CDU fordert bessere Winterdienst-Koordination in Halle (Saale) und kritisiert auch fehlende Räumpflicht bei Eigentümern

Kräftig geschneit hat es am vergangenen Freitag und Samstag. Die CDU-Stadtratsfraktion Halle (Saale) äußert sich in diesem Zusammenhang kritisch zur Organisation des Winterdienstes und fordert Verbesserungen für die Zukunft.

„Wir schätzen die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Winterdienstes, insbesondere der Stadtwerke, sehr. Sie waren unermüdlich im Einsatz und haben unter schwierigen Bedingungen ihr Bestes gegeben“, betont Hans-Joachim Berkes, Stadtrat der CDU-Fraktion. Dennoch zeige die aktuelle Situation deutliche Defizite in der Räumung des städtischen Verkehrswegenetzes auf.

Die Räumung der Verkehrswege (Verkehrssicherungspflicht) gehört zu den Kernaufgaben der Kommune. Leider waren jedoch auch Tage nach dem Wintereinbruch zentrale Plätze wie der Marktplatz sowie Fußwege wichtiger Straßen wie der Großen Ulrichstraße oder der Trothaer Straße nicht zeitnah vom Schnee befreit. „Zum Verkehrswegenetz gehören nicht nur die Fahrbahnen“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Dr. Ulrike Wünscher. „Wenn Fußgänger und Radfahrer gezwungen sind, auf die Straße auszuweichen, entstehen gefährliche Situationen für alle Verkehrsteilnehmer.“

Als problematisch erachtet die CDU-Fraktion zudem, dass augenscheinlich viele Grundstückseigentümer ihrer Räumpflicht nicht nachgekommen sind. „Hier sind verstärkte Kontrollen und gegebenenfalls auch Sanktionen notwendig. Hauseigentümer müssen stärker in die Pflicht genommen werden, notfalls müssen auch Bußgelder ausgesprochen werden“, fordert die Fraktion.

Die CDU-Stadtratsfraktion appelliert an die Stadtverwaltung, die Koordination des Winterdienstes zu überprüfen und für zukünftige Wintereinbrüche bessere Konzepte zu entwickeln, die sowohl Straßen als auch Fuß- und Radwege sowie zentrale Plätze gleichwertig berücksichtigen.

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29 Antworten

  1. Elfriede von dr Vochelweide sagt:

    Für die Beschäftigten des Ordnungsamtes eine Gelegenheit, kräftig bei denen zu kassieren, die als Eigentümern von Grundstücken ihrer Räumpflicht nicht nachkommen. Es ist eine Zumutung für alleinstehende Senioren durch Schnee und Matsch miut hilfe eines Rollators unterwegs sein zu müssen, um unbedingt nötige Dinge zu erledigen wie Einkauf, Arztbesuch, Gang zur Apotheke. Ohne notwendigen Anlass geht bei solchem Wetter keiner von den älteren Menschen auf die Straße, weil sie neben allen Misshelligkeiten des Alters nicht noch einen Knochenbruch riskieren wollen.

  2. Otto01 sagt:

    Wieviel Leute will die Stadt dafür einstellen, die Räumpflicht der Eigentümer zu kontrollieren? Das ist mit normalen Personalaufwand gar nicht möglich. Mindestens 50 Prozent der Fußwege waren nicht oder unzureichend geräumt. Nun ist es weggetaut. Und ja, ich war meiner Räumpflicht nachgekommen und habe auch Nachbarn geholfen, die es nicht so können.

    • Der Dude sagt:

      Die Stadt sollte mal lieber den Ball flachhalten und ihrer Räumpflicht bei kleinen Straßen nachkommen. Das passiert überhaupt nicht. Fahrradwege werden ebenfalls konsequent nicht geräumt.

