Nach Stadtratsdebatte um Bücherspende: Verein Deutsche Sprache zeigt sich irritiert

Am Mittwoch gab es im halleschen Stadtrat um eine Spendenannahme des Vereins Deutsche Sprache e. V. eine kontroverse Debatte. Mehrere Stadträte hatten sich kritisch geäußert und eine Zusammenarbeit mit dem Verein abgelehnt, da sie ihm rechtspopulistische Positionen vorwarfen. Am Ende stimmte jedoch eine Mehrheit des Gremiums für die Annahme der Spende, mit der ein Leseprojekt für Schulanfänger finanziert wird.

Der Verein Deutsche Sprache e. V. mit Sitz in Dortmund ist nach eigenen Angaben ein gemeinnütziger, überparteilicher Verein mit nach eigenen Angaben rund 36.000 Mitgliedern weltweit. Zu seinen Zielen zählt die Förderung und Weiterentwicklung der deutschen Sprache sowie eine Stärkung des Deutschunterrichts an Schulen. Finanziert wird die Vereinsarbeit nahezu ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden.

Ein Teil der Mittel fließt in das Projekt „Ein Buch für jeden Schulanfänger“, das neben Halle unter anderem auch in Nürnberg umgesetzt wird. In Halle sollen im Jahr 2026 alle 2.191 eingeschulten Kinder ein kostenloses Erstlesebuch erhalten. Verschenkt wird das Buch „Baumhausgeschichten“ aus dem Ravensburger Verlag. Ziel des Projekts sei es, Kindern Freude am Lesen zu vermitteln und den Einstieg ins Lesenlernen positiv zu gestalten.

Die im Stadtrat geäußerte Kritik bezog sich insbesondere auf Positionen des Vereins zur Eindämmung von Fremdwörtern im Deutschen sowie auf seine ablehnende Haltung gegenüber Genderzeichen. Vertreter des Vereins zeigen sich über die Debatte irritiert. Geschäftsführer Dr. Holger Klatte erklärte gegenüber dubisthalle.de, diese Fragen würden auch in der Sprachwissenschaft und in der Fachwelt kontrovers diskutiert. „Man darf Denglisch als unpassend und Gendersternchen als unverständlich ansehen“, so Klatte. Der Verein setze sich dafür ein, dass solche Themen „in der gesellschaftlichen Mitte offen diskutiert werden können“.

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48 Antworten

  1. Duden sagt:

    Wann begreifen hier einige einfache Menschen, dass 95% der Deutschen keinen Gendermist hören wollen?

  2. Kritiker sagt:

    Für Herrn Klatte ist der Duden ein Sprachpanscher des Jahres.

    Und der Verein tendiert in der Sprache zu einem puristischen Stil mit nationalistischen Tendenzen.

    Also wenn dieser Verein Bücher verleiht, dann sollte man schon genauer hinsehen, was dies für Bücher sind.

    Nur zum guten Zweck oder deren Sprachideologie zu verbreiten.

    Mich würde interessieren, wer die „edlen Spender“ sind!

  3. Wer denn? sagt:

    Welche Stadträte haben denn sich da wieder einen abgesponnen? Linke? Klar. Grüne? Logisch. Die habens auch nicht so mit Büchern, aber viel mit „Haltung“. Wer noch? SPD?

  4. klausklaus sagt:

    „Vertreter des Vereins zeigen sich über die Debatte irritiert.“ Die tun so, als ob diese Diskussion neu wäre. Unterirdischer Diskussionsbeitrag! Ihr wollt, dass solche Themen „in der gesellschaftlichen Mitte offen diskutiert werden können“ und versteht die Diskussion selbst nicht.

  5. Otto sagt:

    Das Bestreben, Fremdwörter in der deutschen Sprache zurück zu drängen und eine Haltungen gegen das unsinnige Gendern einzunehmen, hat ja wohl nichts mit Rechtspopulismus zu tun. Das bewahrt unsere Sprache, die durch sogenannte Sprachökomomie schon beschädigt genug ist. Die überzogene Auffassung einiger Stadträte kann ich überhaupt nciht nachvollziehen!

