Marode Radwege, kreative Definitionen: ADFC wirft Stadt Halle Missachtung demokratischer Beschlüsse vor

Siebeneinhalb Jahre ist es mittlerweile her: Am 30. Mai 2018 fasste der Stadtrat von Halle (Saale) einen Beschluss, der aus Sicht vieler Beobachterinnen und Beobachter längst überfällig war: 15 Prozent der Unterhaltsmittel für Verkehrsanlagen sollten künftig für die Sanierung von Radverkehrsanlagen eingesetzt werden. Diese Quote orientierte sich am damaligen Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen in der Stadt und folgte damit einem einfachen, aber wirkungsvollen Gerechtigkeitsprinzip. Wer einen relevanten Anteil am Verkehr stellt, soll auch einen angemessenen Anteil an den Mitteln für den Erhalt der Infrastruktur erhalten.

Der Beschluss war eine Reaktion auf den seit Jahren beklagten schlechten Zustand vieler Radwege in Halle. Zahlreiche Anlagen waren sichtbar marode, wiesen gravierende Schäden auf und waren teilweise über Jahrzehnte hinweg nicht grundlegend instand gehalten worden. Der Stadtrat wollte mit seiner Entscheidung nicht nur ein politisches Signal senden, sondern ganz konkret eine strukturelle Schieflage korrigieren: Während Fahrbahnen regelmäßig saniert wurden, fristeten Radwege vielerorts ein Dasein als nachrangige Restflächen.

Vernachlässigung mit Folgen für die Sicherheit

Die baulichen Mängel auf Halles Radverkehrsanlagen sind vielfältig und gut dokumentiert. Zu schmale Wege, Wurzelaufbrüche, Längsrillen, schlecht sichtbare Sperrpfosten, im Weg stehende Masten und Bordkanten, fehlende oder verblasste Furtmarkierungen an Kreuzungen – all diese Defizite erhöhen das Unfallrisiko erheblich. Besonders problematisch ist, dass Radfahrende häufig gezwungen sind, auf solche Mängel spontan zu reagieren, etwa durch Ausweichmanöver, die wiederum neue Gefahren erzeugen.

Ein Großteil der dadurch verursachten Unfälle bleibt jedoch unsichtbar. Wie eine im Dezember 2024 veröffentlichte Studie der Unfallforschung der Unfallversicherer (GDV) zeigt, werden rund 80 Prozent der Alleinunfälle von Radfahrenden statistisch nicht erfasst. Gerade diese Unfälle stehen jedoch häufig in direktem Zusammenhang mit dem Zustand der Infrastruktur. Die Dunkelziffer ist entsprechend hoch, und die tatsächlichen Folgen der Vernachlässigung lassen sich nur erahnen.

Gerichtliche Ohrfeige für die Stadt

Bereits 2018 wurde die Stadt Halle auch juristisch mit den Folgen ihrer Untätigkeit konfrontiert. In einem Urteil zur Magdeburger Straße attestierte das Verwaltungsgericht Halle den dortigen Radwegen, sie entsprächen „nicht dem Stand der Technik“. Die Konsequenzen waren für die Stadt spürbar: Die Radwegebenutzungspflicht musste aufgehoben werden, und die Ampelanlagen mussten für einen hohen fünfstelligen Betrag neu programmiert werden, um den geänderten Verkehrsfluss zu berücksichtigen.

Seitdem gilt auf vielen Strecken in Halle, dass Radfahrende berechtigt sind, die Fahrbahn zu nutzen. In der Praxis führt dies jedoch häufig zu Konflikten. Radfahrende berichten von Bedrängung und Nötigung durch Kfz-Fahrende, die die gemeinsame Nutzung der Fahrbahn nicht akzeptieren oder als störend empfinden. Eine einfache und kostengünstige Maßnahme, um den rechtlichen Status zu verdeutlichen und Konflikte zu entschärfen, wäre die Markierung von Fahrradpiktogrammen auf der Fahrbahn. Solche Lösungen wurden andernorts erfolgreich eingesetzt, in Halle jedoch bislang kaum umgesetzt.