  3. Derda sagt:

    Auffällig war, dass besonders bei HWG-Häusern in der Innenstadt häufig nicht geräumt war. Man kann ja nun unterstellen, das hier ja sowieso nichts von der Stadt zu befürchten ist, weil ja die eine Krähe der anderen nichts tut

    • Hallenser sagt:

      Ganz genau so ist es. Bin selbst Mieter der hwg und bei uns in der damaschkestrase war nix geräumt…und das jedesmal wenn Schnee gefallen ist

  4. sie bemühten sich stets :) sagt:

    Was soll denn dieser Unsinn Radwege räumen zu wollen?
    Niemand mit etwas Hirn fährt bei solchen Bedingungen Zweirad. Motorradfahrer würden dies nie tun.
    Die sollen mal zusehen dass sie wenigstens mit ihren Kapazitäten die Straßen räumen, was schon nie klappt.
    Wer denn unbedingt bei Schnee und Eis Rad fahren will, könnte ja auch auf die hoffentlich geräumte Straße ausweichen.

    • @sie bemühen sich stets sagt:

      Wenn die Radwege ordentlich geräumt wären, könnte man gut Fahrrad fahren, weil dann keine Sturzgefahr bestünde.
      Wenn Radfahrer auf die Straße ausweichen ist es den Autofahrern ja auch nicht recht (siehe ausreichend Schimpfereien in dbh-Kommentarspalten…)
      Mit welcher Begründung haben Radfahrer weniger Anrecht auf geräumte Radwege als Autofahrer auf geräumte Straßen?

    • SagJaNur sagt:

      Wenn Radwege ordentlich geräumt würden, dann könnten viel mehr Leute mit dem Rad fahren. Mangelndes Hirn ist wohl eher denen zuzuschreiben, die sich nur um die Straßen kümmern. Der größte Teil der Hallenser war nicht mit dem Auto unterwegs, sondern zu Fuß oder dem ÖPNV. Insbesondere geräumte Fußwege wären also mal eine Maßnahme zur Verkehrssicherheit. Straßen fahren sich die Autos schon selber frei.

    • Radar sagt:

      Was gehen uns die Radfahrer an? Die können ihre Radwege selber frei halten. Im Sommer fahren die auch im Pulk zu Hunderten sinnfrei über Verkehrsknotenpunkte und aalen sich dabei. Also können die auchmal zum Schneeschieber greifen!

    • etwas Autofahrerhirn sagt:

      Im Sommer: „Haha, die dummen Schönwetterradler! Beim ersten Frost sind die weg von der Straße! Völlig unzuverlässiges Verkehrsmittel!“
      Im Winter: „Warum fahren die immer noch Rad?! Sind die dumm oder was?! Auf keinen Fall Wege räumen, sonst kommen die damit noch durch!“

    • die Luftpumpe sagt:

      wieso sind geräumte Radwege (und Fußwege) Unsinn…?!?
      Da könnte man doch zum Vergleich mal unsere Partnerstadt in Finnland erwähnen:
      https://archive.is/qBoi4
      und noch ein Beitrag darüber im NDR:
      https://www.youtube.com/watch?v=sBnvyshIpsE
      Zitat gleich ganz oben:
      „Beim Schneeräumen zeigen Städte, wen sie schützen wollen und wen nicht“

    • Windschutzscheibe sagt:

      In unserer Partnerstadt Oulu werden vorrangig Fußwege und Radwege geräumt, da beide Personengruppen viel gefährdeter sind, als Autofahrer in ihren Autos.
      Alles eine Frage der Perspektive.

    • Kevin S. sagt:

      Ich habe zu Fuß, einen Arbeitsweg von 30 Minuten.
      Mit den Rad fahre ich nicht ganz 5 Minuten.
      Mit dem Auto, fahre ich enorme Umwege und kann vor Ort nicht parken, weil es keine Parkplätze gibt.
      Dazu kommt, das ich das Auto erstmal von Eis und Schnee befreien müsste… Auto macht kein Sinn für mich.
      Öffis: unzuverlässig und auf meinem Weg umständlich. Die Fahrzeit würde etwa 25 Minuten betragen.