  6. Genau so sagt:

    „Geschäftsführer Dr. Holger Klatte erklärte gegenüber dubisthalle.de, diese Fragen würden auch in der Sprachwissenschaft und in der Fachwelt kontrovers diskutiert. „Man darf Denglisch als unpassend und Gendersternchen als unverständlich ansehen“, so Klatte. Der Verein setze sich dafür ein, dass solche Themen „in der gesellschaftlichen Mitte offen diskutiert werden können“.“

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

  7. Hans-Karl sagt:

    „Nach Stadtratsdebatte um Bücherspende: Verein Deutsche Sprache ziegt sich irritiert“
    Ich ziegte mich auch irritiert von dieser Überschrift. Das ziegt sehr deutlich, dass der Verein dringend gebraucht wird. Wer seine eigene Muttersprache so verleugnet, kann nicht von sich behaupten, dass er in irgendeiner Weise die Kultur seiner Nation bewahrt.
    Bitte den Kommentar auch veröffentlichen und nicht einfach nur heimlich die Überschrift korrigieren.

    • 10010110 sagt:

      Ach Gottchen, da verschreibt sich mal einer, und du machst gleich eine Verleugnung der eigenen Muttersprache draus. 🙄

      • Wahnfried sagt:

        Ähm… 🙂

      • Hans-Karl sagt:

        Na Entschuldigung, aber du weißt ja nicht, wie oft ich an DbH schreibe und auf Fehler in Orthographie, Syntax und Semantik hinweise. Die Fehler werden dann oft korrigiert und das war es dann. Die Bereitschaft, Lehren für die Zukunft daraus zu ziehen, scheint eher gering zu sein.
        Und dann gibt es einen Artikel über eine Stadtratsdebatte zur Deutschen Sprache, in welchem schon in der großen Überschrift ein Fehler enthalten ist, welcher sofort im Auge schmerzt. Bei uns hieß es in der Schule beim Diktat immer: „Lest es euch nochmal in Ruhe durch!“. So etwas ist natürlich ein gefundenes Fressen.
        Ich denke, DbH hat als ein in Halle gut vernetztes und einflußreiches Medium auch einen Bildungsauftrag. Da sollte man nicht so schludrig mit der eigenen Sprache umgehen sondern auch seine Vorbildrolle annehmen.

  8. Normalo sagt:

    Ich wäre auch sehr vorsichtig mit diesem Buch. Es kann zwar bei Amazon gekauft werden und wird von fast allen der vielen Tausend Lesern gelobt (gute Sprache, schönes Schriftbild) – aber: Ob da nicht Indoktrination drin steckt? Das sind bestimmt ganz böse Leute, diese „edlen Spender“ (Anführungszeichen als Zeichen der Abgrenzung!!!). Irgendetwas Schlimmes wird schon dahinter stecken … Das ist einfach nur armselig. Man kennt den Verein nicht, kennt das Buch nicht – weiß aber, dass das nichts Gutes ist. Wo sind wir in Deutschland nur hingeraten?

  9. OnkelOtto sagt:

    Da sieht man mal wieder, wo die Politik denkt, dass wir Probleme hätten…
    Offenbar sind Gendersternchen und Fremdwörter etwas, dass man als Kind VOR der Fibel intus zu haben hat. Um „gesellschaftstauglich“ zu sein.
    Wo sind wir nur hingekommen?

    • Frage sagt:

      Was heißt hier „die Politik“? Einige Politiker*innen positionieren sich so, andere Politiker*innen anders.
      Und ja: mal gendere ich, mal nicht. Scheint mir manchmal angebracht, manchmal nicht. Ist in jedem Fall eine Bereicherung der sprachlichen Ausdrucksmittel. Gelegentlich eine Frage der Höflichkeit. Kann sogar Spaß machen. Vorschreiben möchte anderen damit nichts, möchte es aber auch von niemandem verboten bekommen. Warum nur machen so viele, die das Gendern ablehnen, so ein Theater?

      • Käse sagt:

        Allein deine Sternchen zwingen mich dazu, das hochwichtige Geschriebsel zu lesen.

        • Frage sagt:

          Sehen Sie: Schon haben die Sternchen was gebracht.

          • Antwort sagt:

            Die bringen noch viel mehr, zum Beispiel Demobilisierung der linken Wählerschaft und Stärkung rechter Parteien. Linke Parteien wissen das im Grunde auch und verzichten daher zumindest auf Wahlplakaten wieder aufs Gendern.