Sieben Jahre Stillstand trotz klarer Vorgaben

Aus Sicht des ADFC wiegt besonders schwer, dass die Stadtverwaltung den Stadtratsbeschluss von 2018 in den folgenden sieben Jahren faktisch ignoriert hat. In keinem Haushaltsjahr wurde auch nur annähernd der festgelegte Anteil von 15 Prozent für die Sanierung von Radverkehrsanlagen erreicht. Damit steht nicht nur eine politische Zielsetzung infrage, sondern die Verbindlichkeit von Ratsbeschlüssen insgesamt.

Dabei zeigen einzelne Projekte, dass Verbesserungen durchaus möglich sind, wenn der politische Wille vorhanden ist. In der Paracelsusstraße konnten mit vergleichsweise geringen Mitteln in kurzer Zeit spürbare Verbesserungen für den Radverkehr erreicht werden. Auch der Böllberger Weg dient als Beispiel dafür, dass der kommunale Eigenanteil durch geschickte Nutzung von Fördermitteln auf etwa zehn Prozent der Gesamtkosten reduziert werden kann. Diese Beispiele stehen jedoch isoliert da und ändern nichts am Gesamtbild einer strukturellen Vernachlässigung.

Die umstrittene Neudefinition von „Radverkehrsanlage“

Besonders scharf kritisiert der ADFC eine Informationsvorlage des Fachbereichs Mobilität vom 11. November 2025 mit dem Titel „Übersicht zur Verwendung von Mitteln für die Instandhaltung von Straßen, Wegen und Plätzen in den Jahren 2023 und 2024“. In diesem Papier versucht die Stadtverwaltung nach Ansicht des ADFC, berechtigte Nachfragen aus dem Stadtrat mit einem buchhalterischen Kunstgriff abzuwehren.

Kern der Kritik ist eine Halle-spezifische Umdeutung des Begriffs „Radverkehrsanlage“. Plötzlich werden auch Fahrbahnen, die dem allgemeinen Mischverkehr dienen, als Radverkehrsanlagen gewertet. Willkürlich werden 20 Prozent der Unterhaltsmittel, die für die Sanierung solcher Fahrbahnen aufgewendet wurden, dem Radverkehr zugerechnet. Diese Praxis widerspricht jedoch sämtlichen einschlägigen Definitionen in der Straßenverkehrs-Ordnung sowie in den Regelwerken der Verkehrsplanung. Dort werden Fahrbahnen ausdrücklich nicht als Radverkehrsanlagen verstanden, solange sie nicht speziell für den Radverkehr vorgesehen oder gestaltet sind.

Nach Auffassung des ADFC dient diese Neudefinition ausschließlich dazu, eine jahrelange Untätigkeit zu kaschieren und den Stadtratsbeschluss von 2018 im Nachhinein rechnerisch zu erfüllen, ohne die tatsächliche Situation auf den Radwegen zu verbessern.

Verfälschung der politischen Intention

Die Verwaltungspraxis verfehlt nach Ansicht der Kritiker nicht nur die formale, sondern auch die inhaltliche Zielsetzung des Stadtratsbeschlusses. Dieser hatte explizit die maroden Radwege im Blick und wollte der fast ausschließlichen Verwendung von Unterhaltsmitteln für Fahrbahnen entgegenwirken. Ziel war eine gerechtere und bedarfsgerechtere Verteilung der Mittel, nicht eine nachträgliche Umverteilung auf dem Papier.

In der aktuellen Vorlage wird für die Jahre 2023 und 2024 sogar von einer Übererfüllung der 2018 beschlossenen Quote gesprochen. Aus Sicht des ADFC ist dies eine Schönrechnung, die durch Begriffsverfälschung zustande kommt und mit der realen Situation wenig zu tun hat. Die Darstellung wird als intransparent, grotesk und zynisch empfunden, weil sie die tatsächlichen Defizite auf den Radverkehrsanlagen ausblendet.

Sanierte Straßen ohne Mehrwert für den Radverkehr

Besonders problematisch ist, dass in die Berechnung auch Unterhaltsmaßnahmen an Straßen einfließen, die Radfahrende nach Möglichkeit meiden. Häufig handelt es sich um breite, stark befahrene Straßen ohne eigene Radinfrastruktur, auf denen das Radfahren subjektiv wie objektiv als unsicher empfunden wird.