  5. MS sagt:

    Meine Frage wäre ja: Wieviel Mitarbeiter des Ordnungsamtes waren eigentlich im Einsatz, um die Räumpflicht zu prüfen? Oder waren eher fast alle wie immer beschäftigt, an den besten Spots Tickets auszustellen? Und es sind nicht nur die „kleinen“ Eigentümer, diesmal waren es auch die großen halleschen Vermieter, deren Winterdienst unzureichend war, Ob HWG, ob WG Freiheit….Trampelpfade und ne Handvoll Split sind kein Räumdienst. Und die nachfolgende Frage an die Stadt und die Hauseigentümer: Wann kehr ihr diesen Split jetzt weg….Schnee und Eis sind fort und das für ne ganze Zeit lt. Wetterdienst.

    • Spot der Beste sagt:

      Wo war denn deiner Erkenntnis nach bei bestehender Räumpflicht nicht geräumt, wie hast du das überlebt und warum hast du diese schwersten Verstöße nicht umgehend angezeigt?

      • MS sagt:

        Nicht bzw. sehr unzureichend geräumt waren die Zeitzer, Wernigeröder und Querfurter Strasse. Überlebt….indem ich sehr sehr vorsichtig trotz Gehhilfe vorwärts getrippelt bin. Und bei wem denn anzeigen? Bei der Stadt (haha, wer wäre denn da zuständig, und wer hätte das denn auf der Silberhöhe überprüft?) Oder bei den Wohnungsunternehmen selber?

  6. winter sagt:

    Öffentliche Plätze bzw. Parkplätze waren auch nicht geräumt.

  7. Tom sagt:

    Die Haltestellen Bereiche der Havag wurden auch nicht geräumt.

  8. DS sagt:

    Ja vielleicht sollte die Stadtverwaltung erst einmal vor der eigenen Haustür kehren bevor man bei den anderen nach schaut. Fast im gesamten Süden war nicht ein fußweg geräumt.

  9. Liberaler sagt:

    Eigentümer aufzufordern, angrenzende Grundstücke, die ihnen nicht gehören (Bürgersteige), vom Schnee zu befreien ist an Dreistigkeit und Unverschämtheit nicht mehr zu überbieten und zeigt einmal mehr die Dekadenz, Faulheit und Anmassung deutscher Politiker.

    Bei den 2 oder 3 Tagen Schnee im Jahr, die wir haben, kann man von Passanten erwarten, angemessenes Schuhwerk zu tragen, so dass eine Gefährdung erst gar nicht gegeben ist. Wer dazu nicht in der Lage ist, bleibt eben 2 oder 3 Tage zu Hause.

    Ich habe es immer wieder gesagt und ich sage es noch einmal:

    Müssten die Deutschen im Wald überleben, würden 80-90 % vom Wolf oder Bären gefressen und der Rest verhungert.

  10. RV sagt:

    Wird dann auch das entsprechende Personal eingestellt und Gerät zur Verfügung gestellt?
    Für mich als Zeitungszusteller ist das mit den nicht geräumten Wegen und Treppen auch problematisch.

  11. mal Ball flach halten sagt:

    Bevor die Bürger beschimpft werden, dass sie mal irgendwo 5m Fußweg nicht geräumt hätten, wäre es gut, wenn die Stadtverwaltung und die Stadtwerke mal ihren Räumverpflichtungen auch nur im Ansatz nachkommen würden. Dafür werden die mit Millionen jedes Jahr vom Bürger bezahlt.

  12. Aufmerksamer Beobachter sagt:

    Witzig, dass ausgerechnet die hallesche Autofahrerpartei sich so äußert.
    Alle anderen haben es vielleicht aufgegeben oder sich durch überraschend positive Entwicklungen der letzten Jahre (geräumte Radwege) besänftigen lassen. Mit den vergangenen Jahren verglichen, war dieses Jahr aber leider ein Rückschritt.

  13. Darkwing Duck sagt:

    Kaum zu glauben, aber da bin ich mit der CDU tatsächlich einer Meinung.
    Selbst als die Straßen Tage nach dem Schneefall schon wieder komplett frei wären, türmte sich noch der Schnee auf den Radwegen.

  14. Katrin sagt:

    Irgendwo muss der Schnee ja hin.
    Fußgänger und Auto waren am meisten unterwegs. Also bleibt nur der Radweg.
    Ein bissel nachgedacht, spart manchen Beitrag

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