung demonstrativ an die Seite der freien Träger und sozialen Initiativen. „Kinder- und Jugendarbeit, Prävention, Demokratiebildung und Sport sind keine verzichtbaren Extras, sondern tragende Säulen des gesellschaftlichen Zusammenhalts“, heißt es in dem Statement.
​Doch die Solidarität hat auch einen ernsten Hintergrund im eigenen Haus. Auch der organisierte Sport in Halle steht mit dem Rücken zur Wand. Viele Vereine sind auf Betriebskostenzuschüsse und projektbezogene Fördermittel angewiesen, um den Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten. Bleiben diese aus, droht die sofortige Zahlungsunfähigkeit.

Die Krise trifft den Sport an mehreren empfindlichen Stellen:

​- Fehlende Liquidität: Die meisten Vereine verfügen über keine nennenswerten Rücklagen. Ausbleibende Zuschüsse führen direkt zu Problemen bei der Miete von Sportstätten oder der Auszahlung von Übungsleiterpauschalen.
​- Gefahr für das Ehrenamt: Ehrenamtliche Strukturen können das finanzielle Defizit nicht dauerhaft durch Eigenleistung oder Spenden kompensieren.
– ​Soziale Funktion: Sportvereine fungieren in Halle als „Integrationsmotoren“ und „Gesundheitsförderer“. Ein Wegbrechen dieser Angebote hätte laut SSB langfristige Schäden für das gesellschaftliche Klima zur Folge.

​Der Stadtsportbund betont, dass es bei den Forderungen nicht um Luxusprojekte geht. Es gehe um die Basis: die Nutzung von Sportstätten und die Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Wenn Trainer nicht mehr bezahlt werden können und Hallenmieten offenbleiben, erlischt das Licht in den Vereinen.
​Der SSB fordert von der Stadtpolitik nun „schnelle, pragmatische Lösungen“ und eine klare Prioritätensetzung. Man erwarte Verlässlichkeit gegenüber bestehenden Finanzierungszusagen.

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5 Antworten

  1. Obacht sagt:

    Das Jammern hört nicht auf. Das wird über Monate so weiter gehen. Dafür kommen wieder Millionen gespartes Geld in die Stadtkasse.

  2. Klimafreund sagt:

    „Sportvereine fungieren in Halle als „Integrationsmotoren“ und „Gesundheitsförderer“. Ein Wegbrechen dieser Angebote hätte laut SSB langfristige Schäden für das gesellschaftliche Klima zur Folge“

    Man sollte bei all dem auch an das persönliche Klima der Steuerzahler denken, die das Ganze finanzieren sollen.

    • Rechenfreund sagt:

      Du sollst nicht mehr Steuern zahlen als bisher. Der Steuersatz wird aber auch nicht sinken, wenn die Förderung eingestellt wird.

      Die Krankenkassenbeiträge könnten allerdings langfristig steigen…

  3. Vera sagt:

    Wie viele Leute werden denn da überdurchschnittlich bezahlt?
    Was soll der OB denn machen?
    Diese Kosten müssen minimiert werden, damit die Stadt existieren kann.
    Weiter so Herr Vogt, ihre Wähler stehen immer noch hinter Ihnen.

  4. Henk sagt:

    Sport ist ein privates Hobby, warum soll man dafür Steuergelder ausgeben – die man obendrein nicht hat?

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