Ein prägnantes Beispiel ist die Straße „An der Feuerwache“ in Halle-Neustadt. Stadteinwärts ist sie zweispurig, verfügt weder über einen Radweg noch über einen Gehweg. Für viele Radfahrende ist sie nur dann eine Option, wenn es keine Alternative gibt. Eltern würden dort kaum ihre Kinder mit dem Fahrrad zur Schule schicken. Dennoch sollen 283.000 Euro aus einer Fahrbahnsanierung anteilig dem Radverkehr zugerechnet werden.

Die Absurdität dieses Vorgehens wird dadurch verstärkt, dass der Stadtrat bereits 2022 beschlossen hatte, an dieser Stelle eine Radverkehrsanlage einzurichten. Auch dieser Beschluss wurde bislang nicht umgesetzt. Die jahrelange Untätigkeit der Verwaltung wird nun rechnerisch dem Radverkehr zugeschlagen – obwohl sich an der Situation vor Ort nichts verbessert hat.

Ignorierte Beschlüsse auch an anderer Stelle

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Magdeburger Chaussee, einer stark frequentierten Ausfallstraße in Richtung Morl. Am 18. Dezember 2024 beschloss der Stadtrat mit breiter Mehrheit, dort einen Radweg zu planen. Die Strecke gilt seit Jahren als problematisch und wird von vielen Radfahrenden als Zumutung empfunden. Dennoch erklärte die Stadtverwaltung laut Berichterstattung der Mitteldeutschen Zeitung vom 15. Dezember 2025, dass es seit dem Beschluss keine Aktivitäten gegeben habe.

Solche Beispiele nähren den Vorwurf, dass Stadtratsbeschlüsse zum Radverkehr systematisch verzögert oder ignoriert werden. Gleichzeitig bleibt unklar, ob in der aktuellen Übersicht auch Unterhaltsmaßnahmen an Fahrbahnen berücksichtigt werden, auf denen Radfahren aufgrund einer Radwegebenutzungspflicht sogar verboten ist. Allein in Halle betrifft dies rund 50 Straßen.

Vernachlässigte Hauptrouten des Radverkehrs

Während Fahrbahnen großzügig in die Radverkehrsrechnung einbezogen werden, bleiben tatsächlich relevante Routen oft unbeachtet. Ein besonders gravierendes Beispiel ist die Geiststraße, eine der Hauptrouten des Radverkehrs in Halle. Dort sind seit Jahren Betonsteine entlang der Straßenbahnschienen locker. Radfahrende müssen die Schienen queren und geraten dabei auf rutschende Steine, was ein erhebliches Sturzrisiko darstellt.

Trotz mehrfacher Hinweise, auch im Stadtrat, wurde diese Gefahrenstelle bislang nicht saniert. Für den ADFC ist dies ein Sinnbild für die Prioritätensetzung der Verwaltung: Dort, wo vergleichsweise geringe Mittel eine deutliche Verbesserung der Sicherheit bringen könnten, geschieht nichts.

Transparenz nur für Autofahrende?

Im Dezember 2025 veröffentlichte der Fachbereich Mobilität ein Schadensregister für Straßen. Ein vergleichbares Register für Radverkehrsanlagen existiert jedoch nicht. Dies, obwohl viele Radwege in Halle in einem deutlich schlechteren Zustand sind als die daneben liegenden Fahrbahnen.

Der ADFC hatte der Stadtverwaltung bereits vor Jahren eine umfangreiche Fotodokumentation von Mängeln übergeben. Aus Sicht des Verbands wäre ein öffentliches Schadensregister für Radverkehrsanlagen ein wichtiger Schritt zu mehr Transparenz und zu einer sachlichen Priorisierung von Maßnahmen. Dass ein solches Instrument bislang fehlt, wird als weiteres Indiz für die nachrangige Behandlung des Radverkehrs gewertet.

