„Job-Turbo“: Sachsen-Anhalt will Flüchtlinge schneller in Arbeit bringen

Die Bundesregierung hat Ende Oktober 2023 einen Aktionsplan „Job-Turbo zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten“ gestartet. In einer gemeinsamen Erklärung haben die Spitzenverbände der Wirtschaft, Gewerkschaften, Unternehmen und kommunalen Spitzenverbände zusammen mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und dem Sonderbeauftragten der Bundesregierung für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten, Daniel Terzenbach, am 20. November 2023 ihre aktive Unterstützung des Job-Turbos erklärt.

Das Arbeitsministerium und die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit (BA) sind davon überzeugt, dass diese Initiative auch Sachsen-Anhalt voranbringen kann und möchten daher in engem Schulterschluss maßgeblich zum Gelingen beitragen.

Gemeinsam mit Wirtschafts- und Sozialpartnern wurde deshalb am 14. März 2024 in Magdeburg diskutiert, wie der Job-Turbo für das Land Sachsen-Anhalt ausgestaltet werden kann. Das Ziel der gemeinsamen Veranstaltung war es, erste Erfahrungen bei der Integration der geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt auszutauschen. Dabei wurden gute Beispiele aus der Praxis aufgezeigt und die rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten, welche Herausforderungen auf dem Weg in eine erfolgreiche Integration in Arbeit zu meistern sind.

Arbeitsministerin Grimm-Benne sagte: „Mit dem Job-Turbo beschleunigen wir die Integration von Geflüchteten in Unternehmen in Sachsen-Anhalt, die händeringend Personal brauchen. Wir setzen auf eine zügige Arbeitsmarktintegration parallel zu möglichen Anerkennungsverfahren von Berufsabschlüssen, berufsbegleitenden Sprachkursen und unmittelbarer Sprachanwendung im Berufsalltag. Unser Ziel ist, mit Weiterbildungen den Weg in qualifizierte Berufe zu ebnen. Jetzt braucht es mehr Unternehmen, die Geflüchteten eine Chance geben, auch wenn sie noch nicht perfekt Deutsch sprechen.“

Die Absolventinnen und Absolventen aus den Integrationskursen sollen so schnell wie möglich Arbeitserfahrungen sammeln und dann weiter qualifiziert werden. Die grundlegend erworbenen Sprachkenntnisse können im Betrieb weiter vertieft werden. Denn auch nach der Arbeitsaufnahme ist die Teilnahme an einem Berufssprachkurs möglich.

Für Sachsen-Anhalt handelt es sich um ein Potenzial von rund 23.200 erwerbsfähigen ukrainischen Menschen, von denen aktuell 5.300 arbeitslos sind. Weitere rund 3.500 Menschen werden in den nächsten Monaten ihre Sprachkurse erfolgreich absolviert haben. 3.800 Ukrainerinnen und Ukrainer waren im Dezember 2023 in Sachsen-Anhalt bereits sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Darüber hinaus verfügen inzwischen auch Geflüchtete aus den anderen Asylherkunftsländern* über ein Deutschsprachniveau, das eine Beschäftigung zunehmend besser ermöglicht. Im Februar 2024 waren 6.600 dieser Personen arbeitslos gemeldet.

Dazu sagt der Vorsitzende der BA Regionaldirektion Halle, Markus Behrens:

„Mit dem Job-Turbo intensivieren wir die Kontakte mit Arbeitgebern und den Sozialpartnern, wir sprechen mit Geflüchteten-Organisationen und wir arbeiten als Arbeitsverwaltung noch enger mit anderen öffentlichen Stellen, also den Kommunen und Ländern oder auch dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), zusammen. Jedem Geflüchteten, der aus einem Integrationskurs kommt, werden wir konkrete und verbindliche Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt geben. Dabei macht es mehr Sinn, Arbeitsaufnahme, Spracherwerb und Qualifikation parallel zu verfolgen, denn Sprache lernt man am besten bei der Arbeit. Das kann aber nur gelingen, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen.“

* Die Asylherkunftsländer (TOP 8) umfassen die nichteuropäischen Länder, aus denen in den Jahren 2012 bis Anfang 2015 die meisten Asylerstanträge kamen. Dazu gehören Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien.

Foto Arbeitsministerium Sachsen-Anhalt

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Keine Kommentare

  1. Wirtschaftswunder sagt:

    „Job-Turbo“
    Jetzt wird alles anders 🤣

  2. Emmi sagt:

    Ich dachte auch in den Fällen der Ukraine gelten die gleichen Anforderungen wie bei den Deutschen Arbeitslosen….. Nachweise über Bewerbungen?

  3. Eine längst... sagt:

    …überfällige Sache und deshalb auch gut so.