      • 10010110 sagt:

        Gendersonderzeichen sind keine Bereicherung der sprachlichen Ausdrucksmittel, sondern zeugen von Einfallslosigkeit, mit den bereits vorhandenen sprachlichen Ausdrucksmitteln kreativ umzugehen, und sind einfach schlechter Stil.

        • @Lappen sagt:

          Und? Deine Konsequenz daraus? Null. Du jammerst seit über 10 Jahren hier rum. Ohne Ergebnis.

          • 10010110 sagt:

            Meine Konsequenz daraus ist, dass ich keine Gendersonderzeichen verwende, sondern mich der bereits vorhandenen sprachlichen Ausdrucksmittel bediene, und das Geschlecht nur dann erwähne, wenn es für den Kontext wirklich relevant ist.

          • Steilo sagt:

            Und andere machen es anders. Also eigentlich kein Problem. Doch du machst seit Jahren eins draus.

            Übrigens erwähnst du das Geschlecht andauernd und sei es nur das grammatische. Nie ist es jedoch „für den Kontext“ relevant.

          • 10010110 sagt:

            Wenn es in Ordnung wäre, dass andere es anders machen, dann bräuchten wir auch keine „Rechtschreibung“ mehr. Kann ja jeder machen, wie er will. Wir könten auch schreyben wie zu Luthers Zeithen. 🙄 Und wenn ich „die Politiker“ schreibe oder sage, dann mag da für dich ein grammatisches Geschlecht drin stecken, aber es sagt nichts über das biologische Geschlecht der Mitglieder der benannten Gruppe aus. Es ist egal, weil alle vertreten sind. Diejenigen, die Sonderzeichen verwenden, überhöhen die Zugehörigkeit zu einem biologischen Geschlecht, wo es egal sein sollte.

          • Steilo sagt:

            „Kann ja jeder machen, wie er will.“

            Du kannst dich an die Regeln halten, wenn du willst. Rechtschreibung ist nicht verpflichtend. An die nach deiner Schulzeit geänderten Regeln hältst du dich ja auch nur ausschnittsweise.

            „Wir könten auch schreyben wie zu Luthers Zeithen.“

            Die allermeisten können es lesen und sogar verstehen. Geht es darum nicht bei schriftlicher Kommunikation?

            Ansonsten erwähnst du schon wieder das Geschlecht. Wenn du das nicht mehr machen würdest, schrumpfen deine Beiträge hier zumindest vom Umfang eher auf ca. 50% – aber das wird niemanden stören….

            Dass (angeblich) andere ihre „Zugehörigkeit überhöhen“ klingt verdammt nach „Minderwertigkeitskomplex“ deinerseits. Vermutlich fühlst du dich nicht genug wahrgenommen. Lass mich raten: du bist in deiner Mobilität stark eingeschränkt und dir fehlt der soziale Kontakt. Deswegen sind alle, die mehr können als du, und sei es nur sich frei bewegen, und vermeintlich oder tatsächlich im Vordergrund stehen schon allein deswegen doof. Das Internet ist dann dein Ventil, durch das du zwar auch keine Zuneigung und nur wenig Zustimmung erfährst, aber immerhin kannst du etwas schreiben, was (meistens) auch veröffentlicht wird. Das, was du damit erreichen willst, ginge viel einfacher zu erreichen und würde dir auch sehr viel mehr geben, aber soweit bist du nicht und wirst es wohl auch nie sein.

            Dann troll mal noch schön und lebe deinen Frust so richtig aus. Damit bist du ja tatsächlich nicht allein hier. Es wimmelt hier quasi von Bettlägrigen, Lahmen und anderweitig eingeschränkten Menschen, so paradox das auch klingt. 🙂

          • Frage sagt:

            Gratuliere, 10010110, Sie zeigen ja, dass Sie durchaus wie Luther schreiben können, wenn Sie es wollen. Und das trotz aller Rechtschreibregeln. Die scheinen Sie also manchmal selbst beiseite zu setzen. Weiter so! Und probieren Sie doch gelegentlich das „*“. Tut nicht weh.