Widerspruch zu eigenen politischen Bekenntnissen

Besonders irritierend wirkt die aktuelle Praxis vor dem Hintergrund jüngerer politischer Erklärungen der Verwaltung. In den Beratungen zum „Ganzheitlichen Mobilitätsgesetz“, das am 24. April 2025 beschlossen wurde, hatte sich die Verwaltung ausdrücklich für eine verstärkte Förderung des Radverkehrs in Halle ausgesprochen. Das Gesetz sollte einen Rahmen für eine nachhaltige, sichere und ausgewogene Mobilitätsentwicklung schaffen.

Die tatsächliche Verwendung der Unterhaltsmittel und die kreative Begriffsdeutung stehen aus Sicht des ADFC jedoch im krassen Gegensatz zu diesen Bekenntnissen. Statt einer konsequenten Stärkung des Radverkehrs werde der Status quo verwaltet und beschönigt.

Forderungen an den Stadtrat und den Oberbürgermeister

Angesichts dieser Entwicklung fordert der ADFC den Stadtrat auf, der Missachtung seiner Beschlüsse nicht länger tatenlos zuzusehen. Wenn Ratsbeschlüsse über Jahre hinweg folgenlos bleiben, gerät die demokratische Willensbildung insgesamt in Gefahr. Die Legitimität des Stadtrats wird untergraben, wenn die eigene Verwaltung politische Entscheidungen faktisch aushebelt.

Gleichzeitig richtet sich der Appell an den neuen Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt. Der ADFC hofft darauf, dass er sein Wahlkampfversprechen einhält und seine Verwaltung dazu anhält, „die im Haushalt vorgesehenen Mittel für Radwegesanierung und Fahrradabstellanlagen konsequent für die Radinfrastruktur einzusetzen.“ Damit verbindet sich die Erwartung, dass politische Vorgaben künftig ernst genommen und transparent umgesetzt werden.

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65 Antworten

  1. hgp sagt:

    Es wurde jahrelang gelogen und betrogen und das wird auch so bleiben. Der neue Mobilitätsplan für Halle, vom Stadtrat beschlossen, wird nicht umgesetzt, die Leitung des FB ist unbesetzt, Schültke ist Geschichte.

  2. Verkehrsteilnehmer sagt:

    Bei den leeren Kassen der Stadt sollte jeder, egal ob Fußgänger, Radler oder Pkw Fahrer, froh sein wenn überhaupt etwas gemacht wird.

  3. lulu sagt:

    was wollen wieder die Radfahrer:“Forderungen an den Stadtrat und den Oberbürgermeister“ stellen, die sollen sich erst an die Regeln halten, z.B. nicht auf den Fussweg fahren, nicht bei Rot, schlängeln fahren in der Leipziger Str. u.u., richtig VERHALTEN und dann Forderungen stellen-Fazit: weg mein den Radfahrern aus der Stadt Halle-

    • Daniel M. sagt:

      Nahezu jeder ist Radfahrer. DIE Radfahrer gibt es also nicht. Es ist folgerichtig, dass dahingehende Beschlüsse umgesetzt werden. Wenn es nach Verhalten gehen würde, wären unsere Städte komplett autofrei. Von daher ist es ein wenig primitiv, irgendwelche Steine im Glashaus sitzend zu werfen. Verhaltensregeln gelten für alle und werden von allen eingehalten. Oder eben nicht. Das hat rein gar nichts mit dem Verkehrsmittel zu tun.

    • klausklaus sagt:

      verstehst du endlich, dass einige sich nicht ganz „richtig VERHALTEN“, WEIL die Infrastruktur zu mies ist. Oder WIE OFT soll dir das hier noch wer erklären?

    • Metsämies sagt:

      Wie man in anderen Ländern sieht, ist das vor allem ein Infrastrukturproblem. Gibt es genügend gut ausgebaute Radwege, nehmen die Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern erheblich ab.

    • hgp sagt:

      Dummes Gefasel.

  4. Zapp sagt:

    Will sich der ADFC jetzt als „Demokratiebewahrer“ aufspielen?