  4. Voller Erfolg garantiert sagt:

    Das wird sicher großartig.
    Ich erinnere mich noch als Papenburgs Frau mal Flüchtlinge öffentlichkeitswirksam in Arbeit bringen wollte und mal 100 von denen angestellt hat. Nach 6 Wochen fragte tatsächlich ein Journalist mal nach, was daraus geworden ist. Antwort: einer von denen ist noch da, der macht leichte Bürotätigkeiten, den anderen 99 war das alles viel zu anstrengend. 😀

  5. PaulusHallenser sagt:

    „Arbeitsministerin Grimm-Benne sagte: „Mit dem Job-Turbo beschleunigen wir die Integration von Geflüchteten in Unternehmen in Sachsen-Anhalt, die händeringend Personal brauchen.“

    Das ist eine sehr sinnvolle Maßnahme zur Integration Geflüchteter in den deutschen Arbeitsmarkt. Überall gibt es unbesetzte Stellen, von daher finde ich die Job-Turbo-Maßnahme sehr gut.

    Gerade in Sachsen-Anhalt gibt es einen starken demografischen Wandel. Die Migranten und Flüchtlinge werden von daher dringend gebraucht.

  6. Huibu sagt:

    Alles nur hohles Geschwafel. Wie will man unwillige dazu bringen eine Beschäftigung anzutreten. Klappt schon bei den Einhemischen nicht und soll bei denen klappen???

  7. Matze sagt:

    Das würde voraussetzen, dass die Geflüchteten wirklich arbeiten wollen und sich auch wirklich in den Arbeitsmarkt integrieren möchten.
    Das ist aber in der Regel nicht der Fall. Dies sieht man schon bei der Beteiligung an den Sprachkursen. Von 10 Migranten die an einem Sprachkurs angemeldet sind gehen 8 nicht hin, einer ist regelmäßig da und einer kommt so ein mal pro Woche.
    Ist nur ein Beispiel aus der Praxis. Hier müsste man bereits ansetzen und den 8 komplett unwilligen die Zuschüsse stark kürzen.

  8. Verstehen und Verständigen sagt:

    „Jetzt braucht es mehr Unternehmen, die Geflüchteten eine Chance geben, auch wenn sie noch nicht perfekt Deutsch sprechen.“

    Perfekt verlangt niemand (das kann mancher „Biodeutsche“ nicht); Verständigen und das Gehörte verstehen wäre schon schön, ist aber meist zu viel verlangt – und das kurz vorm Abschluss des Sprachkurses B2.

  9. Alfred sagt:

    Das ist nicht möglich, das Prinzip zu DDR Zeiten….wer kommt muss Arbeiten ,ist in diesem Sinne durch Bürokratie nicht möglich und wird mit Bürgergeld noch belohnt. Einige Angestelltenim Öffentlichen Dienst lieben ruhigere Atmosphären als sich damit zu beschäftigen.

  10. Leona sagt:

    Hahaha, wenn die sich mal um die gelernten Fachkräfte im Bundesland so bemühen würden.

  11. Leona sagt:

    Chance hin oder her aber seit Jahren müssen zig Fachkräfte in die Alten Bundesländer auswandern.

  12. Hans sagt:

    Zumindest die Erfinder der tollen Schlagwörter, 10 Punktepläne, 7 Punktepläne … haben in ihrem sicher hochbezahlten Jobs Arbeit. Die Urheberrechte dafür hat Moses, die 10 Gebote. Wenn unsere „Kreativen“ in den PR Abteilungen gut verdienen ist schon ein Anfang gemacht. Aber noch keine Grünfläche gepflegt.

  13. Prognose sagt:

    Wenn es die Kohle nicht mehr gibt, ist das Arbeitskräfte problem gelöst.

  14. jep sagt:

    „…denn Sprache lernt man am besten bei der Arbeit.“

    Und auch Benehmen. Also win-win.

  15. Rentner sagt:

    Den Asylumseekers sollte man einen Text mit den Anforderungen in D mit Maßnahmen bei Zuwiderhandlungen in ihrer Muttersprache (dazu haben wir doch deutsche Fachkräfte zum Übersetzen), am besten eingeschweißt, geben Mund auch nach paar Tagen unterschreiben lassen. Vorher sollte es keine Geldleistungen geben.
    Und dann sollten die, die irgendeinen Berufsabschluss haben, baldmöglichst vermittelt werden, ggf in Teilzeit, damit sie an einem Sprachkurs teilnehmen können. Die ohne Berufsabschluss/-Erfahrungen sollten neben Sprachkurs eben erst mal eine Berufserprobung machen und dann einen Beruf erlernen.