        • Frage sagt:

          Wer Gendern kann, ganz wie er will, hat mehr Möglichkeiten als jemand, der es nicht kann. Das nenne ich Bereicherung. Kreative Vorschläge habe ich von denen, die das Gendern ablehnen, nun wirklich nicht gehört. Die sind doch eher stolz darauf, ein wenig langweilig und altbacken daher zu kommen. Nennt sich dann gerne Stil. Oder haben Sie auf einmal einen kreativen, neuen Vorschlag?

          • 10010110 sagt:

            Die Frage ist ja, wozu „muss“ man gendern? Man muss ja keine „Möglichkeiten“ erfinden für Dinge, die nicht notwendig sind. Und hier zeigt sich die ganze Absurdität: Die meisten Leute, die gendern (und vor allem die, die Sonderzeichen benutzen), tun dies ja nicht, weil sie sich „kreativ“ ausdrücken wollen, sondern weil irgendwer ihnen eingeredet hat, dass das „politisch korrekt“ wäre, und sie Repressionen fürchten, wenn sie es nicht tun (und wenn auch nur durch subtile soziale Verhaltensweisen wie komische Blicke oder Gesten), und nicht die charakterliche Stärke haben, gegen die Beeinflussung von außen anzustehen, oder weil sie explizit anderen zeigen wollen, dass sie sich dem politisch linken Spektrum zugehörig fühlen.

            Gendersterne etc. haben nichts mit sprachlicher Kreativität zu tun, sondern sind ein politisches Instrument der Indoktrination.

          • Frage sagt:

            Nun nichmal: Es gibt keine Pflicht zu gendern. Zumindest ist mir nichts davon bekannt. Ich selbst halte gendern in manchen Situationen schlicht für höflich, in anderen Situation macht es mir Spaß, Leute damit recht zuverlässig auf die Palme zu bringen. Es bereichert meine Möglichkeiten, wie Ihre Reaktion bestätigt. Und natürlich kann man auch Möglichkeiten erfinden, ohne dass nan es muss. Spielerisch, zum Beidpieln. Und nochmals nein: die Menschen aus meinem Umkreis, die recht konsequent gendern, tun das, weil sie es für richtig halten, nicht aus Angst vor Repression. Ich kann ihre Argumente nachvollziehen, teile sie aber nicht in jedem Punkt. Bus jetzt sind Sie es, der hier Repression will. Und was Kreativität betrifft: Sie haben Kreativität als Alternative zum Gendern versprochen (nicht ich). Also: Wo bleibt Ihre sprachliche Kreativität?

          • Antwort sagt:

            „Ich selbst halte gendern in manchen Situationen schlicht für höflich, in anderen Situation macht es mir Spaß, Leute damit recht zuverlässig auf die Palme zu bringen.“
            Mit anderen Worten: Manchmal genderst du aus Höflichkeit, manchmal aus Unhöflichkeit. Was unterscheidet dich von rechten Trollen, die mit bestimmten Tabuwörtern andere „auf die Palme bringen“ wollen?

          • Verklag mich sagt:

            Wer sich durch Gendern auf die Palme bringen lässt, ist nicht ganz knusper.

          • Frage sagt:

            @antwort. Oh, wollen Sie wirklich das zweimalige Verwenden von Gendersternchen mit dem gleichsetzen, was ein rechter Troll vom Stapel lässt? Den Schuh muss ich mir, glaube ich, nicht anziehen.

          • Antwort sagt:

            Rechte Trolle, die doch nur „normale, traditionelle deutsche Wörter“ benutzen, würden sich die Gleichsetzung ebenso verbitten.

          • Frage sagt:

            @antwort. Mich interessiert eigentlich nicht, was rechte Trolle sagen würden, sondern ob Sie selbst meine beiden Gendersternchen mit dem Agieren rechter Trolle gleichsetzen wollen. Das fände ich merkwürdig.

  10. Delfien sagt:

    Es ist genau so wie mit der damaligen Rechtschreibreform. Geholfen hat es nur den Doofen da sie jetzt alles schreiben können wie sie es möchten.

    • Orca sagt:

      ist das so schlimm, dass auch mal den „Doofen“ geholfen und „korrektes“ Schreiben dabei für alle Teilnehmer leichter wird?

      Johann Wolfgang von Goethe würde mit seiner damaligen „Rechtschreibung“ (~ „Schreibe, wie Du sprichst“) heutzutage durch jede Rechtsschreibprüfung sang- und klanglos durchfallen und wurde damals trotzdem erfolgreich verlegt…

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