    Scheint ja gross in Mode zu sein. 👎

  5. Ganz viel Sinnlos Mimimiii sagt:

    Ach Gott, da läßt einer seinen ganzen Frust über die angeblich bösen Autofahrer raus.
    Wenn man sich die letzten Beschlüsse zur Verkehrswegeplanung und den darin enthaltenen Aufwand für Radwege, die nur ein paar dutzend „Radfahrende“ (sic!) benutzen, kommt man zu dem Schluss, dass genau das Gegenteil richtig ist,,wie in dem Artikel behauptet. Millionenaufwand für Radwege, für die weitaus mehr genutzten und die Gemeinschaft und Wirtschaft viel wichtigeren Straßen fallen nur Krümel ab. Auch eine Schuld der Anti Autolobby in Halle.

    • klausklaus sagt:

      Komm raus aus der Opferrolle! Nirgends wir Autofahrers irgendeine Schuld gegeben. Dein „sic!“ nach Radfahrende mit der Anzahl (dutzend) davor, zeigt deinen Unwillen, den Sachverhalt städtischer Infrastruktur zu verstehen. So dummdreist kann mensch nur aus Böswilligkeit sein. Wieso müssen wir dein eindeutiges Unvermögen hier so oft zu Kenntnis nehmen?

  6. Verhinderungsverwaltung sagt:

    Was will man von dieser lächerlichen Verwaltung auch ernsthaft erwarten. Es ist interessiert sich niemand dafür. So einfach ist das. Auch die Sicherheit von Fußgängern interessant niemand. Wichtig ist das Zukunftszentrum. Dafür gibt man den halben Etat für straßenbauliche Instandsetzung aus. Nicht mal Markierungen werden ausreichend erneuert. Das sagt viel über die Grundeinstellung aus: Leckt uns am Arsch.

    • Tamara sagt:

      Genau, nicht mal bei Vorzeigeobjekten wie dem neu asphaltierten Radweg an der Saale (für Fluthilfegeld) gibt es Markierungen. Da sind findige Bürger mit Selbsthilfe schlauer als die Verwaltung und haben das in Eigeninitiative nachgeholt (was überall sonst in der Republik selbstverständlich ist)

  7. winter sagt:

    Und auch Straßen sind kaputt.

  8. Boah, so'ne lange Stellungnahme! sagt:

    „intransparent, grotesk und zynisch“ – genau die Beschreibung für den hier aufschäumenden Radfahrer-Extremismus! Mann, fahrt Bus oder zieht auf’s Land! Wir jedenfalls haben jedenfalls auf absehbare Zeit für Luxus-Radwegsanierungen kein Geld in der Stadtkasse!

    • Tamara sagt:

      Lesen ist also nicht deine Kernkompetenz, meckern schon eher?

    • klausklaus sagt:

      merkwürdig deine Beobachtung von angeblichen Radfahr-Extremismus, wo doch hier im Forum hauptsächlich KfZ-Opferrollen ausgespielt werden. Man, werd erwachsen und versuch Texte wenigstens zu verstehen!

    • 10010110 sagt:

      Wieso soll man als Radfahrer aufs Land ziehen, wo die Wege weiter und die Infrastruktur mieser ist? Radfahren ist ja gerade die ideale Fortbewegungsart für Städte. Autofahrer sollten viel mehr aufs Land ziehen, denn da ist genug Platz zum Parken des Autos, man kann schneller fahren als in der Stadt und da man sich eh nur hinsetzen und den Fuß aufs Gaspedal drücken muss, sind Entfernungen auch weniger relevant, weil dadurch kein zusätzlicher persönlicher Kraftaufwand entsteht.

  9. Mifa sagt:

    Bei den Bolschewiken gab es die Sobutniks. Vielleicht sollte der rote ADFC mal weniger rumheulen und selbst die Schaufel in die Hand nehmen, um die Schlaglöcher zu stopfen. Also los Genossen.

  10. Dog sagt:

    Bin beides, Auto und Radfahrer. Insgesamt ist die Infrastruktur unter aller Sau. Es betrifft genauso die Gehwege

  11. Klops456 sagt:

    Tja, das Konzept der Stadt ist, so zu tun, als ob man was tun würde.
    Man setzt z.B. einen Rad-und Fußwegebeauftragten ein, der genau das Gegenteil macht, was man vermuten würde: statt Maßnahmen durchzusetzen und zu erklären ist er der Pressesprecher für: „das geht nicht“, „das ist zu teuer“ usw. Und wenn es mal was zu vermelden gibt, dann sind es Fahrradbügel oder Leihräder, dabei ist das Schritt 2 vor dem 1.

  12. Laufrad sagt:

    Die Stadt hat einen Radbeauftragten, der schon vor ca. 25 Jahren durch hohes Fachwissen und Kooperationsbereitschaft „glänzte“.
    Ich benötigte um die Jahrtausendwende fachlichen Rat für Radabstellanlagen in einer öffentlichem Einrichtung (nicht zur Stadtverwaltung gehörend). Da kam aus dem Ratshof nichts. Hilfe bekam ich dann von der Senatsverwaltung Berlin, die mir bei der Einrichtung von überdachten Radabstellanlagen für Mitarbeitende und Besucher von Nutzen war.

  13. tja sagt:

    Forderungen und Argumente stoßen bei der Verwaltung stets auf Granit. Nur Verwaltungsklagen helfen, so ist es leider.

  14. Metsämies sagt:

    Bestes Beispiel ist der grüne Pfeil für den Radverkehr.
    Eine kostengünstige Maßnahme, mit der man nicht nur die Flüssigkeit des Verkehrs verbessern, sondern auch die Sicherheit des Radverkehrs erhöhen kann.
    Das Verkehrszeichen wurde 2020 eingeführt, aber seitdem in Halle kein einziges Mal von der Verwaltung genutzt.
    Daran sieht man sehr gut, dass es nicht an den Mitteln, sondern vielmehr am Willen der Verwaltung mangelt.

  15. Johnny sagt:

    Wenn man das liest, frage ich mich ob das Weihnachtsessen schlecht war oder die ganze Familie sich gestritten hat.

    Die Stadtverwaltung ist und bleibt eine Mangelverwaltung. Mangel an Geld, Personal und Motivation seinen Job zu machen.

    Ein Beispiel aus den Autoverkehr: Trothaer Straße stadtauswärts, zwischen Geschwister- Scholl- Straße und Seebener Straße. Laut Stadt im guten Zustand, in Wirklichkeit sind dort zwei Kanaldeckel seit über 9 Jahren (!) abgesackt und mit den Hinweisschild Straßenschädenversehen. Wie kommt das? Ganz einfach… zuständig sind die Stadtwerke und nicht die Stadtverwaltung, da es ihr Abwasserkanal ist. Die Stadtwerke schreiben als Antworten auf den Melderportal seit Jahren, es ist ihnen bekannt aber es gibt kein ausreichendes Budget zum reparieren. Als bleibt es so. Wahrscheinlich bis der ganze Abwasserkanal kaputt gegangen ist.

  16. Zappelphillip sagt:

    was für ein mimmi indem ganzen Artikel .. einfach lächerlich

  17. Bürger sagt:

    Man beruft sich auf „Gerechtigkeit“ und möchte so viele Mittel für Radwege, wie die Radfahrer Anteil am Verkehr stellen. Ok, aber dann sollen die Radfahrer auch genau so viel in die Kasse einzahlen, wie die anderen Verkehrsteilnehmer!

  18. PaulusHallenser sagt:

    Mit der Einführung einer monatlichen Fahrradabgabe könnten die Forderungen des ADFC schnell umgesetzt werden, was sicherlich im Interesse der Fahrradfahrer wäre.

    Befremdlich finde ich, wie sich der ADFC als vermeintlicher Hüter der Demokratie aufführt, denn dieser Verein ist im Gegensatz zu politischen Parteien nicht demokratisch legitimiert.

    • Halle-Leser sagt:

      Pauli, ich hätte nicht gedacht, dass ich Ihnen einmal zustimmen würde.
      Aber natürlich: Jeder zahlt eine monatliche Abgabe für das, was und in welchem Umfang, für seine Nutzung zur Verfügung gestellt wird.

      Wie hoch ist nochmal Dein Anteil jeden Monat für Deine Karre?

    • klausklaus sagt:

      Meinst du: „Wenn Ratsbeschlüsse über Jahre hinweg folgenlos bleiben, gerät die demokratische Willensbildung insgesamt in Gefahr. Die Legitimität des Stadtrats wird untergraben, wenn die eigene Verwaltung politische Entscheidungen faktisch aushebelt.“? Vereine werden von demokratischen Beschlüssen betroffen und können sich über ihre Belange gerne auch politisch äußern. M.M.

    • @PaulusHallenser sagt:

      Abgabe sollte am besten pro kg Leergewicht berechnet werden. Muss aber dann noch ein Gewichtsamt eingerichtet werden
      Aber auch jeder Bürger sollte sich wiegen lassen, denn je schwerer, umso mehr mehr werden die Fahrbahnen belastet ßßällerie.

  19. Nicole sagt:

    Radfahrsteuer wäre bei 15 Prozent des Verkehrs eine große Hilfe bei der Finanzierung von Radwegen.
    Es fehlt eine Steuer und zusätzlich ein Versicherungskennzeichen damit auch alle erfasst werden können. Niemand als anonymer Radfahrer kann erwarten das öffentliches Geld für Radwege ausgegeben wird. Wo kommen wir denn da hin?
    Ja alles wäre gut und gerecht zu verteilen.
    Nun ist mein Ironiescher Beitrag aber auch gut…

    • Alex sagt:

      Sie befürworten also auch eine Fußgängersteuer? Die erwarten genauso anonym, das Infrastruktur aufrechterhalten wird.

      Übrigens, und das ist wissenschaftlich erforscht, tragen sowohl Fußgänger als auch Radfahrer über negative Kosten durch Entlastung der Krankenkassen durch positive Effekte dazu bei, öffentliche Haushalte zu entlasten. Wissenschaftler der Universität Kassel haben das 2020 mal für ihre Stadt ausgerechnet. Allein in Kassel waren es damals 31 Millionen Euro pro Jahr Entlastung bei Radfahrern, 58 Millionen durch Fußgänger. Zum Vergleich: Die Einnahmen durch die KFZ-Steuer im selben Zeitraum betrugen in Kassel 9,5 Millionen Euro. Demgegenüber standen die Ausgaben: 138 Euro pro Einwohner für Auto-Infrastruktur, 11 Euro für Fußgänger, sechs für Fahrradfahrer. Die Zahlen lassen sich recht gut auf das Bundesgebiet skalieren.

    • Alex sagt:

      Korrektur: 9,5 Milliarden natürlich, keine Millionen.^^

  20. Bürger für Halle sagt:

    Fakt ist: Die Radwege in Halle sind eine Schande für die Stadt und ihre Bewohner. Man setzt weiter auf das ätzende Geschäftsmodell des MIV mit all seinen Nachteilen. Aber das ist alles bekannt , der hochsubventionierte Autoverkehr kostet alle Steuerzahler Milliarden von Euro – jedes Jahr.

    • t-haas sagt:

      Der meiste Autoverkehr betrifft den gewerblich Güterkraftverkehr. Du möchtest den einsparen oder zumindest verteuern, daß jeder Bürger was davon hat?

      • 10010110 sagt:

        Diese Behauptung ist unwahr. Tatsächlich fällt der überwiegende KFZ-Verkehr – und zwar ca. zwei Drittel des gesamten Verkehrsaufkommens – in den Bereich des privaten Autoverkehrs. Nur ein Drittel der Verkehrsleistung wird vom gewerblichen Güterkraftverkehr erbracht. Und dieser private KFZ-Verkehr dient auch nur teilweise wirtschaftlichen Zwecken; vieles davon ist einfach Begleitverkehr (z. B. Elterntaxis) oder Freizeitverkehr. Ein großer Teil des privaten KFZ-Verkehrs ist unnötig und vermeidbar.

      • Alex sagt:

        „Der meiste Autoverkehr betrifft den gewerblich Güterkraftverkehr.“

        Bitte was? Woher kommt die Grundlage für diese Behauptung?

        Laut dem Bundesministerium für Verkehr (bei der Veröffentlichung der Zahlen noch Bundesministerium für Digitales und Verkehr) wurden im Jahr 2023 in Deutschland 718,5 Milliarden Straßenkilometer zurückgelegt. Davon 609,2 durch PKW und Kombis und 87,9 durch LKW und Sattelzugmaschinen. Der Rest entfiel auf andere Kraftfahrzeuge.

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